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Android-Launcher: Facebook Home ist ein Rohrkrepierer

Nur 0,05 Prozent der 1 Milliarde Facebook-Nutzer haben sich den alternativen Android-Launcher Home aus dem Google Play Store heruntergeladen. Nur ein Bruchteil davon dürfte die Anwendung nutzen. Schuld daran ist Facebook selbst.

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Facebook Home auf einem Android-Smartphone
Facebook Home auf einem Android-Smartphone (Bild: Justin Sullivan/Getty Images)

Mehr als 500.000 Downloads hat Facebooks alternativer Android-Launcher Home im Play Store von Google. Das ist nicht an sich ein schlechtes Ergebnis für eine Anwendung, die erst seit zwei Wochen erhältlich ist, aber doch für Facebook, das nach eigenen Angaben über 1 Milliarde aktive Nutzer hat. Es gibt keine Zahlen darüber, wie viele der 0,05 Prozent der Facebook-Nutzer die App installiert und tatsächlich behalten haben. Viele dürften es aber nicht sein, die Bewertungen im Play Store sind schlecht.

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Schuld an den geringen Downloadzahlen und der Unzufriedenheit ist in erster Linie das Unternehmen selbst. Das hat bei der Entwicklung der Anwendung automatisch seine Nutzerzahlen limitiert, indem es den Launcher nur auf fünf Geräten erlaubt. Installiert werden kann die Anwendung offiziell nur auf dem Galaxy S3 und dem Galaxy Note 2 von Samsung sowie auf den HTC-Modellen One, One X und One X Plus.

Das Wetter-Widget ist weg

Außerdem ist der Launcher unausgereift. Nutzer beschweren sich im Play Store über fehlende Widgets. Ein Nutzer mit dem Pseudonym Rainer Zufall schreibt: "Schlecht ist, dass die Sperrfunktion weg ist, sowie das Wetter-Widget und dass die Statusmeldungen zeitlich sehr durcheinander angezeigt werden."

Andere Kommentare sind ähnlich kritisch. "Es ist umständlich geworden, seine Programme aufzurufen, Ladezeiten sind extrem, erhöhter Akkuverbrauch, keinerlei Einstellmöglichkeiten und ohne Internetverbindung geht quasi gar nichts", schreibt Nutzer Marcus Hula.

Von über 11.000 Nutzerbewertungen gibt es nicht einmal 2.000, bei denen die Anwendung die beste Note (5 Sterne) erhält. Das schlechteste Ergebnis im Play Store ist ein Stern. Der wurde fast 6.000-mal für Facebook Home vergeben.

Facebook Home ersetzt den Sperr- und Startbildschirm

Facebook hat seine Anwendung Home Anfang April vorgestellt. Seit dem 12. April ist die App im Google Play Store erhältlich - zuerst nur in den USA, ein paar Tage später auch in anderen Ländern wie Deutschland. Bei Facebook Home sind keine Android-typischen Icons mehr zu sehen, sondern Statusnachrichten und Bilder von Freunden aus dem sozialen Netzwerk, die sofort kommentiert und mit dem Like-Button bewertet werden können.

Wenn das Smartphone eingeschaltet wird, ist der sogenannte Cover Feed zu sehen, der den bisherigen Sperr- und Startbildschirm ersetzt.

Neue Versionen könnten Fehler beseitigen

Da das Unternehmen jeden Monat eine neue Version seiner Software veröffentlichen will, dürften einige der Fehlfunktionen mit den nächsten Versionen zwar beseitigt werden, aber der Hauptkritikpunkt bleibt: Wenige wollen Facebook omnipräsent auf ihrem Smartphone haben, außer vielleicht ein paar jugendlichen Nutzern, die sowieso den ganzen Tag auf dem Netzwerk verbringen.

Nutzerin Sabine Y. Gabbert schreibt: "Wenn ich diese App installiert habe, sehe ich nur noch Facebook, wenn das Handy an ist. Als Wechselbildschirm 'ne Idee, als ganzheitliche Lösung ein No-Go! Ich lebe nicht nur für Facebook!" Auch Marek Hellmich schreibt: "Wem soll's denn schon gefallen, wenn man ein Smartphone einschaltet und alles Facebook ist."

Facebook selbst sieht sein Home anders. "Wir bauen keine Smartphones und entwickeln kein Betriebssystem", betonte Unternehmenschef Mark Zuckerberg bei dessen Vorstellung. Android- und Facebook-Nutzer und auch einige Medien berichteten jedoch kritisch darüber, dass Facebook Home aus Nutzersicht eben doch wie ein anderes Betriebssystem wirkt.

Techcrunch schrieb: "Wenn Home die technische Lösung für Jugendliche sein kann, um noch mehr Informationen zu teilen, werden sie in Scharen zu Facebook strömen und damit dem sozialen Netzwerk einen außerordentlichen Datensatz menschlicher Konversation zur Verfügung stellen."

Zumindest hier gibt es Entwarnung: Laut den Downloadzahlen von Facebook Home im Play Store von Google kann von "in Scharen zu Facebook strömen" derzeit nicht die Rede sein.



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