Angebliche Gesetzesverstöße: Russland blockiert Messengerdienst Signal
Die russischen Behörden haben den verschlüsselten Chatdienst Signal blockiert. Begründet wird die Maßnahme mit Gesetzesverstößen: Signal halte sich nicht an die gesetzlichen Maßnahmen, die zur Abwehr von Terrorismus und Extremismus notwendig seien, teilte die zuständige Behörde Roskomnadsor in Moskau mit.
Signal-Nutzer in Russland meldeten, dass der Messengerdienst nicht verfügbar sei. Portale wie Sboj.rf, die Meldungen zu Störungen sammeln, berichteten von etwa 2.000 Beschwerden. Signal wurde in den USA entwickelt und wird von seinen Nutzern als besonders sicherer Kommunikationsweg geschätzt.
Am 10. August 2024 war der Dienst in Russland jedoch wieder erreichbar. Bei dem Messenger habe man "keine Probleme festgestellt oder wenige Beschwerden von Nutzern erhalten" , heißt es bei Sboj.rf(öffnet im neuen Fenster) . Etwa die Hälfte der Beschwerden am 9. August kamen dem Portal zufolge aus Moskau.
Signal reagiert auf Sperrungen
Russland ist nicht das einzige Land, das Signal sperrt. Auch die Behörden in Venezuela haben Signal sowie den Kurznachrichtendienst X blockiert. Signal reagierte und veröffentlichte auf Instagram eine Anleitung(öffnet im neuen Fenster) , wie die Sperre umgangen werden kann.
Am Donnerstag beschwerten sich Nutzer in Russland auch, dass Youtube langsamer und Videos nur schwer herunterzuladen seien. Dazu gaben die russischen Behörden keine offizielle Erklärung ab. Sie haben den populären Videodienst aber nach Aussagen der vergangenen Tage im Visier, weil dieser sich angeblich weigert, extremistische Videos zu entfernen.
Große soziale Netzwerke mit US-Besitzern wie X und Facebook blockiert Russland bereits seit Längerem, sie sind nur noch über geschützte Verbindungen (VPN) zu nutzen. Schon vor dem Angriffskrieg gegen die Ukraine traf Moskau auch Vorbereitungen für eine mögliche Abschottung des Internets im Land. Seit Kriegsbeginn 2022 blockierte Roskomnadsor Tausende Internetseiten, die der russischen Führung nicht genehm sind.