Android: Google weist Vorwürfe der EU-Kommission zurück

Die EU-Kommission wirft Google in drei Verfahren Wettbewerbsverstöße vor. Der Internetkonzern bestreitet in allen Fällen, die Konkurrenz zu behindern - so jetzt auch beim mobilen Betriebssystem Android.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Google steht wegen Android in der Kritik.
Google steht wegen Android in der Kritik. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)

Google hat die Vorwürfe der EU-Kommission zurückgewiesen, der Internetkonzern behindere mit seiner Geschäftspolitik beim Betriebssystem Android den Wettbewerb im Smartphone-Markt. Die Kartellwächter berücksichtigten unter anderem nicht, dass Android im Wettbewerb mit Apples iPhone-System iOS stehe, kritisierte Google in einem Blogeintrag zu seiner Antwort an die Behörde am 10. Oktober 2016. "Android hat dem Wettbewerb nicht geschadet, sondern ihn erweitert."

Android beherrscht den Smartphone-Markt

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Das Android-System wird bei Google entwickelt und an Smartphone-Hersteller lizenziert. Geräte verschiedener Hersteller mit Android dominieren den Smartphone-Markt mit einem Anteil von mehr als 80 Prozent. Apples iOS-Plattform ist die einzige Konkurrenz, die noch relevant ist: Microsofts Windows Phone und Blackberry spielen praktisch keine Rolle mehr.

Die Kommission stört sich unter anderem daran, dass Hersteller von Android-Geräten mit integrierten Diensten des Konzerns auch die Google-Suche und den Webbrowser Google Chrome vorinstallieren müssen. Außerdem sieht sie ein Problem darin, dass Anbieter von Smartphones mit Google-Diensten daran gehindert werden, gleichzeitig auch Geräte mit abgewandelten Android-Versionen zu verkaufen. Die Wettbewerbshüter kritisieren auch, dass der Konzern Herstellern und Mobilfunkbetreibern über Vereinbarungen zum Teilen von Werbeerlösen einen finanziellen Anreiz dafür biete, dass sie ausschließlich die Google-Suche auf den Geräten vorinstallieren.

Google: keine Einschränkungen für konkurrierende Apps

Google kontert, kein Hersteller werde gezwungen, Apps des Konzerns auf seine Geräte zu laden, die vorinstallierten Dienste des Konzerns könnten zudem mühelos durch andere ersetzt werden. Es gebe keine Einschränkungen für konkurrierende Anwendungen. Und außerdem sei es kein Garant für Erfolg, wenn Nutzer eine App bereits auf einem neuen Gerät vorfänden: "Es gibt viele vorinstallierte Apps, die nicht erfolgreich sind, und viele nicht vorinstallierte Apps, die sehr viel Erfolg haben."

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Dass die Hersteller nicht nur einzelne Apps von Google auf ihren Geräten installieren können, sondern gleich alle, erklärt der Konzern unter anderem damit, dass verschiedene Dienste ineinandergreifen. Außerdem ermögliche das, die Dienste kostenlos anzubieten.

Vor wenigen Tagen hatte Google bereits den Vorwurf der EU-Kommission zurückgewiesen, die Shoppingsuche des Internetkonzerns benachteilige Wettbewerber. Im Sommer nahm die Kommission erstmals auch das Google-Kerngeschäft mit Suchmaschinenwerbung ins Visier. Dabei geht es um den Teildienst Adsense for Search, bei dem andere Websites Google-Suchmasken einbinden können.

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