Anga: Kabelnetz soll von Kupferabschaltung ausgenommen bleiben
Im Branchenverband Anga ist es Konsens, dass das Koaxialkabel in Deutschland von der Kupferabschaltung ausgeschlossen ist. Das sagte Vodafone-Deutschland-Chef Marcel de Groot Golem.de am 7. November 2024 auf der Branchenveranstaltung 50 Jahre Anga in Berlin. "Ja, das ist so. Die EU und die deutsche Regierung sagen, dass wir Gigabit brauchen. Und mit Kupfer geht das nicht. Das geht mit Glasfaser, und mit Glasfaserkabel geht das auch."
Tatsächlich besteht das Netz von Vodafone auch in großen Teilen aus Kupfer, weshalb man von Hybrid-Fibre-Coax (HFC)-Netzen spricht. Die Zuleitungen zu den Haushalten werden über Koaxialkabel realisiert, dies sind aber bessere Kupferkabel als die der Telekom. Koaxialnetze können daher mit den Kabelnetzstandards 3.1 und 4.0 sehr viel höhere Datenraten als das Vectoring im Kupfernetz der Telekom bieten, wo bei 250 MBit/s meist der Höchstwert erreicht ist. Allerdings müssen sich alle Kabelnetzkunden die Kapazität in einem Node teilen.
Vodafone Deutschland und Docsis 4.0
Vodafone macht laut de Groot 400-MBit/s-Piloten im Upload, über die Branchenorganisation "Cablelabs wissen wir, dass es möglich ist, Geschwindigkeiten von 10 GBit/s zu erreichen" sagte er. Auch Vodafone-Geschäftsleiter Michael Jungwirth betonte, dass das Kabelnetz von Vodafone Gigabit-Datenraten bieten könne. 10 GBit/s sind im Kabelnetz aber nur mit Docsis 4.0 möglich. Zum Einsatz des neuen Kabelnetzstandards hat sich Vodafone Deutschland aber noch nicht öffentlich positioniert.
Sunrise in der Schweiz bot seinen 1-GBit/s-Kunden ein kostenloses Upgrade auf 2,5 GBit/s. Technisch wird dies möglich, indem Sunrise fast komplett auf IP-TV migriert hat. Unternehmenssprecher Rolf Ziebold erklärte Golem.de am 30. Mai 2024 auf Anfrage: "Die erforderlichen Kapazitäten in unserem HFC-Kabelnetz wurden dadurch geschaffen, dass wir bis auf wenig verbleibende DVB-C Kanäle, die unverschlüsselten TV-Programme, alles auf unsere IPTV-Plattform migrieren."
Auch bei den Pilotgebieten zur Kupferabschaltung des Gigabitforums in Bad Salzungen in Thüringen und Wiesbaden blieb das Kabelnetz erhalten und Zugänge konnten weiter bestellt werden. In Bad Salzungen seien aber alle verbliebenen Kupfer-Verträge gekündigt worden, sagte Michael Reifenberg, Sprecher der Bundesnetzagentur im August 2024. Hier liegt eines der beiden Testgebiete im Ortskern der thüringischen Kreisstadt. "In allen drei Gebieten erfolgte dabei zunächst ein Vermarktungsstopp von kupferbasierten Produkten."
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