Abo
  • Services:

Android-Schwachstelle: Bösartige Apps können unberechtigt telefonieren

Über eine Schwachstelle in Android können Apps Telefonverbindungen aufbauen oder bestehende kappen. Außerdem können sie USSD-Codes ausführen.

Artikel veröffentlicht am ,
Über eine Schwachstelle in Android können Apps unerlaubt auf die Telefonfunktion zugreifen.
Über eine Schwachstelle in Android können Apps unerlaubt auf die Telefonfunktion zugreifen. (Bild: Curesec)

Das Berliner Sicherheitsunternehmen Curesec hat eine weitere Schwachstelle in Googles Android-Betriebssystem entdeckt. Darüber können bösartige Apps Telefonverbindungen aufbauen oder abbrechen. Außerdem können sie auch ohne Berechtigungen sogenannte USSD-Codes ausführen, die unter anderem tief ins System eingreifen können. Nach Recherchen Curesecs sind sämtliche Versionen von 4.1.1 bis einschließlich 4.4.2 betroffen.

Stellenmarkt
  1. Statistisches Bundesamt, Wiesbaden
  2. Pfennigparade SIGMETA GmbH, München

Die Schwachstelle beruht auf zu lockeren Berechtigungen in der Klasse NotificationBroadcastReceiver. Generell haben Apps die Berechtigung, auf die Funktionen ACTION_HANG_UP_ONGOING_CALL und ACTION_CALL_BACK_FROM_NOTIFICATION zuzugreifen. Letzterer ruft die Funktion ACTION_CALL_PRIVILEGED auf, die es ermöglicht, eine Telefonverbindung aufzubauen. Zwar bekomme der Besitzer des Smartphones zumindest angezeigt, wenn eine App versuche zu telefonieren. Allerdings könne die bösartige App beispielsweise so programmiert werden, dass sie Verbindungen in den Nachtstunden aufbaut, gibt Marco Lux zu bedenken, der zusammen mit Pedro Umbelino die Schwachstelle untersucht hat. Über die Funktion ACTION_SEND_SMS_FROM_NOTIFICATION könnte eine App auch SMS versenden. Hier müsse der Benutzer aber selbst eingreifen, daher sei diese Schwachstelle am wenigsten interessant.

Zugriff auf USSDs

Über die Schwachstelle können Apps auch USSDs - die internen Systembefehle unter Android - über die Telefonfunktion auslösen, deren Ausführung normalerweise per Eingabetaste bestätigt werden muss. Dadurch könnte eine App Zugriff auf tiefgreifende Funktionen eines Smartphones erhalten, selbst auf die SIM-Karte. Hier gebe es noch einigen Recherchebedarf, sagte Lux. Noch sei unklar, welche Codes tatsächlich funktionieren und welche nicht. Beispielsweise konnten die Sicherheitsforscher über den Bug die IMEI nicht auslesen. Auch seien die Codes teils hersteller- und providerabhängig, gibt Lux zu bedenken. Tatsächlich könnte der unkontrollierte Zugriff auf die USSDs noch schwerwiegendere Folgen für den Benutzer haben als nur den unerlaubten Aufbau einer kostenpflichtigen Telefonverbindung.

Cureces hatte Google bereits Ende Oktober 2013 über die Schwachstelle informiert. Ende Januar berichtete Google, dass ein Patch erarbeitet sei und integriert werden würde. Laut Curesec sei der Fehler jedoch lediglich in den aktuelleren Versionen 4.4.3 und 4.4.4 von Android behoben. In den anderen Versionen bestehe er weiterhin. Deshalb habe sich Curesec entschlossen, den Fehler (CVE-2013-6272) publik zu machen.

Kein Schutz möglich

Der Anwender könne gegen die Schwachstelle nichts tun, sagte Lux zu Golem.de. Selbst eine Überprüfung der Berechtigungen einer App hilft nichts, da der Bug einen unberechtigten Zugang zur Telefonfunktion ermögliche. Es gebe auch keine Werkzeuge, mit denen solche Berechtigungen für einzelne Apps gesperrt werden können. Google könne zwar Apps im Play Store daraufhin untersuchen, ob sie diese Schwachstelle ausnutzen, das sei aber ein kompliziertes Verfahren, sagte Lux Golem.de.

Curesec hat zu dem Fehler ein Proof-of-Concept veröffentlicht. In einer App lässt sich die Schwachstelle überprüfen.



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. 3 Blu-rays für 15€, 2 Neuheiten für 15€)
  2. (u. a. Logan, John Wick, Alien Covenant, Planet der Affen Survival)

Demon666 10. Jul 2014

Wäre es nicht sinnvoll - gerade da die Koryphäen wie Leutheusser-Schnarrenberger, Schaar...

Lala Satalin... 10. Jul 2014

Welches HTC One ist das? M7 oder M8? Wenn schon, dann bitte präzise!


Folgen Sie uns
       


Red Dead Redemption 2 - Golem.de live

Wir reden gemeinsam mit unserer Community über das große Spiel 2018, Red Dead Redemption 2, nach dem Test.

Red Dead Redemption 2 - Golem.de live Video aufrufen
Yuneec H520: 3D-Modell aus der Drohne
Yuneec H520
3D-Modell aus der Drohne

Multikopter werden zunehmend auch kommerziell verwendet. Vor allem machen die Drohnen Luftbilder und Inspektionsflüge und vermessen. Wir haben in der Praxis getestet, wie gut das mit dem Yuneec H520 funktioniert.
Von Dirk Koller


    Mars Insight: Nasa hofft auf Langeweile auf dem Mars
    Mars Insight
    Nasa hofft auf Langeweile auf dem Mars

    Bei der Frage, wie es im Inneren des Mars aussieht, kann eine Raumsonde keine spektakuläre Landschaft gebrauchen. Eine möglichst langweilige Sandwüste wäre den beteiligten Wissenschaftlern am liebsten. Der Nasa-Livestream zeigte ab 20 Uhr MEZ, dass die Suche nach der perfekten Langeweile tatsächlich gelang.

    1. Astronomie Flüssiges Wasser auf dem Mars war Messfehler
    2. Mars Die Nasa gibt den Rover nicht auf
    3. Raumfahrt Terraforming des Mars ist mit heutiger Technik nicht möglich

    Drahtlos-Headsets im Test: Ohne Kabel spielt sich's angenehmer
    Drahtlos-Headsets im Test
    Ohne Kabel spielt sich's angenehmer

    Sie nerven und verdrehen sich in den Rollen unseres Stuhls: Kabel sind gerade bei Headsets eine Plage. Doch gibt es so viele Produkte, die darauf verzichten können. Wir testen das Alienware AW988, das Audeze Mobius, das Hyperx Cloud Flight und das Razer Nari Ultimate - und haben einen Favoriten.
    Ein Test von Oliver Nickel

    1. Sieben Bluetooth-Ohrstöpsel im Test Jabra zeigt Apple, was den Airpods fehlt
    2. Ticpods Free Airpods-Konkurrenten mit Touchbedienung kosten 80 Euro
    3. Bluetooth-Ohrstöpsel im Vergleichstest Apples Airpods lassen hören und staunen

      •  /