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Android: Google sabotiert Pixel-Updates - und weiß es selbst besser

Der Kernel der neuen Pixel-Smartphones von Google ist jetzt schon alt und nutzt proprietäre Treiber von Qualcomm. Die Geräte bekommen wohl deshalb nur drei Jahre lang Updates. Bei Preisen bis 1.000 Euro ist das eine Blamage, denn Google hat mit dem Pixel C gezeigt, dass es auch ganz anders geht.

Eine Analyse von veröffentlicht am
Mit den Pixel-Smartphones wiederholt Google die Fehler der Android-Hersteller.
Mit den Pixel-Smartphones wiederholt Google die Fehler der Android-Hersteller. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Für Android-Nutzer sind über Monate verzögerte oder nie erscheinende Updates ein leidiges Thema, was vor allem die Sicherheit stark gefährdet. Auch der eher kurze Supportzeitraum für Geräte ist mehr als lästig. Mit dem ersten eigenen Smartphone von Google, dem Pixel, hätte das endlich anders werden können - wird es wohl aber nicht. Und das liegt nicht an Providern wie Verizon oder der Telekom, sondern an Google selbst. Denn das Unternehmen hat sich offenbar dazu entschieden, nichts an den Problemen mit den schlechten Herstellertreibern zu ändern, die maßgeblich für die verfahrene Update-Politik von Android verantwortlich sind.

Hersteller-Dilemma mit externen Treiber und Patches

Inhalt:
  1. Android: Google sabotiert Pixel-Updates - und weiß es selbst besser
  2. Google beweist selbst: Es geht auch anders

Laut den Zulassungsunterlagen der US-Kontrollbehörde FCC verwenden die Pixel-Smartphones den Linux-Kernel 3.18. Das ist zwar für Android-Geräte aktuell, doch diese Version ist schon knapp zwei Jahre alt und wird von der Kernel-Community selbst offiziell nur noch bis Anfang kommenden Jahres gepflegt. Google muss also den Kernel samt seiner zurückportierten Funktionen, die etwa die Sicherheit verbessern sollen, so lange selbst pflegen, bis die Updates für das Pixel eingestellt werden sollen.

Das ist im Prinzip kein Problem und wird von mehreren Linux-Distributionen seit Jahren erfolgreich umgesetzt. Doch als Basis der Pixel-Smartphones dient der Snapdragon 821 von Qualcomm. Ein Großteil der Treiber von Qualcomm ist nicht in den sogenannten Mainline-Kerneln der Linux-Community vorhanden, sondern wird Out-of-Tree von Qualcomm selbst gepflegt. Einige davon, darunter auch der besonders wichtige Grafiktreiber, sind proprietär. Und ebenjene Kernel-Treiber rücken mehr und mehr in den Fokus von Angreifern.

Für Kernel-Updates, die fast immer relevant für die Sicherheit der Nutzer sind, ist Google also zwingend auf die Mitarbeit von Qualcomm angewiesen. Immerhin finden sich in den Treibern von Qualcomm geschlossene Sicherheitslücken regelmäßig auch in den monatlichen Updates für Android. Die Frage ist dabei aber, wie lange Qualcomm den Code für seine Hardware unterstützt.

Langfristige Upgrades sehr unwahrscheinlich

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Erschwerend kommt hinzu, dass neue Versionen von Android teilweise auch die Verwendung von Funktionen neuer Kernel-Versionen erfordern, weshalb zum Beispiel einige relativ neue Telefone wohl nie ein Upgrade auf Android 7.0 alias Nougat erhalten werden. Was auch am Umgang mit Treibern aufseiten der SoC-Hersteller liegt.

So bestätigten uns in der Vergangenheit mehrere ranghohe Entwickler bei Android-Geräte-Herstellern unabhängig voneinander, dass etwa Qualcomm Kernel-Upgrades wenn überhaupt nur gegen eine erneute Zahlung für Supportleistungen anbietet. Bei mehreren Millionen Zeilen Code, die dabei auf eine neue Version portiert werden müssen, ist es wenig verwunderlich, dass sich Qualcomm diesen Aufwand sehr gut bezahlen lassen will.

Für Google könnte ein Upgrade beispielsweise auf Kernel 4.4, um langfristig auch für die Pixel-Geräte neue Android-Versionen anbieten zu können, deshalb aber sehr teuer werden - oder eben wie bei anderen Hersteller auch nie stattfinden. Für seine Nexus-Geräte, die ebenfalls vielfach Qualcomm-Hardware verwenden, hat Google bisher stets auf ein derartiges Kernel-Upgrade verzichtet.

Aus Sicht der Kunden führt dies dazu, dass Google für seine Pixel-Geräte wie bei der Nexus-Reihe nur zwei Jahre lang Upgrades für Android-Versionen unterstützt sowie ein Jahr zusätzlich Sicherheitsupdates bietet. Das teuerste Pixel-Modell kostet rund 1.000 Euro und wird damit ab Verkaufsstart nur drei Jahre lang gepflegt. Durch eine geschickte Kooperation mit der Kernel-Community könnte zumindest noch die Zeit für die Sicherheitsupdates deutlich verlängert werden.

Ob dies eventuell doch noch geschehen wird, ist aber völlig offen. Das ist unverständlich, zumal Hauptkonkurrent Apple immerhin fünf Jahre Support für seine iPhones bietet. Das schließt aber nicht nur Sicherheitsupdates ein, sondern auch Upgrades für die jährlich veröffentlichten iOS-Versionen.

Google beweist selbst: Es geht auch anders 
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Atalanttore 23. Okt 2016

Ohne vernünftigem Treiber ist Hardware kaum mehr als ein besonders teurer...

Luke321 19. Okt 2016

Das stimmt so nicht. Die Updates kommen immer wieder bis man sie installiert und viele...

ve2000 19. Okt 2016

Eben, viel länger und viel nerviger.. Weil ich da bequem in meinem Sessel, vor zwei 24...

Pjörn 18. Okt 2016

Für mich ist das eher eine rein Redaktionelle, ideologieverdächtige Kurzschlüssigkeit...

Neuro-Chef 18. Okt 2016

indem sie das zur Voraussetzung für diese Zertifizierung machen. Mindestens aber könnte...


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