Android: Tausende Apps akzeptieren gefälschte Zertifikate

Die Schwachstelle ist seit einem halben Jahr bekannt, doch noch immer können Tausende Android-Apps mit gefälschten Zertifikaten überlistet werden, verschlüsselte Verbindungen aufzubauen. Über diese können Zugangsdaten abgegriffen werden.

Artikel veröffentlicht am ,
Durch gefälschte Zertifikate können Android-Apps verschlüsselte Verbindungen aufbauen, die abgegriffen werden können.
Durch gefälschte Zertifikate können Android-Apps verschlüsselte Verbindungen aufbauen, die abgegriffen werden können. (Bild: Sam Bowne/City College San Francisco)

Mit gefälschten TLS-Zertifikaten können weiterhin zahlreiche Android-Apps dazu gebracht werden, verschlüsselte Verbindungen mit Servern von Cyberkriminellen aufzubauen. Bereits im September 2014 wurden die Entwickler der Apps durch das CERT (Computer Emergency Response Team) der Carnegie Mellon Universität informiert, das die Schwachstelle damals in mehr als 23.000 Apps feststellte. Eine Nachuntersuchung durch das City College in San Francisco ergab jetzt, dass sie in vielen populären Anwendungen immer noch enthalten ist. Von einem ähnlichen Fehler sind auch zahlreiche Apps für iOS betroffen.

Stellenmarkt
  1. Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in (w/m/d) im Referat "Register für Unternehmensbasisdaten"
    Statistisches Bundesamt, Bonn
  2. Solution Adoption Manager (m/f/d) SAP Treasury
    Vorwerk Services GmbH, Wuppertal
Detailsuche

Das Problem: Anders als im Browser, der Anwender vor möglicherweise gefälschten Verbindungen warnt, akzeptieren die betroffenen Apps solche Zertifikate ungefragt und stellen eine verschlüsselte Verbindung her, die Angreifer abfangen können. Über solche Man-in-the-Middle-Angriffe können Dritte Zugangsdaten abgreifen, die Anwender in der verwundbaren App eingeben.

Populäre Apps sind noch betroffen

Laut der jüngsten Untersuchung sind auch Apps betroffen, die mehrere Millionen Downloads über Googles offiziellen Play Store vermelden, darunter Picsart Photo Studio, das Konten mit Logins über Facebook-, Twitter- und Google+-Konten erlaubt, oder der Astro File Manager, über den sich Verbindungen mit Cloud-Diensten wie Microsofts Ondrive herstellen lassen.

Sam Bowne ließ seine Studenten am City College mehrere Apps aus der CERT-Liste untersuchen, nachdem er selbst festgestellt hatte, dass die Applikation Snap Secure anfällig für gefälschte Zertifikate war. Snap Secure verspricht sichere Backups von Kontaktdaten und soll Eltern ermöglichen, ihre Kinder zu überwachen, indem Standortdaten übermittelt und die Eltern über geführte Telefonate und versendete SMS informiert werden. Für seine Experimente nutzte Bowne die frei erhältliche Software-Sammlung Burp, mit der sich Web-Applikationen auf Sicherheit testen lassen.

Golem Akademie
  1. Microsoft 365 Security Workshop
    27.-29. Oktober 2021, Online
  2. Penetration Testing Fundamentals
    23.-24. September 2021, online
  3. IT-Fachseminare der Golem Akademie
    Live-Workshops zu Schlüsselqualifikationen
Weitere IT-Trainings

Erst kürzlich hatte Google seinen Jahresbericht zur Sicherheit von Apps für Android veröffentlicht. Darin wird auch die genannte Schwachstelle erwähnt. Demnach wurde sie in mehr als 25.000 Apps bereits behoben.

Ähnliche Schwachstelle in iOS-Apps

Auch Tausende Apps für iOS sind von einer ähnlichen Schwachstelle betroffen. Sie alle nutzen eine fehlerhafte Implementation der Bibliothek AFNetworking, die inzwischen aber behoben wurde. AFNetworking vor Version 2.5.3 versäumt es, den Domainnamen in einem gültigen Zertifikat zu überprüfen. Angreifer könnten den verschlüsselten Datenverkehr damit auf eine eigene Domain umleiten, sofern die App keine zusätzlichen Schutzmaßnahmen einsetzt, etwa das Certificate-Pinning. Das IT-Sicherheitsunternehmen SourceDNA, das die Schwachstelle entdeckte, hat ein kostenloses Werkzeug bereitgestellt, mit dem der Fehler gefunden werden kann.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Mozilla
Firefox verliert 20 Prozent Nutzer in zweieinhalb Jahren

Die offiziellen Nutzer-Statistiken des Firefox-Browsers sehen für Mozilla nicht gut aus. Immerhin wird der Browser intensiver genutzt.

Mozilla: Firefox verliert 20 Prozent Nutzer in zweieinhalb Jahren
Artikel
  1. Google, Mozilla, Telegram: Youtube schaltet testweise für 7 Euro die Werbung ab
    Google, Mozilla, Telegram
    Youtube schaltet testweise für 7 Euro die Werbung ab

    Sonst noch was? Was am 2. August 2021 neben den großen Meldungen sonst noch passiert ist, in aller Kürze.

  2. Dice: Mietserver für Battlefield 2042 möglicherweise später
    Dice
    Mietserver für Battlefield 2042 möglicherweise später

    Zum Start von Battlefield 2042 wird es keine RSP-Mietserver geben. Dennoch sollen Spieler eigene private Partien eröffnen können.

  3. Astronomie: Flüssiges Wasser auf dem Mars war wieder ein Irrtum
    Astronomie
    Flüssiges Wasser auf dem Mars war wieder ein Irrtum

    Unter der südlichen Polkappe des Mars sollte es flüssiges Wasser geben. Spekulationen über Seen mit Leben waren aber voreilig.

Jasmin26 30. Apr 2015

das ist mir doch vollkommen klar, "meine" schreibe dient auch nur als Beispiel um zu...

nykiel.marek 29. Apr 2015

Google hat Sicherheitslücken in Fremdsoftware Microsoft angelastet? Oder wie soll man...

gaym0r 29. Apr 2015

Hätte bereits der Spiegel berichtet.



Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • Samsung Galaxy Vorbesteller-Aktion • Speicherwoche bei Media Markt • Samsung Odyssey G5 (34 Zoll, 165 Hz) 399€ • 15% auf Xiaomi-Technik • McAfee Total Protection ab 15,99€ • Saturn: 1 Produkt zahlen, 2 erhalten • Final Fantasy VII HD Remake PS4 25,64€ [Werbung]
    •  /