Anfrage der Linken: Bund zahlt weiterhin Hunderte Millionen an Microsoft und Co.
Auch wenn die Bundesregierung von proprietären und vor allem US-amerikanischen Unternehmen wegkommen will, hat sie im Jahr 2025 noch immer viel Geld an ebendiese gezahlt. Das ergab die Antwort (PDF)(öffnet im neuen Fenster) auf eine Anfrage mehrerer Abgeordneter und der Partei Die Linke. Unter anderem wurden die Ausgaben für Lizenzkosten angegeben.
Das Bundesministerium für Finanzen (BMF) gab 2025 wohl mehr als 250 Millionen Euro für externe Softwarelizenzen aus. Darauf folgt das Innenministerium (BMI) mit 160 Millionen Euro und das Verteidigungsministerium (BMVg) mit 94 Millionen Euro. Einige Ministerien zeigten auch auf, welche kostenlosen Programme etwa genutzt werden. Dazu gehören beim BMI etwa Microsoft Teams, Zoom, Microsoft SQL, Amazon-Dienste und mehr.
Teils wenig, teils viele Windows-PCs
Die Antwort zählt zudem auf, wie viele PC-Arbeitsplätze genutzt werden und wie viele davon nicht mit Windows laufen. Das Bundesinnenministerium verwendet etwa mehr als 74.000 Arbeitsplätze mit Microsoft-Lizenzen. Knapp 11.000 weitere PCs nutzen Linux, Libreoffice und Opendesk. Das Bundesverteidigungsministerium verwendet 250.000 Arbeitsplätze mit Windows. 30 Arbeitsplätze laufen mit Apples MacOS.
Die meisten Ministerien und Behörden sind weiterhin von Microsoft, Oracle, Amazon, Google und vielen anderen großen US-Konzernen abhängig. Auf der anderen Seite gibt es auch Vorreiter wie das Auswärtige Amt, welches laut eigenen Aussagen immerhin 12.030 Computer mit Libreoffice und Debian laufen lässt. 16.714 Maschinen sind Windows-basiert, verzichten aber bereits auf Microsoft Office.
Bis die Bundesregierung sich von Windows lösen kann, dürfte es aber noch einige Jahre und viele Millionen Euro brauchen. Tatsächlich planen viele Behörden bereits mehr Geld durch Preiserhöhungen bei Microsoft ein. Die Schätzungen reichen von einigen Zehntausend Euro bis hin zu 40 Prozent Mehrausgaben.
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