• IT-Karriere:
  • Services:

Routerfreiheit war hart umkämpft

Bundestag und Bundesrat hatten im Herbst 2015 in Deutschland die Abschaffung des Routerzwangs beschlossen. Dieser war durch die Geheimhaltung der detaillierten Zugangsdaten erreicht worden. Die Kabelnetzbetreiber hatten im Juni 2016 zuletzt versucht zu belegen, dass die Routerfreiheit zu Störungen im Shared Medium HFC-Netz (Hybrid Fiber Coax) führen würde.

Stellenmarkt
  1. über duerenhoff GmbH, Raum Offenbach
  2. AKDB Anstalt für kommunale Datenverarbeitung in Bayern, Regensburg

Nach Italien und auch in Zypern wurde die Routerfreiheit eingeführt, in den Niederlanden ist dies geplant. Dort musste der Netzbetreiber Vodafone Ziggo sein Netz öffnen, was unabhängig von der Routerfreiheit passierte. Damit können seit Oktober 2018 auch andere Unternehmen in dem HFC-Netz Internet, TV und Telefonie anbieten. Ein Modell, das die Kabelnetzbetreiber in Deutschland bisher ablehnen.

Im Jahr 2016 sagte Wolf Osthaus, Senior Vice President für Regulierung bei Unitymedia, wird "nicht jede Kabelbox aus den Niederlanden oder aus den USA im Netz von Unitymedia funktionieren." Der Docsis-Standard definiere ein Shared Medium, bei dem mehrere Endgeräte auf Ressourcen zugreifen. "Wenn da ein Störer aktiv ist, dann wird er andere Geräte stören und negativ beeinflussen. Wenn es zu Beeinträchtigungen kommt, werden wir die Geräte nicht provisionieren", kündigte Osthaus damals an. Wenn die Geräte den Spezifikationen entsprächen, werde das jedoch nicht passieren, fügte er hinzu.

Dagegen wurde von Experten eingewendet, dass auch das Mobilfunknetz ein Shared Medium ist, in dem sich ständig etwa Passagiere aus Flugzeugen mit ihren verschiedensten Endgeräten einbuchen, ohne dass die Mobilfunkzellen in dem jeweiligen Land zusammenbrechen.

Zudem hat die Praxis gezeigt, dass die Kabelnetzbetreiber bei Supportanfragen einfach mit den Routerherstellern zusammenarbeiten.

Heute argumentiert Osthaus offener: "Wir haben für Unitymedia 2016 die 'Routerfreiheit' entsprechend der gesetzlichen Anforderungen umgesetzt. Die Gesetzeslage ist dabei ja so, dass eigene Endgeräte die jeweiligen vom Netzbetreiber zu definierenden Spezifikationen erfüllen müssen. Entsprechende Geräte sind ja auch im Markt erhältlich. Zudem ist wichtig, dass die Kunden mit eigenen Routern die regelmäßig notwendigen Sicherheitsupdates der Firmware vornehmen. Geräte ohne aktuelle Updates stellen in der Tat ein relevantes Sicherheitsrisiko dar und können deshalb dann gegebenenfalls auch nicht mehr in unserem Netz eingesetzt werden."

Man informiere die Kunden detailliert zu den Voraussetzungen für die Nutzung von eigenen Geräten und wie sie dabei Sicherheitsrisiken oder Leistungseinbußen verhindern können. In der Regel seien es technisch versierte Kunden, die eigene Endgeräte einsetzen wollten und regelmäßig die notwendigen Firmware-Updates der Endgeräte durchführen könnten.

Routerfreiheit, aber erst hinter dem Kabelmodem

Anga-Sprecher Sebastian Artymiak sagte Golem.de auf Anfrage. "Die Anga spricht sich nicht gegen Routerfreiheit aus. Im Gegenteil: Jeder Kunde kann in Kabelnetzen einen Router seiner Wahl verwenden. Damit Netzbetreiber Sicherheit und Qualitätsmanagement in ihren Netzen gewährleisten können, ist in Kabelnetzen ein Modem - nicht Router - integraler Bestandteil des Netzes. Am Kabelmodem kann der Kunde einen Router seiner Wahl betreiben. In ihrer Stellungnahme arbeitet die Anga daher heraus, wie die Festlegung des Netzabschlusspunkts anhand der EU-rechtlichen Vorgaben unterschiedlichen Netztopologien Rechnung tragen sollte."

Doch die Aussage "wir sind für Routerfreiheit, aber erst hinter dem Kabelmodem" verwendet die Argumente aus dem Jahr 2015 aus Deutschland. Elementare Bestandteile der Routerfreiheit sind der passive Netzabschlusspunkt der Dose an der Wand sowie die Schnittstellenbeschreibungen. Ein Netzabschlussgerät wie ein Modem ist laut Experten weder technisch noch juristisch zu begründen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Anga: Kabelnetzbetreiber wollen Routerfreiheit in EU verhindern
  1.  
  2. 1
  3. 2


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 20,49€
  2. 32,99€

tundracomp 29. Jan 2019

privacy.resistFingerprinting=1 Dafür brauchts schon länger kein extra Add-on mehr. LG

Faksimile 29. Jan 2019

Dürften die gemäß der gesetzlich vorgeschriebenen Nutzungsvereinbarung sowieso.

Faksimile 29. Jan 2019

Dann müsste das Ding in eine UP Dose passen. Und auch wirklich nur Modem sein ...

MojoMC 28. Jan 2019

Ich weiß ja nicht wo du diesen Müll her hast. Das ist aber absoluter Mist. Die Fritzbox...

HeroFeat 28. Jan 2019

Also die EU ist mir bisher eigentlich immer eher "positiver" als unsere Regierung in...


Folgen Sie uns
       


    •  /