Anduril Thunder: Autonomer Kampfhubschrauber soll extrem tief fliegen können
Anduril Industries hat den autonomen Kampfhubschrauber Thunder vorgestellt(öffnet im neuen Fenster). Das System soll künftig zusammen mit bemannten Angriffs- und Transporthubschraubern in Kampfzonen mit niedriger Flughöhe eingesetzt werden.
Anduril begründete die Entwicklung mit veränderten Bedingungen im Krieg. Drohnen, Loitering Munition und günstige Luftabwehrsysteme hätten Angriffe mit klassischen Kampfhubschraubern deutlich riskanter gemacht.
Technisch setzt Thunder auf ein Kipprotorkonzept. Das Fluggerät startet und landet senkrecht, fliegt vorwärts jedoch eher wie ein Starrflügler. Damit kommt Thunder ohne Startbahn aus und erreicht laut Anduril eine größere Reichweite als klassische Hubschrauber.
Die Plattform basiert auf einer gemeinsam mit Archer Aviation entwickelten Kipprotortechnologie aus dem zivilen Bereich der Elektroluftfahrt. Ein Hybridelektroantrieb soll Reichweite und Flugdauer zusätzlich erhöhen.
Wie soll der Einsatz funktionieren? – Schwarm statt Solopilot
Thunder kann je nach Mission unterschiedliche Nutzlasten tragen, darunter Präzisionsmunition, Raketen, Elektronik zur elektronischen Kampfführung sowie Systeme zur Drohnenabwehr. Im Hauptwaffenschacht sind gelenkte oder ungelenkte Raketen vorgesehen, ein separater Schacht im Bug nimmt Antidrohnensysteme auf.
Zentral ist das Teaming-Konzept. Mehrere Thunder-Einheiten sollen gemeinsam mit einem einzigen bemannten Hubschrauber operieren. Anduril nannte als Beispiel drei Thunder-Systeme im Verbund mit einem Apache.
Gesteuert werden die Autonomiefunktionen über Andurils Software Lattice. Diese übernimmt laut Unternehmen Formationsflug, Routenplanung und die Abstimmung mit bemannten Maschinen. Zusätzliche Sensorik soll Thunder auch dann navigierbar halten, wenn GPS oder Kommunikation gestört oder ausgefallen sind.
Der Erstflug von Thunder selbst ist jedoch erst für 2027 geplant. Die Ankündigung reiht sich in einen breiteren Trend ein. Mehrere Rüstungskonzerne arbeiten derzeit an unbemannten Systemen, die gemeinsam mit bemannten Maschinen fliegen sollen.
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