Anga: TV-Kabelnetzbetreiber setzen auf Glasfaser

TV-Kabel besteht aus Koaxial- und Glasfaser - doch die Betreiber setzen bei neuen Netzen auf reine Glasfaser und wehren sich gegen Parallelausbau durch die Telekom und andere.

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Glasfaser bei Cablecom in der Schweiz
Glasfaser bei Cablecom in der Schweiz (Bild: Cablecom)

Bei neuen Netzen im öffentlichen Grund "verbauen auch die klassischen TV-Kabelunternehmen zunehmend Glasfaser". Das hat die Sprecherin des Branchenverbands Anga, Jenny Friedsam, Golem.de auf Anfrage gesagt. TV-Kabel basiert auf Koaxial- und Glasfaserleitungen.

Der zusätzliche Ausbau parallel zu bestehenden modernen Netze sei jedoch ein Problem. Anga-Präsident Thomas Braun betonte, dass öffentliche Förderung beim Netzausbau immer das Risiko von Wettbewerbsverzerrungen berge: "Nach den Erfahrungen unserer Mitglieder gibt es immer wieder Überbauungen von Kabelnetzen in Fördergebieten. Das muss in dem neuen Förderprogramm des Bundes besser gelöst werden."

Eine Überbauung existierender NGA-Netze (Next-Generation Access) durch geförderten Ausbau müsse ausgeschlossen sein, weil sonst Investitionen entwertet und Anreize zum weiteren Ausbau reduziert würden, erklärte Braun. Dies sei aber nicht immer gewährleistet.

Vectoring nur Brückentechnologie

Eine Versorgung aller Haushalte mit mindestens 50 Mbit pro Sekunde bis zum Jahr 2018 ist das Ziel der Bundesregierung. Dies wollten die Beteiligten "möglichst schnell und billig" erreichen. Deshalb erhielten Angebote zur Aufrüstung bestehender DSL-Netze mit Hilfe von VDSL und Vectoring regelmäßig den Zuschlag. Vectoring sei aber nur eine Brückentechnologie, die den Bandbreitenbedarf nur kurzzeitig decke und den flächendeckenden Ausbau mit Glasfaser im Ergebnis verzögere und verteuere. "Sinnvolle Förderpolitik muss Wert auf nachhaltigen Ausbau mit Glasfaser legen, statt auf die Förderung von Übergangslösungen", sagte Braun. Auch Kabelnetzbetreiber wollten sich am geförderten Ausbau beteiligen.

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