Torvalds prüft Rust im Linux-Kernel

Um die Rust-Arbeiten auch möglichst bald in den Linux-Kernel einpflegen zu können, haben die Beteiligten der Initiative den Rust-Support-Code nun auch erstmals offiziell als sogenannte RFC zur Diskussion in der Linux-Community eingereicht. Darin werden die bisherigen Arbeiten und vor allem auch die Ziele und Wege dahin erneut ausführlich beschrieben.

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Demnach ist Rust zunächst nur für Treiber und die sogenannte Linux-Kernel-Module gedacht, nicht jedoch für Kernkomponenten des Kernels selbst, wie etwa die Speicherverwaltung. Aufgezählt werden neben den Sicherheitsvorteilen von Rust auch einige mögliche Nachteile. So ist das Kompilieren bisher lediglich stabil per LLVM möglich, auch wenn an einem GCC-Frontend bereits gearbeitet werde.

Aufgrund der komplexeren Sprachfunktionen von Rust dauere das Kompilieren selbst zudem länger als bei C. Und der Rust-Code nutze derzeit noch Funktionen aus dem Nightly-Compiler, diese sind also noch nicht stabil verfügbar. Das soll künftig aber nicht mehr nötig sein.

Ziel der Beteiligten sei es außerdem, den nun verfügbaren Code so früh wie möglich in den Hauptzweig einzupflegen, dabei möglicherweise auftretende Fehler zu beheben und den Code dann künftig im Gleichtakt mit dem Hauptzweig weiterzuentwickeln. Das ist die übliche und auch erwartete Vorgehensweise für den Linux-Kernel.

Torvalds interessiert

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Der letztliche Erfolg hängt jedoch deutlich von der Zustimmung und Diskussion der Linux-Kernel-Betreuer ab sowie letztlich von Linux-Chefentwickler Linus Torvalds. Dieser hat sich bisher eher zurückhaltend zu dem Projekt geäußert. Auf Grundlage der nun erstmals offiziell vorgeschlagenen Patches beteiligt sich aber auch Torvalds selbst an der Begutachtung des Codes.

Programmierung sicherer Systeme mit Rust: Eine Einführung

Torvalds stellt zunächst einfache Nachfragen zur Funktion und für sein Verständnis des Rust-Codes und zu dessen Fehlerverhalten. Darüber hinaus erhofft sich der Linux-Chefentwickler mehr echten Rust-Code, der Treiber implementiert, was künftig aber noch folgen soll. Hauptkritik an dem Binder-Port ist vor allem, dass dieser größtenteils eigenständig agiert. Besser wären Hardwaretreiber etwa für NVMe, GPIO oder auch HID- oder ACPI-Parser, die für Rust gut geeignet seien, um die Sicherheit zu demonstrieren, wie etwa Greg Kroah-Hartman schreibt, der als Nummer 2 der Linux-Entwicklung nach Torvalds gilt. Wann und ob der Rust-Code in Linux aufgenommen wird, ist derzeit nicht absehbar.

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