Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Android-Dominanz: EU erwägt angeblich neue Rekordstrafe gegen Google

Nach der Milliardenstrafe wegen Marktmissbrauchs bei Suchmaschinen droht Google ein weiteres hohes Bußgeld. Die EU-Kommission befragt vor ihrer Entscheidung im Android -Verfahren nun eine Expertenrunde.
/ Friedhelm Greis
78 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Google steht wegen Android in der Kritik. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Google steht wegen Android in der Kritik. Bild: Tobias Költzsch/Golem.de

Im Verfahren über eine missbräuchliche Nutzung des Android-Betriebssystems droht dem Suchmaschinenbetreiber Google möglicherweise eine Milliardenstrafe durch die EU-Kommission. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf zwei Personen, die mit dem Fall vertraut sind. Demnach hat die Kommission ein Expertengremium einberufen, das eine externe Position in dem Verfahren erarbeiten soll. Google hatte die Vorwürfe der EU im vergangenen November als unbegründet zurückgewiesen .

Ein solches Expertengremium besteht dem Bericht zufolge in der Regel aus drei bis vier Personen. Die Stellungnahme könne in drei bis vier Wochen fertig sein, aber auch länger dauern. Es werde erwartet, dass gegen Jahresende eine Entscheidung in dem Fall getroffen werden könnte. Sowohl die EU-Kommission als auch Google wollten gegenüber Reuters den Bericht nicht kommentieren.

Google soll eigene Dienste in Smartphones drängen

Nach Angaben von Reuters könnte die Strafe noch höher sein als die 2,4 Milliarden Euro, die wegen der Bevorzugung der eigenen Suchdienste bei der Google-Suchmaschine in der vergangenen Woche verhängt wurden .

Bereits seit April 2016 untersucht die EU Vorwürfe, wonach Google die Dominanz des Android-Betriebssystems gegenüber Konkurrenten ausnutzt und damit dem Wettbewerb schadet. Die Kommission stört sich unter anderem daran, dass Hersteller von Android-Geräten mit integrierten Diensten des Konzerns auch die Google-Suche und den Webbrowser Google Chrome vorinstallieren müssen. Außerdem sieht sie ein Problem darin, dass Anbieter von Smartphones mit Google-Diensten daran gehindert werden, gleichzeitig auch Geräte mit abgewandelten Android-Versionen zu verkaufen. Im März 2017 hatte das Open Internet Project (OIP) zudem einen weiteren Untersuchungsantrag eingereicht .


Relevante Themen