Anga Com: Unitymedia verlangt nach einem deutschen Hulu

Unitymedia-Chef Lutz Schüler hat die deutschen Konzerne auf der Branchenmesse Anga Com aufgerufen, "besser zusammenzuarbeiten, um am Ende gegen Netflix und Amazon zu bestehen." Auf dem Podium vertreten waren am 30. Mai 2017 auch Vodafone, die Deutsche Telekom, RTL, Tele Columbus, Sky und Freenet.
Schüler sagte: "Ich habe großen Respekt vor Amazon." Durch die Konkurrenz der Streaminganbieter wollten seine "Kunden vielleicht nicht mehr mein Fernsehprodukt kaufen" . Die Branche lebe "nur von einer Sache, der Trägheit der deutschen Kunden" . In den USA gebe es bereits viel mehr Cord Cutting.
Die Gefahr sei, dass die Kunden Unitymedia und andere "nur noch als Pipe" nähmen, sagte der Chef des Kabelnetzbetreibers. Darum sei "es wichtig, lokale Inhalte zu bündeln, eine Plattform zu schaffen, um gemeinsam beispielsweise ein deutsches Hulu aufzubauen. Dabei sollten wir mal ein bisschen Gas geben."
Anke Schäferkordt, Geschäftsführerin Mediengruppe RTL Deutschland, sagte: "Wir müssen Partnerschaften immer wieder neu denken." Doch so etwas wie ein deutsches Hulu sei schon einmal von Kartellbehörden abgelehnt worden. Anders als Netflix sehe sie Amazon offenbar als die viel größere Bedrohung, die viel mehr Potenzial habe. Amazon habe sein Streamingangebot nur als Kundenbindungsinstrument, das keine schnellen Gewinne erwirtschaften müsse. "Hier sind wahnsinnige Investments auf internationaler Ebene möglich" .
Hannes Ametsreiter, Chef von Vodafone Deutschland, sagte, dass RTL, Sky und auch Netflix Partner seien. "60 Prozent des Datentraffics in unseren Netzen ist bereits Video."