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Angeblich überall erhältlich: CDU-Landeschef Ploß blamiert sich mit E-Fuels-Aussagen

Christoph Ploß (CDU) hat im Bundestag behauptet, fast überall in Europa gebe es E-Fuels bereits zu kaufen, nur in Deutschland nicht. Ein Fehler.
/ Andreas Donath
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Christoph Ploß (CDU) im Bundestag (Bild: Phoenix (Screenshot: Golem.de))
Christoph Ploß (CDU) im Bundestag Bild: Phoenix (Screenshot: Golem.de)

Der CDU-Politiker Christoph Ploß hat sich mit seiner Aussage über E-Fuels im Bundestag blamiert. In seiner Rede zum Thema bezahlbare und klimafreundliche Mobilität behauptete er, "dass E-Fuels, dass klimaneutrale Kraftstoffe, dass E-Diesel" in Zukunft an Tankstellen verkauft werden können und dass Deutschland eines der letzten Länder in der Europäischen Union sei, in denen dies noch nicht möglich sei.

Der Grünen-Abgeordnete Stefan Gelbhaar stellte daraufhin eine kurze Frage, in welchen Ländern E-Fuels tatsächlich getankt werden könnten.

Der Hamburger CDU-Chef konnte keine Antwort darauf geben und versprach, eine Grafik zu schicken. Als Ploß schließlich eine EU-Karte mit Tankstellensymbolen auf Twitter postete(öffnet im neuen Fenster) , stellte sich jedoch heraus, dass diese keine E-Fuel-Tankstellen zeigte, sondern Tankstellen für HVO-Kraftstoffe. Diese werden aus erneuerbaren Rohstoffen, vorwiegend pflanzlichen Ölen, gewonnen und sind somit nicht mit E-Fuels gleichzusetzen, die mithilfe von Strom aus Wasserstoff und Kohlendioxid erzeugt werden.

Derzeit gibt es keine E-Fuels-Tankstellen in der EU. Es ist fraglich, ob Ploß überhaupt verstanden hat, worum es sich bei E-Fuels überhaupt handelt oder was die Karte zeigte.

Die FDP kämpft seit langem für den Einsatz von synthetischen Kraftstoffen. E-Fuels oder synthetische Kraftstoffe werden mithilfe von Wasser, Kohlendioxid und grünem Strom hergestellt. Sie sind Kohlendioxid-neutral und sollen vor allem in der Luftfahrt und in der Schifffahrt fossile Brennstoffe ersetzen. Der Sportwagenhersteller Porsche hat im Süden Chiles eine Pilotanlage zur Produktion von synthetischem Treibstoff in Betrieb genommen. Mithilfe von Windenergie sollen sogenannte E-Fuels produziert werden, die "einen nahezu CO2-neutralen Betrieb von Ottomotoren" ermöglichten, teilte das Unternehmen am 20. Dezember 2022 mit .


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