Abo
  • IT-Karriere:

Android: Googles Bedingungen an Hardwarehersteller

Will ein Hardwarehersteller Android-Geräte mit den Google-Apps verkaufen, muss er bestimmte Bedingungen von Google erfüllen. Welche das im Detail sind, enthüllen nun bekanntgewordene als vertraulich eingestufte Gerichtsdokumente.

Artikel veröffentlicht am ,
Google stellt Bedingungen an Hersteller von Android-Geräten.
Google stellt Bedingungen an Hersteller von Android-Geräten. (Bild: Justin Sullivan/Getty Images)

Seit langem ist bekannt, dass Google den Herstellern von Android-Geräten Vorgaben macht - jedenfalls dann, wenn sie die Google-Apps mit ausliefern wollen, die den Zugriff auf die Google-Dienste abdecken. Dazu gehören neben dem Play Store auch eine Reihe von anderen Google-Diensten. Weitere Details dazu sind nun im Rahmen des Prozesses zwischen Google und Oracle um mögliche Patentverletzungen bekanntgeworden, in dem es auch um Verträge zwischen Google und den Hardwareherstellern Samsung und HTC ging. Diese Verträge hat der US-Professor Benjamin Edelman veröffentlicht und verraten, welche Vorgaben Google den Herstellern von Android-Geräten macht.

Stellenmarkt
  1. Wasserverband Peine, Peine
  2. WBS GRUPPE, deutschlandweit (Home-Office)

Bei Google heißt die betreffende Vereinbarung Mobile Application Distribution Agreement, kurz: MADA. Diese müssen die Gerätehersteller unterschreiben, wenn sie ihre Android-Geräte mit den Google-Apps bestücken wollen. Der Vertrag sieht vor, dass uneingeschränkt alle Google-Apps installiert sein müssen. Dazu gehören der Play Store, die Google-Maps-App, die Gmail-App, die Youtube-App, die Google-Play-Music-App und weitere.

Play Store und Google-Suche müssen auf dem Startbildschirm sein

Die Google-Suche und der Play Store müssen direkt vom Standardstartbildschirm aus erreichbar sein. Alle anderen Google-Apps dürfen nur einen Klick vom Startbildschirm entfernt sein. Sie müssen also entweder auf der obersten Ebene der App-Übersicht (App-Drawer) zu finden sein oder können sich in einem Ordner auf dem Startbildschirm befinden. Somit dürfte ein Hersteller die Google-Apps also in der App-Übersicht nicht in einem Ordner ablegen.

Zudem werden die Gerätehersteller dazu verpflichtet, Google als Standardsuchmaschine einzurichten. Das kann der Nutzer zwar ändern, aber die Hersteller dürfen es nicht modifizieren. All diese Informationen sind als vertraulich gekennzeichnet und Gerätehersteller müssen Stillschweigen über die Verträge bewahren.

Edelman zitiert aus den Verträgen, die Google mit HTC und Samsung in den Jahren 2010 und 2011 geschlossen hat, die im Rahmen der Gerichtsverhandlung Verwendung fanden und eigentlich nur für Rechtsanwälte gedacht sind. Edelman kritisiert, dass Gerätehersteller nicht nur etwa den Play Store lizenzieren können, sondern dann auch alle anderen von Google festgelegten Dienste installieren müssen.

Edelman betont, dass er beratend für andere Unternehmen tätig ist, die mit Google in Konkurrenz stehen, unter anderem Microsoft. Er sieht das Verhalten von Google als wettbewerbsschädlich, weil damit verhindert werde, dass Gerätehersteller einzelne Google-Apps durch bessere Alternativen ersetzen können. Die Hersteller dürfen ihre Geräte aber mit Apps ausliefern, die vergleichbare Funktionen liefern. So kann etwa ein alternativer App-Shop oder ein anderer Kartendienst vorhanden sein.

