Android: Cyanogen OS wird modular und entmachtet Gründer

Der Anbieter der alternativen Android-Version Cyanogen OS strukturiert sein Betriebssystem und sich selbst um: Cyanogen Inc. bekommt einen neuen CEO, zudem wird die Software künftig modular angeboten. So sollen Hersteller genau die Teile verwenden können, die sie wirklich wollen.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Bei Cyanogen ändert sich einiges bei der Software und der Unternehmensführung.
Bei Cyanogen ändert sich einiges bei der Software und der Unternehmensführung. (Bild: Cyanogen)

Der Entwickler alternativer Android-Betriebssysteme Cyanogen ändert seine Strategie und tauscht den Chef aus. Herstellern von Android-Geräten sollen zudem statt eines kompletten Betriebssystems künftig einzelne Elemente davon zur Auswahl angeboten werden, kündigte der neue Firmenchef Lior Tal in einem Blogeintrag an.

Mehr Freiheiten für Gerätehersteller

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Durch die Modularisierung sollen Hersteller größere Freiheiten bei der Anpassung des Betriebssystems ihres Smartphones haben. So können sie beispielsweise nur diejenigen Teile von Cyanogen OS einbinden, die sie wirklich haben wollen. Die Module sollen sich auch in eine eigene Android-Version einbinden lassen.

Offenbar ist die bisherige Strategie, Cyanogen OS auf dem Markt zu etablieren, nicht aufgegangen. Richtig durchsetzen konnte sich das System nicht: Nach eigenen Angaben erschienen weniger als 20 Geräte mit Cyanogens Betriebssystem. Cyanogen OS ist nicht zu verwechseln mit Cyanogenmod, dem kostenlosen Android-ROM, das weiterhin von der Community betreut wird.

Kirt McMaster verliert CEO-Posten

Der bisherige CEO Kirt McMaster wechselt an die Spitze des Verwaltungsrates. Er hatte einst angekündigt, er werde "Android Google wegnehmen" - ein Ziel, das er klar verfehlt hat. Der Plan von Cyanogen war, ein Betriebssystem auf Basis von Android zu entwickeln, das ohne Google-Dienste auskommt, aber die gleichen Funktionen über andere Anbieter zur Verfügung stellt. "Wir wollen den Herstellern ein Android anbieten, das besser ist als die Standardversion", sagte Mitgründer und Technikchef Steve Kondik Anfang 2015.

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McMaster räumte in einer von Android Police veröffentlichten E-Mail an die Mitarbeiter ein, ihm sei schon Ende 2015 klargeworden, dass dieses Modell nicht genug Wachstum bringe. Deswegen sei gemeinsam mit dem ehemaligen Facebook-Manager Tal der neue modulare Ansatz entwickelt worden. Kondik verlässt den Posten des Technikchefs und soll künftig die Forschung leiten - dabei aber einem Senior Vice President of Engineering unterstehen.

Cyanogen war aus dem offenen Projekt Cyanogenmod zur Modifizierung des Android-Systems hervorgegangen. Die Firma hatte wiederholt von einigen Dutzend Millionen Nutzern gesprochen. Dagegen berichtete The Information unter Berufung auf interne Unterlagen im Sommer 2016, die Zahl aktiver Nutzer liege nur bei zwei bis drei Millionen. Im aktuellen Blogeintrag heißt es, einige Dutzend Millionen Nutzer hätten Cyanogenmod aufgespielt und Millionen Geräte mit dem Cyanogen-System genutzt. Von aktiven Nutzern ist nicht die Rede.

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