Android: Neue Vorwürfe wegen unbemerkter Standortübermittlung

Eine Studie behauptet, dass Android-Smartphones Hunderte Male am Tag unbemerkt Ortungsdaten an Google übermitteln. Das Unternehmen widerspricht, während in San Francisco in einem anderen Fall eine Sammelklage wegen Verletzung der Privatsphäre eingereicht wurde.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Android soll unbemerkt Standorte an Google übermittelt haben.
Android soll unbemerkt Standorte an Google übermittelt haben. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)

Google sieht sich Vorwürfen ausgesetzt, der Internetkonzern sammele mit seinem mobilen Betriebssystem Android übermäßig Daten über Smartphones. So behauptet eine am 21. August 2018 veröffentlichte Studie unter anderem, dass selbst ein nicht bewegtes Android-Telefon mit im Hintergrund aktivem Chrome-Webbrowser innerhalb von 24 Stunden 340-mal Ortungsdaten an Google übermittelt habe.

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Auch habe die Analyse ergeben, dass Google anonymisiert erhobene Informationen mit persönlichen Daten von Nutzern verknüpfen könne, erklärte Professor Douglas Schmidt von der Vanderbilt University. Ein Google-Sprecher kritisierte beim TV-Sender CNN, die Studie enthalte stark irreführende Informationen.

Google widerspricht der Studie

Sie sei von einer Lobbygruppe in Auftrag gegeben und von einem Wissenschaftler geschrieben worden, der im Gerichtsverfahren zwischen Google und Oracle als Zeuge des Geschäftssoftware-Spezialisten aufgetreten sei. Die Untersuchung war von der Verlegerorganisation Digital Content Next veröffentlicht worden.

Google hatte bereits Mitte August 2018 seine eigenen Angaben zur Sammlung von Ortungsdaten präzisiert. Ursprünglich entstand der Eindruck, dass keine Ortungsdaten mehr gesammelt würden, wenn die Funktion "Standortverlauf" deaktiviert wird. Nun heißt es, dass durch andere Dienste wie Suche oder Karten auch dann noch weiterhin Ortungsdaten bei Google landen könnten.

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Die Änderung fiel mit einem entsprechenden Bericht der US-Nachrichtenagentur AP zusammen. Die Datenschutzorganisation Epic wies die Aufsichtsbehörde FTC deshalb darauf hin, dass Google aus ihrer Sicht Datenschutzauflagen aus dem Jahr 2011 verletzt habe und forderte Konsequenzen.

Mögliche Sammelklage gegen Google eingereicht

Am 17. August 2018 wurde deswegen zudem eine potenzielle Sammelklage gegen Google am Bundesgericht in San Francisco eingereicht. Darin wird dem Unternehmen Irreführung und Verletzung der Privatsphäre von Nutzern vorgeworfen, weil gegen deren Willen Standortdaten ermittelt und abgespeichert werden. Google hat nun 21 Tage Zeit, auf die Anschuldigungen zu reagieren. Hinter der Klage steht die Kanzlei Lieff Cabraser Heimann & Bernstein, die bereits anderen Großkonzernen wie etwa Volkswagen im "Dieselgate"-Skandal zu schaffen machte.

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