Gerätebesitzer können Google-Apps deaktivieren

Gerätekäufer können die Google-Apps nicht ohne weiteres deinstallieren. Allerdings lassen sich diese auf manchen Geräten in den App-Einstellungen deaktivieren. Dann tauchen die betreffenden Icons nicht mehr auf dem Gerät auf. Auf allen Geräten steht diese Funktion allerdings nicht zur Verfügung.

Wer sich an die von Google aufgestellten Vereinbarungen nicht hält, darf seine Geräte nicht mit der Play-Store-App ausliefern. So ist es etwa bei Amazon und seinen Fire-Tablets, die mit einem Android-Fork arbeiten und ohne all die typischen Google-Apps laufen.

Während die großen Hersteller von Android-Geräten ihre Geräte mit den Google-Apps ausliefern, gibt es vor allem in Indien und China Hersteller, die auf die Google-Dienste verzichten und ihre Android-Geräte ohne anbieten. Von den 77 Prozent Android-Smartphones laufen 25 Prozent nicht mit den Google-Apps.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. täglich neue Deals bei Alternate.de
  2. 49,70€

ChristianDaniel 17. Feb 2014

Das stimmt so nicht! Es gibt Windows Varianten bei denen der Hersteller frei wählen kann...

ChristianDaniel 17. Feb 2014

Nur weil irgendwas kein Geld kostet ist es noch lange nicht umsonst!!! Und genau das ist...

Sheep_Dirty 15. Feb 2014

Bei meinem Smartphone habe ich Android gar nicht erst starten lassen sondern gleich...

Thurisar 14. Feb 2014

Ich erinnere mich da doch recht genau dran, und damals hab ich auch so geredet wie du...

ger_brian 14. Feb 2014

Apple ;) sogar rentabler als alle von dir genannten zusammen^^


Folgen Sie uns
       


Elektro-SUV Nio ES 8 Probe gefahren

Der ES8 ist ein SUV des chinesischen Herstellers Nio. Wir sind damit über die Alpen gefahren.

Elektro-SUV Nio ES 8 Probe gefahren Video aufrufen
Elektrautos auf der IAA: Die Gezeigtwagen-Messe
Elektrautos auf der IAA
Die Gezeigtwagen-Messe

IAA 2019 Viele klassische Hersteller fehlen bei der IAA oder zeigen Autos, die man längst gesehen hat. Bei den Elektroautos bekommen alltagstaugliche Modelle wie VW ID.3, Opel Corsa E und Honda E viel Aufmerksamkeit.
Ein Bericht von Dirk Kunde

  1. Elektromobilität Stromwirtschaft will keine Million öffentlicher Ladesäulen
  2. Umfrage Kunden fühlen sich vor Elektroautokauf schlecht beraten
  3. Batterieprobleme Auslieferung des e.Go verzögert sich

Dick Pics: Penis oder kein Penis?
Dick Pics
Penis oder kein Penis?

Eine Studentin arbeitet an einer Software, die automatisch Bilder von Penissen aus Direktnachrichten filtert. Wer mithelfen will, kann ihr Testobjekte schicken.
Ein Bericht von Fabian A. Scherschel

  1. Medienbericht US-Regierung will soziale Netzwerke stärker überwachen
  2. Soziales Netzwerk Openbook heißt jetzt Okuna
  3. EU-Wahl Spitzenkandidat Manfred Weber für Klarnamenpflicht im Netz

Mobile-Games-Auslese: Superheld und Schlapphutträger zu Besuch im Smartphone
Mobile-Games-Auslese
Superheld und Schlapphutträger zu Besuch im Smartphone

Markus Fenix aus Gears of War kämpft in Gears Pop gegen fiese (Knuddel-)Aliens und der Typ in Tombshaft erinnert an Indiana Jones: In Mobile Games tummelt sich derzeit echte und falsche Prominenz.
Von Rainer Sigl

  1. Mobile-Games-Auslese Verdrehte Räume und verrückte Zombies für unterwegs
  2. Dr. Mario World im Test Spielspaß für Privatpatienten
  3. Mobile-Games-Auslese Ein Wunderjunge und dreimal kostenloser Mobilspaß

    •  /