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Angeblich Pilotprojekte: Meta nutzt KI-Rechenzentren als Steuersparmodell

Metas KI-Rechenzentren sind angeblich Grundlagenforschung. Das spart Steuern, aber die eigene Buchhaltung zweifelt an der Legalität.
/ Johannes Hiltscher
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Im Bezirk Richland Parish in Lousiana baut Meta sein größtes KI-Rechenzentrum. (Bild: Meta)
Im Bezirk Richland Parish in Lousiana baut Meta sein größtes KI-Rechenzentrum. Bild: Meta

Steuervermeidung gehört für große Konzerne zum Tagesgeschäft. Der Facebook-Mutterkonzern Meta hat in den USA dafür ein neues Modell entdeckt, wie die New York Times (NYT) recherchiert hat(öffnet im neuen Fenster). Der Konzern bezeichnet der Zeitung zufolge seine KI-Rechenzentren gegenüber dem Finanzamt als Pilotmodelle. Entsprechend macht Meta die Kosten als Ausgaben für Forschung und Entwicklung geltend.

Ein Sprecher verwies gegenüber der NYT lediglich auf Metas hohe Forschungsausgaben – 57 Milliarden US-Dollar seien es allein 2025 gewesen. Man nutze lediglich die gesetzlichen Möglichkeiten. Ob die korrekt angewendet werden, ist aber keineswegs sicher. Denn Meta greift auf ein 1981 erlassenes Gesetz zurück, das Forschung angesichts des Erstarkens Japans zusätzlich fördern sollte. Es ermöglicht höhere Gutschriften, ist aber auf Forschungsaktivitäten beschränkt.

Produktentwicklung hingegen gilt als nicht förderfähig. Anderen Unternehmen hatte Steuerbehörde IRS die Nutzung dieser Steuerminderung für "erprobte und kommerziell verfügbare Technologie" bereits untersagt. Die Auslegung der Regeln ist aber komplex – laut einem von der NYT befragten Anwalt müsse Meta im Zweifel Forschungsaktivitäten nachweisen, um Unsicherheiten bei der Entwicklung zu beseitigen.

Die Regelung ist in den USA umstritten. Kritiker bemängeln, viele Unternehmen würden hier Ausgaben geltend machen, die sie ohnehin getätigt hätten. Einen echten Beitrag zur Forschung lieferten diese nicht.

Eigene Finanzabteilung ist skeptisch

Selbst Metas eigene Finanzabteilung ist der NYT zufolge skeptisch, ob das Vorgehen legal ist. Der Konzern benennt die Steuernachlässe in Geschäftsberichten daher als einziges untersuchtes Unternehmen als Risiko.

Es wäre nicht das erste Mal, dass Meta durch diesen Trick Probleme mit dem IRS bekommt: 2013 machte der Konzern von Gründer Marc Zuckerberg genutzte Aktienoptionen im Wert von 4,1 Milliarden US-Dollar als Forschungsausgaben geltend. Die Argumentation, er habe an der Entwicklung neuer Software mitgewirkt, überzeugte das IRS allerdings nicht – es forderte Steuern in Höhe von 355 Millionen US-Dollar nach.

Meta spart am meisten

Kosten für Forschung und Entwicklung steuerlich geltend zu machen, ist gesetzlich zulässig und gängige Praxis. Meta geht hier laut NYT aber am aggressivsten vor: Seit 2024 explodieren die geltend gemachten Ausgaben. Die sich ergebenden Steuernachlässe stiegen von zunächst gut 700 Millionen auf knapp über 2 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024. 2025 drückte der Konzern seine Steuerlast so um 3,9 Milliarden US-Dollar.

Amazon und Alphabet folgen mit je über 2 Milliarden US-Dollar. Bei beiden, wie auch bei Apple und Microsoft, entwickelten sich die geltend gemachten Kosten aber organisch. Hier soll es sich hauptsächlich um Personalkosten handeln. Die Daten stammen aus den Geschäftsberichten der jeweiligen Unternehmen. Allerdings soll EY, Metas Wirtschaftsprüfer, anderen Unternehmen ebenfalls vorgeschlagen haben, Hardware für KI-Training als Forschungsausgaben gelten zu machen. Insgesamt erhielten US-Unternehmen 2025 über die Regelung Steuernachlässe in Höhe von 32,1 Milliarden US-Dollar.


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