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Android L: Das L steht für Lollipop

Google hat Android 5.0 alias Lollipop vorgestellt. Die neue Android -Hauptversion bringt ein flaches Design und einige sinnvolle Verbesserungen.
/ Sebastian Wochnik , Ingo Pakalski
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Android L auf einem Nexus 7 mit neu gestalteten Navigationstasten (Bild: Yuri Samoilov/Flickr/CC BY 2.0)
Android L auf einem Nexus 7 mit neu gestalteten Navigationstasten Bild: Yuri Samoilov/Flickr/CC BY 2.0

Nach viel Wartezeit hat Google am 15. Oktober die neue Android-Version in allen Details vorgestellt(öffnet im neuen Fenster) . Ende Juni 2014 hatte Google erstmals eine Developer Preview der neuen Hauptversion des Betriebssystems unter dem Namen Android L für das Nexus 5 und das Nexus 7 (2013) zur Verfügung gestellt. Seit unserem Test im Juli 2014 sind ein paar Neuerungen dazu gekommen.

Google Android L – Test
Google Android L – Test (02:15)

Die neue Hauptversion hat die Versionsnummer 5.0 und trägt den Namen Lollipop. Im Vorfeld wurde vermutet, dass das L für Lemon Meringue Pie stehen würde.

Mit Android 5.0 will Google die Verzahnung zwischen Smartphones und Tablets weiter voranbringen. Wenn ein Nutzer sich etwa Fotos ansieht, könne er dies am Smartphone beginnen und am Tablet fortsetzen, verspricht Google. Aber auch bei Liedern soll es möglich sein, auf einem anderen Gerät weiterzuhören. Zudem werden die letzten Suchanfragen zwischen den Geräten synchronisiert.

Lollipop hat eine komplett neue Optik, das sogenannte Material Design. Es ist flacher und wirkt moderner – damit erinnert es immer mehr an Google Now . Damit will Google die Bedienung von Android-Geräten stärker als bisher vereinheitlichen.

Neu gestaltete Navigationstasten

Charakteristisch für die neue Android-Version sind die Navigationstasten am unteren Bildschirmrand. Aus dem Haus-Symbol ist ein Kreis geworden, der Zurück-Button hat jetzt die Form eines nach links weisenden Dreiecks und das Icon für die Task-Übersicht ist ein Quadrat.

Auffällig ist auch der komplett überarbeitete Sperrbildschirm, der neue interaktive Benachrichtigungen kennt. Dabei orientiert sich die Optik an dem Kartendesign aus Google Now. Die neuen Bedienungsmöglichkeiten stehen nur dann zur Verfügung, wenn für den Sperrbildschirm keine Sperre eingerichtet ist. Ansonsten zeigen die Karten keine Inhalte an.

Android 5.0 wird für Nexus 5, 7 und 10 kommen

Als neue Entsperrmöglichkeit kann auch eine in der Nähe des Smartphones befindliche Smartwatch dienen. Sobald das Smartphone nicht mehr in Verbindung mit der Smartwatch steht, wird die Displaysperre etwa in Form eines Kennworts aktiv.

Ein "Bitte nicht stören"-Modus wurde nun auch in das Basis-Android implementiert. Ist der Modus aktiviert, werden Nachrichten oder Anrufe – oder beides – nicht angezeigt. Der Modus kann auch so konfiguriert werden, dass nur Nachrichten und Anrufe bestimmter Personen durchkommen. Ebenfalls neu ist der Energiesparmodus: In diesem wird die Leistung des Geräts verringert, um eine längere Akkulaufzeit zu erreichen. Der Modus wird in den Standardeinstellungen bei einer Akkukapazität von 15 Prozent aktiviert.

Verbesserter Benachrichtigungsbereich

Ganz allgemein hat Google vieles im Benachrichtigungsbereich verändert: Head-up-Notifications werden nun wie bei Windows Phone am oberen Bildschirmrand in kleinen Karten eingeblendet. Der Nutzer kann entweder mit ihnen interagieren und beispielsweise einen Anruf annehmen oder sie einfach wegwischen. Wie schon bei älteren Versionen kann mit einem Wisch vom oberen Bildschirmrand die bekannte Benachrichtigungszentrale geöffnet werden. Neu ist, dass erst nach einem weiteren Wisch von oben die Schnelleinstellungen erreichbar sind.

Der eigentliche Startbildschirm hat sich kaum verändert, die Animation beim Öffnen der Apps dagegen schon: Beim Aufruf schiebt sich die App von unten in den Bildschirm, und beim Wechsel zum Launcher fliegt die App auch wieder nach unten hinaus. Voraussichtlich dürfte das Verhalten mit der finalen Version auf allen Plattformen so sein. In der Developer Preview verhielten sich Smartphones und Tablets noch unterschiedlich.

Mehrbenutzermodus auch für Smartphones

Erweitert wurde auch die Mehrbenutzermodus. Android ermöglicht es zwar bereits seit Android 4.2, mehrere Benutzer auf einem Gerät anzumelden – allerdings nur auf Tablets. Hier ist es seitdem möglich, Apps nur für den eigenen Bereich zu installieren und Dateien auf den eigenen Nutzerbereich zu beschränken. Auch ein Gastmodus ist so nutzbar. Mit der neuen Android-Version ist die Funktion auch auf Smartphones verfügbar. Es wird sich zeigen, ob die Funktion auch künftig von vielen Herstellern deaktiviert wird, wie es bereits auf Tablets in der Vergangenheit der Fall gewesen ist.

Für Entwickler wurden mehr als 5.000 neue APIs in die neue Android-Version implementiert. Damit soll Entwicklern die Kreation neuer Apps weiter erleichtert werden. Außerdem sollen Entwickler dadurch neue Möglichkeiten erhalten.

Google bestückt die beiden neuen Nexus-Modelle gleich mit Android 5.0. In den kommenden Wochen will Google ein Update auf Android 5.0 für die Nexus-Modelle 4, 5, 7 und 10 anbieten. Näher hat der Anbieter den Zeitraum nicht spezifiziert.


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