Android-Backdoor: Schwere Sicherheitslücke in China-Handys entdeckt

In der Firmware chinesischer Billig-Handys haben Sicherheitsexperten erstaunliche Lücken entdeckt. Selbst ohne ausgefeilte Angriffsmethoden hätten Millionen Android-Handys gehackt werden können.

Artikel veröffentlicht am ,
Das betroffene Modell Studio G von Blu
Das betroffene Modell Studio G von Blu (Bild: blu)

Innerhalb weniger Tage haben Experten ein weiteres Mal schwere Sicherheitslücken bei chinesischen Billig-Handys entdeckt. In diesem Fall handele es sich um Geräte verschiedener Hersteller, die mit der Android-Firmware des Softwareunternehmens Ragentek ausgeliefert worden seien, berichteten die Sicherheitsforscher von Anubis Networks in einem Blogbeitrag. Betroffen sind demnach Smartphones der Marken Blu, Infinix, Doogee, Leagoo und Xolo.

Nach Angaben von Anubis verfügt die untersuchte Firmware über einen Update-Mechanismus (OTA, Over the Air), der mit Root-Privilegien eine unverschlüsselte Verbindung mit einem Server von Ragentek aufbaut. Schon diese Lücke ermögliche es, über einen Man-in-the-Middle-Angriff die Handys zu attackieren. Noch schwerer wiegend: Die vorinstallierte Firmware versuchte dem Bericht zufolge, noch zwei weitere Domains zu kontaktieren, die noch gar nicht registriert gewesen waren.

Millionen Handys verwundbar

Ein Angreifer hätte laut Anubis ohne Weiteres die beiden Domains registrieren und dann ohne besondere Anstrengungen willkürliche Attacken auf allen Geräten ausführen können, die sich mit den Domains zu verbinden versucht hätten. Anubis simulierte dazu einen Server, der auf die entsprechenden Anfragen antwortete. Damit war es beispielsweise möglich, eine Datei im Systemverzeichnis anzulegen.

Anubis hat nach eigenen Angaben inzwischen die beiden Domains registriert, so dass sie mehr nicht für kriminelle Zwecke missbraucht werden könnten. Man-in-the-Middle-Angriffe sind aber weiterhin möglich. Seit dem Zeitpunkt der Registrierung hätten 2,8 Millionen Geräte versucht, sich mit den Servern in Verbindung zu setzen. In einem Viertel der Fälle habe es sich um Blu-Smartphones gehandelt. Bei rund der Hälfte sei es nicht möglich gewesen, aufgrund der Anfrage das Gerät zu ermitteln. Die Geräte übertrugen bei den unverschlüsselten Serveranfragen zudem ihre Imei und die Telefonnummer. Zumindest Blu soll inzwischen mit einem Update die Sicherheitslücke geschlossen haben.

Spionagesoftware auf Billig-Handys

In der vergangenen Woche war bekanntgeworden, dass Billig-Handys mit der Software der chinesischen Firma Shanghai Adups Technologies die Nutzer ausspionieren und in großem Umfang deren persönliche Daten auf chinesische Server hochladen. Die Software soll laut Adups auf über 700 Millionen Geräten weltweit installiert sein. Auch in diesem Fall war der Hersteller Blu betroffen, dessen Geräte unter anderem von Amazon oder Best Buy vertrieben werden.

Nach Angaben der US-Sicherheitsfirma Kryptowire übertragen die betroffenen Geräte sogar den kompletten Inhalt von SMS. Zudem laden sie die vollständige Anrufliste mit allen Telefonnummern sowie Daten zur Nutzeridentifizierung wie Imsi und Imei hoch. Die Daten seien mehrfach verschlüsselt über eine sichere Verbindung nach Schanghai übermittelt worden. Ebenfalls sei das Adups-Programm in der Lage, ohne Zustimmung des Nutzers Apps zu installieren.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Seitan-Sushi-Fan 22. Nov 2016

So wie dir.

Trollversteher 22. Nov 2016

Ist in den meisten Fällen reine Illusion, macht in manchen Fällen die Garantie...

Spaghetticode 21. Nov 2016

Dieses Ziel ist jedoch mit der derzeitigen Android-Architektur utopisch. Schließlich...

Anonymer Nutzer 21. Nov 2016

Ich habe auch ein Windows Phone, aber "meine Daten sind sicher", ist das nicht ein...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Whistleblower
Ehemaliger US-Konteradmiral äußert sich zu Außerirdischen

Wieder hat sich in den USA ein ehemals hochrangiger Militär und Beamter über Kontakte mit Aliens geäußert.

Whistleblower: Ehemaliger US-Konteradmiral äußert sich zu Außerirdischen
Artikel
  1. Schadstoffnorm 7: Neue Grenzwerte für Abrieb gelten auch für E-Autos
    Schadstoffnorm 7
    Neue Grenzwerte für Abrieb gelten auch für E-Autos

    Die neue Euronorm 7 legt nicht nur Grenzwerte für Bremsen- und Reifenabrieb fest, sondern auch Mindestanforderungen für Akkus.

  2. Ramjet: General Electric testet Hyperschalltriebwerk
    Ramjet
    General Electric testet Hyperschalltriebwerk

    Das Triebwerk soll Flüge mit Mach 5 ermöglichen.

  3. Elektroautos: Mercedes und Stellantis übernehmen komplette Umweltprämie
    Elektroautos
    Mercedes und Stellantis übernehmen komplette Umweltprämie

    Nach dem abrupten Aus der staatlichen Förderung springen erste Hersteller von Elektroautos ein.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • Last-Minute-Angebote bei Amazon • Avatar & The Crew Motorfest bis -50% • Xbox Series X 399€ • Cherry MX Board 3.0 S 49,95€ • Crucial MX500 2 TB 110,90€ • AVM FRITZ!Box 7590 AX + FRITZ!DECT 500 219€ [Werbung]
    •  /