Android: Archiv-Funktion soll App-Speicherplatz stark reduzieren

Google hat eine neue Funktion für Android-Apps vorgestellt: Künftig lassen sich Anwendungen, die Nutzer auf ihren Geräten selten verwenden, teilweise deinstallieren, ohne dass Nutzerdaten verloren gehen. Der Speicherplatz pro App soll um ca. 60 Prozent verringert werden, erklärt Google in einem Blogbeitrag(öffnet im neuen Fenster) .
Eine auf diese Weise archivierte App verbleit im Kern auf dem Android-Gerät und kann bei Bedarf schnell wieder aktiviert werden. Bei der erneuten Aktivierung soll die App direkt in der aktuellen Version starten, da die zuvor gelöschten Teile der Anwendung ohnehin neu heruntergeladen werden.
Google wird die Archived APKs in der Version 10.1 von Bundletool einführen. Bundletool ist das Werkzeug, das von Android Studio, dem Gradle-Plugin und Google Play verwendet wird, um ein Android App Bundle zu erstellen. Dieses wird dann in ein APK umgewandelt.
Programmierer können Archivierung verhindern
Alle Apps, die mit dem Android Gradle Plugin 7.3 gebaut werden, werden künftig als Archived APK erstellt werden. Sollten Entwickler nicht wollen, dass ihre App sich teilweise deinstallieren lässt, können sie dies durch einen Code-Baustein verhindern. Google zufolge können auch Entwickler, die nicht das Gradle Plugin verwenden, die Funktion durch einen Baustein ablehnen.
Google weist darauf hin, dass die Archiv-Funktion zwar bereits von Codeseite verfügbar sein wird, Nutzer das Feature allerdings momentan noch nicht verwenden können. Das Archivieren von Anwendungen soll Google zufolge erst "später im Jahr" 2022 eingeführt werden. Wie genau die Archivierung und Reaktivierung von Apps aussehen wird, hat Google nicht bekanntgegeben.
Die Archiv-Funktion ist Google zufolge Open Source. Daher sollen auch andere App Stores davon profitieren können, zudem kann der Quelltext von jedem interessiertem Nutzer überprüft werden.
Erinnerungen an Nextbit Robin werden wach
Die teilweise Deinstallation von Apps mit einfacher Neuinstallation erinnert stark an die Cloud-Funktion des Smartphones Robin von Nextbit . Das war mit einem Onlinespeicher verbunden und erlaubte es Nutzern, Apps vom Gerät in die Cloud zu verschieben. Der dahinterliegende Mechanismus war aber ein anderer als bei den Archived APKs, da er nicht auf dem eigentlichen Quellcode der Anwendungen basierte.



