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Angeblich Emotet: Schadsoftware legt Berliner Kammergericht lahm

Weil einige Rechner von einer Schadsoftware befallen sind, hat das Berliner Kammergericht fast das gesamte System vom Netz nehmen müssen. Das Fax funktioniert aber noch.

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Das Kammergericht in Berlin ist vorübergehend offline gegangen.
Das Kammergericht in Berlin ist vorübergehend offline gegangen. (Bild: Ansgar Koreng/CC-BY-SA 4.0)

Das Berliner Kammergericht ist wegen einer Schadsoftware weitgehend offline gegangen. Bis auf weiteres sei das Gericht "nur telefonisch, per Fax und postalisch zu erreichen", hieß es in einer Mitteilung. Das besondere elektronische Anwaltspostfach funktioniere jedoch weiterhin. Pressesprecherin Lisa Jani konnte auf Anfrage von Golem.de nicht bestätigen, dass es sich bei der Schadsoftware um Emotet handelt. Das hatte zuvor die Boulevard-Zeitung B.Z. berichtet.

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Jani widersprach zudem Angaben des B.Z.-Artikels, wonach bereits 40 Computer "geschrottet" worden seien und ersetzt werden müssten. "Hier ist gar nichts geschrottet worden", sagte Jani. Den Angaben zufolge arbeiten die IT-Experten des Gerichts mit Unterstützung von Fachkräften des IT-Dienstleistungszentrums Berlin und der Staatssekretärin für Informations- und Kommunikationstechnik an der Behebung des Problems.

"Es sind einige Rechner definitiv betroffen und wir haben dann die anderen Rechner um 14.00 Uhr am Freitag als Sicherheitsmaßnahme vom Netz genommen, um eine Weiterverbreitung zu verhindern", sagte Jani. Es gebe einen IT-Notbetrieb, um bestimmte Bereiche, die besonders dringlich seien, wieder hochfahren zu können. Zudem könnten nicht betroffene Rechner offline genutzt werden.

Dem Bericht der B.Z. zufolge sind "alle auf den betroffenen Computern gespeicherten Informationen" weg. Dem widersprach Jani entschieden. Ein Datenverlust wäre jedoch möglich, wenn beispielsweise ein Erpressungstrojaner die Festplatte verschlüsselt hätte. Emotet lädt unter anderem die Ransomware Ryuk nach. Jani wollte jedoch keine Details zu der Schadsoftware geben, um mögliche Sicherheitslücken nicht preiszugeben.

Zuletzt hat sich Emotet vermehrt in die E-Mail-Kommunikation von Betroffenen eingeschleust und eingehende E-Mails mit Schadsoftware beantwortet. Der B.Z. zufolge warnte das Gericht in einer Mail andere Justizbehörden: "Bitte stellen Sie (...) den gesamten elektronischen Mailverkehr des Kammergerichts, welcher seit dem 16. September 2019 eingegangen ist, unter Quarantäne."

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