Android-Apps: Rechtemissbrauch ermöglicht unsichtbare Tastaturmitschnitte

Zwei Funktionen für Android-Apps können einfach missbraucht werden, um Nutzereingaben mitzulesen oder sogar weitere bösartige Apps zu installieren - ohne Wissen oder Zutun des Anwenders. Google hat bereits reagiert.

Artikel veröffentlicht am ,
Über ein unsichtbares Overlay können Tastatureingaben unter Android abgefangen werden.
Über ein unsichtbares Overlay können Tastatureingaben unter Android abgefangen werden. (Bild: Yanick Fratantonio)

Unter dem Namen Cloak & Dagger beschreiben Forscher zwei Angriffe auf fast alle Android-Versionen. Sie erlauben nicht nur das Mitlesen von Tastatureingaben, sondern auch Eingaben zu machen, ohne dass der Anwender es bemerkt. Die Angriffe erfolgen über gängige Funktionen, auf deren Zugriff alle Apps die entsprechenden Rechte haben. Google hat mittlerweile reagiert und verhindert die Aufnahme von Apps in Googles Play Store, die diese Funktionen nutzen. In der bevorstehenden Version O von Android sollen die Schwachstellen behoben werden.

Sämtliche Apps besitzen die Rechte SYSTEM_ALERT_WINDOW - auch "draw on top" genannt. Damit können Apps unsichtbare Overlays über die Benutzeroberfläche legen und so etwa Warnmeldungen verstecken. Über ein unsichtbares Overlay können auch Tastatureingaben abgefangen werden, ohne dass der Anwender etwas bemerkt. Damit könnten Angreifer zum Beispiel auch Passwort-Eingaben mitschneiden.

BIND_ACCESSIBILITY_SERVICE beziehungsweise auch "a11y" erlaubt hingegen die verdeckte Eingabe von Tastaturbefehlen ohne Zutun des Anwenders. Damit ließen sich auch PINs auslesen und auch bei ausgeschaltetem Bildschirm wieder eingeben. Ferner könnten Angreifer auch Tokens für die Zwei-Faktor-Authentifizierung abfangen.

Kombiniert noch weitaus gefährlicher

In Kombination ist der Missbrauch der Rechte noch gefährlicher. Eine entsprechend programmierte App könnte sich so zunächst über SYSTEM_ALERT_WINDOW den Zugriff auf den BIND_ACCESSIBILITY_SERVICE verschaffen und anschließend wieder ohne Zutun des Anwenders weitere Rechte erlangen, etwa für die Installation einer weiteren App, die nochmals erhöhte Rechte bereitstellt. Sie hätten sich so Zugriff auf die gesamte Benutzeroberfläche verschafft, schreiben die Forscher der Universitäten in UC Santa Barbara und Georgia Tech in den USA. In den Tests seien sich keine Anwender über den Zugriff bewusst gewesen.

Dem Online-Magazin The Register sagte ein Google-Sprecher, man habe die Richtlinien des Play Stores so geändert, dass Apps, die diese Sicherheitslücken missbrauchen, nicht mehr installiert werden können. Außerdem sei die nächste Android-Version O bereits gegen solche Angriffe gewappnet. Ansonsten gilt die übliche Binsenweisheit: Obacht bei der Installation unbekannter oder gar dubioser Apps.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


notnagel 05. Jun 2017

Ich kann mir kaum vorstellen, daß mein S4 oder das S3 Mini mit den offiziellen Android...

User_x 29. Mai 2017

ein Handy ist aber kein Auto und wäre das so, dann hat der Hersteller nicht die Fenster...

Nikolai 29. Mai 2017

Das ist ein Teil der Accessibility-Funktionen. Braucht man um z.B. speziell für Blinde...

Myxier 29. Mai 2017

+1



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Whistleblower
Ehemaliger US-Konteradmiral äußert sich zu Außerirdischen

Wieder hat sich in den USA ein ehemals hochrangiger Militär und Beamter über Kontakte mit Aliens geäußert.

Whistleblower: Ehemaliger US-Konteradmiral äußert sich zu Außerirdischen
Artikel
  1. Schadstoffnorm 7: Neue Grenzwerte für Abrieb gelten auch für E-Autos
    Schadstoffnorm 7
    Neue Grenzwerte für Abrieb gelten auch für E-Autos

    Die neue Euronorm 7 legt nicht nur Grenzwerte für Bremsen- und Reifenabrieb fest, sondern auch Mindestanforderungen für Akkus.

  2. Ramjet: General Electric testet Hyperschalltriebwerk
    Ramjet
    General Electric testet Hyperschalltriebwerk

    Das Triebwerk soll Flüge mit Mach 5 ermöglichen.

  3. Elektroautos: Mercedes und Stellantis übernehmen komplette Umweltprämie
    Elektroautos
    Mercedes und Stellantis übernehmen komplette Umweltprämie

    Nach dem abrupten Aus der staatlichen Förderung springen erste Hersteller von Elektroautos ein.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • Last-Minute-Angebote bei Amazon • Avatar & The Crew Motorfest bis -50% • Xbox Series X 399€ • Cherry MX Board 3.0 S 49,95€ • Crucial MX500 2 TB 110,90€ • AVM FRITZ!Box 7590 AX + FRITZ!DECT 500 219€ [Werbung]
    •  /