Pläne wie aus einem James-Bond-Film

Diese konnten von Müller-Maguhn teilweise entziffert werden. Das Papier enthielt demnach Anweisungen für den Fall, dass die Kamera-Überwachung in der Botschaft verloren geht. Dabei sei auf eine Operation Kudo Bezug genommen worden, was nach Ansicht von Müller-Maguhn eine gemeinsame Aktion der USA und Großbritannien gewesen sein könnte, wie sie auch in dem Yahoo-Artikel beschrieben worden sei.

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Dem Bericht zufolge gab es Überlegungen, wonach Agenten unter anderem verhindern sollten, dass Assange mit einem russischen Diplomatenauto aus der Botschaft zum Flughafen gebracht wird, beispielsweise durch Schüsse in die Reifen. Sollte Assange es in ein russisches Flugzeug schaffen, hätte dessen Start verhindert werden sollen. Zu dem "gemeinsamen Plan" gehörte offenbar auch die geheime Anklage Assanges vom 21. Dezember 2017. Diese sollte als Basis dienen, damit der Wikileaks-Gründer nach einer Festnahme überhaupt in die USA ausgeliefert werden konnte.

Kaffee-Service für acht Kollegen

Als Beleg für die Zusammenarbeit der britischen mit den US-amerikanischen Behörden präsentierte Müller-Maguhn zudem einen besonderen "Kaffee-Service" von Londoner Polizisten. Aufnahmen aus Überwachungskameras vom 26. Dezember 2017 zeigen, wie zwei Beamte acht Kaffeebecher zu einem Polizeiauto bringen, das vor der Botschaft geparkt war. Müller-Maguhn wertet dies als Beleg dafür, dass die britische Polizei bereit war, mit zahlreichen Beamten bei unerwarteten Entwicklungen in der Botschaft einzugreifen.

Die Frage, inwieweit mit der Botschaftsüberwachung gegen das Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen verstoßen worden sei, solle noch vor Gericht geklärt werden. Müller-Maguhn konnte an die Überwachungsaufnahmen gelangen, weil er selbst in einem Verfahren gegen die Überwachungsfirma UC Global involviert ist. Diese soll ihn und andere Assange-Unterstützer ausspioniert haben.

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Ob und wie die Auslieferung Assanges in die USA noch verhindert werden kann, ist derzeit unklar. Vor drei Wochen hat ein Berufungsgericht in London hat die Ablehnung des US-Auslieferungsantrags für den Wikileaks-Gründer gekippt. Der Fall wurde damit an das erstinstanzliche Gericht zurückgegeben mit der Weisung, die Entscheidung über die Auslieferung der Innenministerin zu überlassen.

Kaum noch rechtliche Möglichkeiten

Laut Müller-Maguhn wird daran gearbeitet, dass sich die neue Bundesregierung für Assanges Freilassung einsetze. Allerdings verwies er darauf, dass für Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) die deutsch-amerikanischen Beziehungen eine große Bedeutung hätten.

Rechtliche Möglichkeiten, beispielsweise über den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) räumt Müller-Maguhn wenig Erfolgsaussichten ein. Das betreffe zum einen nur bestimmte Aspekte des Auslieferungsverfahrens, zum anderen deute die politische Stimmung in der britischen Regierung derzeit nicht auf eine Rücksichtnahme hin.

Was sind die richtigen Lehren?

Vielmehr scheint Müller-Maguhn schon mit dem Fall Assange innerlich abgeschlossen zu haben und rät der Hackercommunity, die richtigen Lehren daraus zu ziehen. Dies betreffe beispielsweise die Frage, wie verhindert werden könne, dass Freunde nicht von der US-Regierung und ihren Einrichtungen wie der CIA oder NSA bezahlt und gekauft würden. Auch Programme wie der Open Technology Fund (OTF), der beispielsweise das Tor-Projekt unterstützt, seien betroffen.

Ebenfalls bereite ihm Sorge, wie in den Medien ständig über angebliche Hackerangriffe aus Staaten wie Russland, China, Nordkorea oder Iran berichtet werde. Dabei sei es kein Problem für die CIA, Angriffe so umzuleiten, dass sie als "False-Flag-Operation" anderen Staaten attribuiert werden könnten. Die Medien seien inzwischen so "vergiftet" worden, dass darin bestimmten Gruppen die Angriffe auf IT oder Parlamente zugeschrieben würden. Der Hackercommunity habe diesen Entwicklungen nicht genügend Aufmerksamkeit gewidmet, so dass durch solche Attributionen in den Medien sogar kriegerische Auseinandersetzungen zwischen den Staaten möglich werden könnten.

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 Andy Müller-Maguhn: Peinliche Details zur Assange-Überwachung enthüllt
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Fakula 03. Jan 2022 / Themenstart

Ich sitze hier und lese solche Artikel. Ich _weiß_ das hier mal eben Sämtliche Rechte...

ibsi 03. Jan 2022 / Themenstart

https://lagedernation.org/podcast/ldn176-thueringen-wahl-trump-lesbos-assange-folter...

kollege 03. Jan 2022 / Themenstart

Wie viele Kriegsverbrecher hat er auf dem Gewissen, indem er sie vor den Feinden...

jones1024 02. Jan 2022 / Themenstart

Ich bin mir nicht sicher, ob unsere Young Leader ein offenes Ohr für Probleme haben, die...

Jalousie 01. Jan 2022 / Themenstart

Gibt ja anscheinend diverse Fälle geheimdienstlicher Tätigkeit, bei denen Grenzen der...

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