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Andrus Nomm: Ein Programmierer ist der erste Megaupload-Verurteilte

Einer der Chefprogrammierer von Megaupload ist in den USA zu einem Jahr Haft verurteilt worden. Er habe sich freiwillig gestellt, weil er seinen Sohn nicht sehen konnte.
/ Achim Sawall
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Server bei Leaseweb, einem der Hoster von Megaupload (Bild: Leaseweb)
Server bei Leaseweb, einem der Hoster von Megaupload Bild: Leaseweb

Der Programmierer Andrus Nomm hat sich schuldig bekannt, als früherer Beschäftigter bei Megaupload Urheberrechtsverletzungen begangen zu haben. Das berichtet das Onlinemagazin Torrentfreak(öffnet im neuen Fenster) . Nomm wurde vor einigen Tagen in den USA verhaftet. Er tritt eine Gefängnisstrafe von einem Jahr an.

Der 36-jährige Programmierer hatte in den Niederlanden gelebt und stand vor einem Termin für eine Anhörung zu seiner Auslieferung, wurde aber in Alexandria im US-Bundesstaat Virginia festgenommen.

Nomm soll als Head of the Development von Megaupload Software im Jahr 2010 ein Gehalt von 100.000 US-Dollar erhalten haben. Laut Angaben des Kim-Dotcom-Anwalts Ira Rothken sei der estnische Staatsbürger in den Niederlanden in Geldschwierigkeiten gewesen, habe seinen Sohn nicht besuchen können und sei damit von den US-Strafverfolgungsbehörden unter Druck gesetzt worden.

Nomm habe laut den US-Behörden(öffnet im neuen Fenster) davon gewusst, dass bei Megaupload illegale Kopien von Filmen und Fernsehserien aus den USA gespeichert wurden. Nomm habe auch zugegeben, selbst Material von Megaupload heruntergeladen zu haben, das das Urheberrecht verletzt habe.

Kim Dotcom twitterte(öffnet im neuen Fenster) , dass hier ein unschuldiger Programmierer drei Jahre lang von der US-Staatsanwaltschaft unter Druck gesetzt worden sei. "Ich habe nichts als Mitgefühl und Verständnis für Andrus Nomm und ich hoffe, dass er bald wieder mit seinem Sohn vereint sein wird."

Im April 2014 verklagten die sechs Hollywood-Studios 20th Century Fox, Disney, Paramount, Universal, Columbia Pictures und Warner Bros. im US-Bundesstaat Virginia die ehemaligen Betreiber von Megaupload auf Schadensersatz und zwangen Dotcom, sein Vermögen offenzulegen.

Wegen des Vorwurfs schwerer Urheberrechtsverletzungen war Megaupload auf Betreiben des US-Justizministeriums Anfang 2012 geschlossen worden. Dotcom und vier seiner Mitarbeiter wurden verhaftet, seine Villa wurde durchsucht, Rechner und Speicher wurden beschlagnahmt.


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