Android: Googles Tensor-SoC ist eine halbe Mogelpackung

Für seinen ersten eigenen Smartphone-Chip liefert Google ausschließlich Erwartbares und dämpft damit sämtliche Hoffnungen an besseren Support und gute Linux-Treiber.

Ein IMHO von veröffentlicht am
Googles Tensor-SoC enttäuscht die Hoffnungen auf längere Android-Updates.
Googles Tensor-SoC enttäuscht die Hoffnungen auf längere Android-Updates. (Bild: Google)

Wie erwartet hat Google mit dem Tensor-SoC erstmals einen eigenen Chip für seine Pixel-Smartphone-Reihe vorgestellt. Die bisher verfügbaren Details dazu deuten schon jetzt darauf hin, dass Google sämtliche damit verbundenen Hoffnungen auf einen besseren Support in Bezug auf Android und Linux nicht erfüllen wird. Vielmehr versucht das Unternehmen lediglich in Details, sich von der Konkurrenz abzusetzen, und setzt bei dem Rest wohl auf Standardware aus dem Hause ARM.

Stellenmarkt
  1. Java and C++ Software Developer (m/f/d)
    Advantest Europe GmbH, Böblingen
  2. Product Specialist (m/w/d) B2B2C
    Consors Finanz BNP Paribas, München
Detailsuche

Der Fokus des Designs liegt dabei klar darauf, bestimmte Fähigkeiten für einen Teil der Endkunden durch KI-Techniken und entsprechende Chip-Bausteine zu beschleunigen. Das zeigt sich schon am Namen: Tensor. Google spielt damit auf seine bereits bestehenden Tensor Processing Units (TPUs) oder auch das Tensorflow-Framework an, die Machine-Learning-Modelle beschleunigen. Das gibt schönere Bilder - und ein Verkaufsargument mehr für die Pixel-Serie. Hinzu kommen weitere eigene Bausteine wie ein Security-Chip.

Zum Rest des Designs, also etwa CPU-Kernen, GPU-Aufbau und weiteren Bestandteilen, gibt es zwar noch keine offiziellen Informationen. Die enge Zusammenarbeit mit Samsung und das große Schweigen zu besagten Details sind aber Anzeichen dafür, dass von Google nicht mehr viel Eigenes kommen wird. Es ist zu vermuten, dass das Tensor-Design schlicht auf einem Exynos-Design von Samsung basiert und dieses um die bereits vorhandenen und nun verbesserten IP-Bausteine erweitert wird.

Standard-Bauteile bei den Grundlagen

Google enttäuscht damit die vage Hoffnung, dass das Unternehmen in der Android-Welt endlich wieder eigene ARM-Kerne etablieren würde. Wirklich eigene Designs, die nicht von den Cortex-Kernen abgeleitet sind, gibt es also weiter nur von Apple, die damit konkurrenzlos bleiben dürften. Denn auch Samsung und Qualcomm nutzen inzwischen Designs auf Grundlage der Cortex-Familie von ARM. Gleiches gilt wohl für die GPU, bei der es sich mutmaßlich um ein aktuelles Mali-Design handelt.

Golem Karrierewelt
  1. Informationssicherheit in der Automobilindustrie nach VDA-ISA und TISAX® mit Zertifikat: Zwei-Tage-Workshop
    22./23.11.2022, Virtuell
  2. Adobe Premiere Pro Grundkurs: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    27./28.10.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Zwar erlangt Google damit eine wirtschaftlich sehr wichtige Unabhängigkeit von Qualcomm bei der Hardware. An der grundlegenden Android-Software und dessen Support-Modell dürfte sich aber nichts ändern. So ist vor allem davon auszugehen, dass Google keine Treiber für den Tensor-SoC in den Hauptzweig des Linux-Kernel einbringen wird.

