Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Angeblich Deal mit BMW geplatzt: Svolt stoppt Bau von Batteriezellfabrik in der Lausitz

Nicht nur im Saarland hat der chinesische Hersteller Svolt eine Batteriezellfabrik bauen wollen. Doch nun ist wohl ein Großauftrag von BMW geplatzt.
/ Friedhelm Greis , dpa
22 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Svolt hat seine Europapläne geändert. (Bild: Svolt)
Svolt hat seine Europapläne geändert. Bild: Svolt

Der chinesische Batteriehersteller Svolt wird sich nun doch nicht wie geplant in Lauchhammer in der Lausitz ansiedeln. Das Unternehmen hat am 25. Mai 2024 nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa mitgeteilt, der Standort in Brandenburg werde nicht umgesetzt. Als Gründe hat Svolt Unsicherheiten im Automobilmarkt, teils drastische Strategieanpassungen bei Autobauern und ein weggefallenes Kundenprojekt genannt. Die brandenburgische Landesregierung hat mit Bedauern auf den Rückzug reagiert.

Das chinesische Unternehmen produziert Lithium-Ionen-Batterien und Batteriesysteme für Elektrofahrzeuge sowie Energiespeicher. Svolt kündigte an, für seine Europa-Produktion Batteriefabriken in Deutschland aufbauen zu wollen .

An einem Standort im saarländischen Heusweiler hält das Unternehmen nach eigenen Angaben auch weiterhin fest. Ein zweiter geplanter Standort im saarländischen Überherrn(öffnet im neuen Fenster) ist aber ungewiss. Vor dem Bau der Batteriezellfabrik seien aber noch viele Hürden zu überwinden, teilte Svolt dem Saarländischen Rundfung (SR) mit(öffnet im neuen Fenster) .

Unter anderem seien Klagen angekündigt. Dem Bericht zufolge schrieb das Unternehmen, dass eine finale Rechtssicherheit derzeit nicht absehbar sei, jedoch eine "unabdingbare Voraussetzung" für die weitere Planung darstelle. Ebenfalls stehe die finale Wirtschaftlichkeitsprüfung noch aus.

Dem SR zufolge ist der Auslöser für die neue Svolt-Strategie ein geplatzter Deal mit BMW. Der Auftrag soll demnach ein Volumen von rund 13 Milliarden US-Dollar über mehrere Jahre umfasst haben. BMW habe sich von dem Vertrag zurückgezogen, da Svolt die vorgeschriebenen Lieferzeitpunkte wohl nicht habe einhalten können.

Landesregierung bedauert Entscheidung

Der Europachef von Svolt, Kai-Uwe Wollenhaupt, kündigte laut dpa eine Strategieanpassung des Unternehmens an und sprach von einem entscheidenden Schritt, um widerstandsfähiger gegenüber Marktschwankungen zu werden. Svolt hatte sich eigentlich auf dem früheren Gelände des Windanlagenbauers Vestas in Lauchhammer ansiedeln wollen. Die Pläne dazu waren im Herbst 2022 vorgestellt worden.

Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) sagte: "Ich bedaure die Entscheidung von Svolt sehr, sich vom Standort in Lauchhammer zurückzuziehen. Dennoch ist es eine unternehmerische Entscheidung, die wir als Land respektieren müssen." Eine Nachnutzung für die Produktionsstätte in Lauchhammer sei nicht von heute auf morgen zu finden. Aber er sei zuversichtlich, "dass die Attraktivität des Standorts für sich spricht und ein neuer Investor gefunden wird" , sagte Steinbach.

Geplant ist in Guben in der Lausitz eine Ansiedlung des kanadisch-deutschen Unternehmens Rock Tech, das in seiner Anlage jährlich 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid produzieren will. Der Stoff wird für die Batterieproduktion für E-Autos benötigt. Zuletzt wurde aber bekannt, dass Rock Tech auf Fördermillionen des Bundes verzichten muss. Das Land Brandenburg sicherte finanzielle Unterstützung zu.


Relevante Themen