Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Anduril Chromatic: Gameboy aus Kampfdrohnen-Metall führt zu Kontroversen

Palmer Luckeys Gaming-Firma Modretro bringt eine limitierte Game-Boy-Variante aus Aluminium auf den Markt, das in Kamikazedrohnen verwendet wird.
/ Michael Linden
2 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Modretro Anduril Chromatic (Bild: ModRetro)
Modretro Anduril Chromatic Bild: ModRetro

Palmer Luckeys Gaming-Firma Modretro bringt eine limitierte Game-Boy-Variante aus Kamikaze-Drohnen-Aluminium auf den Markt. Die Anduril Chromatic(öffnet im neuen Fenster) nutzt dieselbe Metall-Legierung wie die Kamikazedrohnen seines Rüstungskonzerns Anduril – und das erregt heftige Kritik in der Gaming-Community.

Modretro, die Retro-Gaming-Firma von Oculus-Gründer Palmer Luckey, hat eine Sonderedition ihrer Handheld-Konsole vorgestellt, die aus Materialien gefertigt wird, die normalerweise in militärischen Anwendungen zum Einsatz kommen. Das Gerät namens Anduril Chromatic verwendet die gleiche Magnesium-Aluminium-Legierung, die in der Loitering Munition von Luckeys Rüstungsfirma Anduril Industries verbaut wird.

Das 349,99 US-Dollar teure Bundle enthält die Handheld-Konsole, einen Porta-Pro-Kopfhörer und einen Anhänger mit Anduril-Logo. Laut Produktbeschreibung bietet das Gerät"Leistung und Zuverlässigkeit unter allen Bedingungen". Das Marketing suggeriert, dass diese Bauweise für extreme Umgebungen geeignet sei.

Der Chromatic-Handheld ist laut Hersteller vollständig kompatibel mit originalen Game-Boy- und Game-Boy-Color-Cartridges. Für Multiplayer-Sessions bietet Modretro ein Link-Kabel an. Die Konsole kann wahlweise mit AA-Batterien oder einem wiederaufladbaren Akku-Modul betrieben werden.

Ein USB-C-Anschluss ermöglicht natives Videostreaming direkt zu Mac oder PC. Der Handheld bietet zudem eine Passthrough-Ladefunktion, so dass sie im Netzbetrieb ohne Batterien genutzt werden kann.

Luckey, der Oculus VR mitgegründet hatte, bevor er das Unternehmen verließ, stellte den Modretro Chromatic erstmals 2024 vor. Er beschrieb ihn als Hommage an Nintendos Game Boy, konzipiert für Spiele aus jener Ära.

Kritik aus der Gaming-Szene

Die Ankündigung hat Kritik von Gaming-Historikern und Enthusiasten ausgelöst(öffnet im neuen Fenster). Mehrere Stimmen(öffnet im neuen Fenster) aus der Retro-Gaming-Community hinterfragen die Aktion, Unterhaltungsprodukte über Assoziationen mit Militärhardware zu vermarkten.

Die Verbindung zwischen Videospielen und militärischen Institutionen ist nicht neu. Das Militär nutzte bereits Gaming-Plattformen und Streamingdienste für Rekrutierungszwecke, insbesondere um jüngere Zielgruppen anzusprechen. Die direkte Fertigung von Gaming-Geräten aus Drohnenkomponenten stellt jedoch einen anderen Ansatz dar.

Modretro veröffentlichte bisher weder Produktionszahlen für die limitierte Edition noch detaillierte stellt das Unternehmen Vergleiche zwischen Standard- und Militärversion bereit.


Relevante Themen