Anga-Vorwurf: Telekom soll Kupferabschaltung verschleppen
Die Deutsche Telekom werde ihr Kupfernetz nur dann abschalten, wenn sie bestehende Anschlüsse auf ihr eigenes Glasfasernetz migrieren könne. Das erklärte der Wettbewerberverband Anga(öffnet im neuen Fenster) am 7. November 2024 unter Berufung auf eine Studie von Goldmedia. "Verfügt hingegen ein Wettbewerber über ein lokales Glasfasernetz, gibt es aus strategischen und wirtschaftlichen Erwägungen heraus für die Telekom vielfach Anreize, das eigene Kupfernetz weiter zu betreiben" , betonte der Anga.
Dieses "strategische Verhalten" der Telekom hätte laut der Studie negative Folgen für den Glasfaserausbau in Deutschland und den deutschen TK-Markt. Daher müsse die "Kupfer-Glas-Umschaltung wettbewerbsneutral gestaltet werden. Die Entwicklung von Rahmenparametern" könne nicht der Telekom überlassen werden.
Kein Gesetz für Kupferabschaltung
Die Anga fordert ein Konzept für die Kupfer-Glas-Umschaltung von der Bundesnetzagentur, das Wettbewerbsverzerrungen durch die Telekom unterbinde. Das Telekommunikationsgesetz regelt in Paragraf 34, unter welchen Umständen die Telekom ihr Kupfernetz abschalten darf. Hierzu gehört, dass ein alternatives Netz vorhanden sein muss, über das Kunden nach der Abschaltung versorgt werden können. Bei ihrer Entscheidung über die Genehmigung der Abschaltung habe die Regulierungsbehörde einen Gestaltungsspielraum.
Endkunden sollten im Fall der Kupfernetzabschaltung aus den verfügbaren Angeboten frei wählen, ob sie auf das Glasfasernetz oder auf ein anderes gigabitfähiges Netz wechseln und welchen Anbieter sie wählen.
"Es ist wichtig, klare Regeln für die Kupferabshaltung zu bekommen, weil ansonsten das Geisternetz droht" , sagte Vodafone-Geschäftsleiter Michael Jungwirth. "Überall in den Straßen liegt Glasfaser, aber sie hat keinen Kundennutzen." Es werde nicht per Hausstich bis in die Wohnungen gebaut.
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