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Android L Preview: Google zeigt neue Android-Version

Google zeigt erste Neuerungen der kommenden Hauptversion von Android . Es gibt eine neue Bedienoberfläche, verbesserte Benachrichtigungen, neue Sicherheitsfunktionen und ein neues Referenzdesign für Smartphones.
/ Ingo Pakalski , Tobias Költzsch
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Android L auf der Google I/O (Bild: Stephen Lam/Getty Images)
Android L auf der Google I/O Bild: Stephen Lam/Getty Images

Android L Preview ist das Schlagwort auf der diesjährigen Google I/O. Es ist eine Vorabversion der kommenden Hauptversion von Android, die voraussichtlich im Herbst 2014 erscheinen wird. Für Entwickler will Google im Laufe des Tages passende Tools und Images für Nexus-Geräte zur Verfügung stellen.

Google zeigt das Design von Android L Preview
Google zeigt das Design von Android L Preview (06:45)

Die kommende Android-Version erhält mit Material Design ein neues Aussehen. Die neuen Designrichtlinien sollen zu einer Vereinheitlichung von Apps unterschiedlicher Systeme führen – Android, Desktop, Chrome OS. Kern des neuen Designs sind stufenlose Übergänge zwischen App-Bildschirmen, optisch reagierende Schaltflächen und perspektivische Effekte durch unterschiedliche virtuelle Höhen der App-Elemente.

Interne Verbesserungen von Android L Preview
Interne Verbesserungen von Android L Preview (08:10)

Wie Material Design aussieht, können Nutzer heute bereits anhand der Google-Plus-App sehen. Hier verschieben sich Elemente wie die Kopfzeile, wenn der Nutzer nach oben scrollt. Die verschiedenen App-Elemente sind gleichmäßig angeordnet. Dieses Design wird in der kommenden Android-Version für alle anderen System-Apps übernommen – bei der Präsentation wurde dies an der Telefon-App gezeigt.

Verbesserte Benachrichtigungen

In der kommenden Android-Version werden Benachrichtigungen direkt auf dem Sperrbildschirm angezeigt. Android analysiert die Benachrichtigungen und ordnet sie nach Wichtigkeit an. Wischt der Nutzer nach unten, werden alle Meldungen angezeigt. Ein Doppelklick auf eine Benachrichtigung öffnet die jeweilige App.

Smartphone-Referenz-Design von Google

Neu ist auch die Möglichkeit, Benachrichtigungen nicht nur in der Statuszeile anzeigen zu lassen, sondern wie bei Windows Phone auch als eingeblendete Nachricht am oberen Bildschirmrand. Mit dieser kann der Nutzer entweder interagieren, beispielsweise einen Anruf annehmen, oder sie wegwischen. Das Konzept ist vergleichbar mit der Hover-Funktion von Paranoid Android und war ähnlich bereits in WebOS zu finden.

In der kommenden Android-Version wird die in Android 4.4 alias Kitkat als experimentell eingeführte Runtime Art (Android Runtime) zum Standard erhoben. Damit wird die bisherige Runtime Dalvik abgeschafft. Art bietet laut Google deutliche Vorteile in der Leistungsfähigkeit, beispielsweise durch eine bessere Arbeitsspeicherverwaltung. Zudem werden 64-Bit-SoCs unterstützt, die eine höhere RAM-Bestückung ermöglichen.

Smartwatch ändert Sperrbildschirm-Verhalten

Mit der nächsten Android-Hauptversion wird es möglich sein, eine Smartwatch zur Autorisierung zu verwenden. Befindet sich das Smartphone in Bluetooth-Reichweite, erscheint beim Einschalten des Smartphones keine Kennwort-Abfrage: Der Nutzer kann direkt auf das Smartphone zugreifen, weil er sich mit seiner Smartwatch entsprechend identifiziert hat.

Ist das Smartphone hingegen nicht mit der Smartwatch verbunden, erscheint die eingestellte Kennwortabfrage, und erst wenn dieses korrekt eingegeben wurde, ist ein Zugriff auf das Gerät möglich.

Für eine verbesserte Sicherheit will Google Sicherheits-Patches künftig über die Play-Dienste verteilen. Für eine Beseitigung einer Sicherheitslücke wird also keine neue Firmware mehr nötig sein. Damit will Google das Problem in den Griff bekommen, dass aufgrund der hohen Fragmentierung viele Android-Geräte mit existierenden Sicherheitslücken benutzt werden.

Android One – Smartphone-Referenzdesign

Google hat zudem mit Android One ein Referenzdesign für Smartphones vorgestellt. Hersteller sollen so preisgünstig neue Smartphones entwickeln können. Die One-Modelle werden direkt von Google mit neuen Android-Versionen versorgt. Mit diesem Schritt will Google erreichen, dass sich mehr Menschen ein Android-Smartphone leisten können.

Zunächst ist ein von Micromax stammendes Smartphone geplant, das im Herbst 2014 für unter 100 US-Dollar auf dem indischen Markt verkauft werden soll. Dafür gibt es ein Smartphone mit 4,5-Zoll-Touchscreen, Dual-SIM-Unterstützung, Micro-SD-Card-Steckplatz und einem UKW-Radio. Auf den Smartphones soll die gleiche Android-Version laufen, wie auf den Nexus-Modellen von Google. Demnach sollten die One-Modelle ebenfalls frühzeitig neue Android-Versionen erhalten.


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