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Anfragen: Bundesregierung fehlen Daten bei Rechenzentrumsstrategie

Die Bundesregierung hat kaum genauere Informationen zu Bauplänen und Wasserbedarf neuer Rechenzentren. Es herrscht das Prinzip Hoffnung.
/ Johannes Hiltscher
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Davon will die Bundesregierung viel mehr: Racks mit Nvidia-GPUs in der Industrial AI Cloud der Telekom. (Bild: Telekom)
Davon will die Bundesregierung viel mehr: Racks mit Nvidia-GPUs in der Industrial AI Cloud der Telekom. Bild: Telekom
Inhalt
  1. Anfragen: Bundesregierung fehlen Daten bei Rechenzentrumsstrategie
  2. Ziel der digitalen Souveränität verfehlt?

Im März 2026 hat die Bundesregierung ihre Rechenzentrumsstrategie vorgestellt. Diese soll helfen, Deutschland digital unabhängiger von den USA zu machen. Dafür sollen neue Rechenzentren gebaut werden: Die Leistung konventioneller Rechenzentren soll bis 2030 von rund 3 auf 6 GW verdoppelt werden, bei KI-Rechenzentren sieht der Plan eine Vervierfachung der aktuell rund 500 MW vor.

Zu den Plänen wollten die Linken-Abgeordnete Sonja Lemke(öffnet im neuen Fenster) und Netzpolitik(öffnet im neuen Fenster) Genaueres wissen. Ihre Anfragen ergaben jedoch, dass auch die Bundesregierung keinen besonders guten Überblick hat. Lemke fragte, welche Informationen zu Neu- und Ausbauten von Rechenzentren vorlägen. Nur zu manchen Rechenzentren lägen Informationen vor, die über öffentlich Bekanntes hinausgehen, so die Antwort (PDF)(öffnet im neuen Fenster).

Es handele sich schließlich größtenteils um Investitionen privater Unternehmen, die keine Details nennen müssten. Sofern die Bundesregierung genauer informiert sei, könne sie diese Informationen nicht teilen. Es handle sich schließlich um Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse; für nicht öffentliche Informationen habe man Vertraulichkeit zugesichert.

Prinzip Hoffnung bei Wasser und Emissionen

Beim Wasserbedarf ist die Bundesregierung laut Netzpolitik ähnlich planlos: Hier verlässt man sich darauf, dass derzeit zwei Drittel der Rechenzentren eine hohe Wassernutzungseffizienz (WUE, Water Usage Effectiveness) von unter 0,1 haben.

Das bedeutet, dass pro kWh Leistungsaufnahme 0,1 l Wasser benötigt werden. Daten der EU(öffnet im neuen Fenster) zeigen jedoch ein anderes Bild: Mit einer mittleren WUE von 0,49 steht Deutschland im europäischen Vergleich schlechter da als der Durchschnitt. Die Daten zeigen zudem einen deutlichen Trend: Je größer das Rechenzentrum, desto mehr Wasser benötigt es. Angesichts zunehmender Dürre ist das durchaus ein Problem.

Allerdings zeigen sowohl die EU-Daten als auch jene der Bundesregierung ein Erfassungsproblem: Nur für einen Teil der Rechenzentren liegen Daten vor. Zu den bundeseigenen Rechenzentren erhielt Netzpolitik keine Auskunft, was mit der Gefährdung kritischer Infrastruktur begründet wurde. Bei den weiteren Umweltauswirkungen gibt sich die Bundesregierung ebenfalls optimistisch: Der hohe Anteil an erneuerbaren Energien im deutschen Strommix, eine gute PUE (Power Usage Effectiveness) von 1,43 und die Einbeziehung in den Emissionshandel würden für vergleichsweise niedrige Umweltauswirkungen sorgen.


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