Für die vermutete Mali-GPU müsste Google diesen Treiber etwa vollständig selbst schreiben, da Hersteller ARM ihn bisher nicht anbietet. Der per Reverse Engineering erstellte Linux-Treiber für die Mali-Serie im Hauptzweig ist aber weit entfernt von einer konkurrenzfähigen Leistung und unterstützt auch die aktuelle Architektur der Mali-GPUs überhaupt noch nicht.

Weiter keine bessere Update-Strategie

Wie bisher werden also auch die kommenden Pixel-Smartphones einen älteren Langzeitkernel mit Hunderttausenden Zeilen sogenanntem Out-of-Tree-Treiber-Code nutzen. Das macht nicht nur Pflege und Updates schwierig, sondern kann auch zu Sicherheitslücken führen, wie Google selbst schon schmerzhaft erfahren musste.

Google Pixel 5 Smartphone, 128 GB, 5G, nur schwarz, ohne SIM-Lock, das ultimative 5G Google Phone

Auch sind deshalb nicht viel mehr als die bereits angekündigten vier Jahre Android-Updates möglich, die Google, Qualcomm und Samsung bereitstellen wollen.

Das ist weniger als die fünf Jahre, die Apple für seine iPhones liefert, und auch deswegen so enttäuschend, weil es mit Linux-Treibern im Hauptzweig möglich sein sollte, Updates deutlich länger anzubieten. Das streben etwa das Pinephone oder Purism mit dem Librem 5 an. Doch Google hat genau daran offenbar weiter keinerlei Interesse.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach).

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


FlashBFE 05. Aug 2021

Wenn du dir dann aber eh nur die ohne Support kaufst, wird sich an der Praxis nichts...

Casio 04. Aug 2021

Die gibt es auch alle mit mindestens 256GB Speicher, was ja dann für Deine Zwecke...

ManInNight 04. Aug 2021

Denke auch wäre spannend ein paar Quellen zu erfahren für diese Aussagen.

t_e_e_k 03. Aug 2021

Im Kern ist es auch nur ein Linux/Android fork. Aber wenn Huawei mehr Möglichkeiten hat...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Gene Roddenberrys andere Sci-Fi-Stoffe
Neben Star Trek leider fast vergessen

Der Name Gene Roddenberry steht vor allem für Star Trek. Nach dem Ende der klassischen Serie hat er aber noch andere Science-Fiction-Stoffe entwickelt.
Von Peter Osteried

Gene Roddenberrys andere Sci-Fi-Stoffe: Neben Star Trek leider fast vergessen
Artikel
  1. Illegales Streaming: House of Dragons bei Piraten beliebter als Ringe der Macht
    Illegales Streaming
    House of Dragons bei Piraten beliebter als Ringe der Macht

    Das Game-of-Thrones-Prequel hat mehr Zuschauer als die neue Herr-der-Ringe-Serie - zumindest via Bittorrent.

  2. Carsten Spohr: Lufthansa-Chef wird Opfer eigener Sicherheitslücke
    Carsten Spohr
    Lufthansa-Chef wird Opfer eigener Sicherheitslücke

    Unbekannte haben einen QR-Code auf einem Boardingpass von Lufthansa-Chef Carsten Spohr ausgelesen und auf persönliche Daten zugreifen können.

  3. Softwareentwicklung: Erste Schritte mit dem modernen Framework Flutter
    Softwareentwicklung
    Erste Schritte mit dem modernen Framework Flutter

    Flutter ist ein tolles und einfach zu erlernendes Framework, vor allem für die Entwicklung mobiler Apps. Eine Anleitung für ein erstes kleines Projekt.
    Eine Anleitung von Pascal Friedrich

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • CyberWeek: Bis -53% auf Gaming-Zubehör und bis -45% auf PC-Audio • Crucial 16-GB-Kit DDR5-4800 69,99€ • Crucial P2 1 TB 67,90€ • MindStar (u. a. Intel Core i5-12600 239€ und Fastro 2-TB-SSD 128€) • Logitech G Pro Gaming Keyboard 77,90€ • Apple iPhone 12 64 GB 659€ [Werbung]
    •  /