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Android 12 angeschaut: Alles schön macht die 12

Android 12s Material You bringt ein neues Oberflächendesign - einige Funktionen sind aber in der ersten Beta noch nicht verfügbar.
/ Tobias Költzsch
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Google hat die erste offizielle Betaversion von Android 12 veröffentlicht. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Google hat die erste offizielle Betaversion von Android 12 veröffentlicht. Bild: Martin Wolf/Golem.de

Google hat auf seiner diesjährigen Entwicklerkonferenz I/O die erste öffentliche Beta von Android 12 präsentiert und damit die neue Designsprache Material You eingeführt. Material You soll - anders als das bisherige Material Design - wesentlich stärker konfigurierbar und besser ablesbar sein.

Die Beta von Android 12 wurde für zahlreiche Pixel-Modelle vorgestellt sowie für Smartphones weiterer Hersteller - bei einigen ist es bei der Installation zu Problemen gekommen. Wir haben uns Android 12 auf einem Pixel 4a 5G installiert und uns die Neuerungen angesehen. Dabei zeigte sich, dass ein paar spannende Funktionen erst noch kommen werden.

Die Installation auf dem Pixel 4a 5G ist denkbar einfach: Nachdem wir das Smartphone beim Betaprogramm registriert haben, erhalten wir die Aktualisierung zum Herunterladen über die Systemsteuerung. Bei der Installation werden keine Daten gelöscht.

Mehr Farbe, mehr Formen

Nach der Installation und dem damit verbundenen Neustart bemerken wir direkt das neue Design der PIN-Abfrage: Die Zahlen sind von Kreisen umgeben und stehen nicht mehr ohne Umrandung da. Nach der Entsperrung fällt uns bei unserem Hauptbildschirm erst einmal nichts Neues auf. Das ändert sich, sobald wir die Benachrichtigungsleiste herunterziehen.

Die sechs kleinen Symbole des Schnelleinstellungsbereiches sind vier größeren gewichen, die neben dem Icon auch eine Beschriftung haben. Das ist für Nutzer hilfreich, die mit den Symbolen mancher Funktionen nichts anfangen können. Die Anzahl der Schaltflächen wächst auf acht, wenn wir die Leiste weiter herunterziehen. Dann taucht auch der Helligkeitsregler auf, der wesentlich dicker als zuvor ist und so besser auffällt.

Verändern wir die Helligkeit, wird die Schnelleinstellungsleiste nicht wie bei den vorigen Android-Versionen ausgeblendet - das finden wir etwas unpraktisch. Über einen Editier-Button können wir die Anordnung der Schnelleinstellungen verändern und unseren Vorlieben anpassen. Die von Google bei der Vorstellung von Android 12 gezeigten Schaltflächen zur Abschaltung der Kamera und des Mikros gibt es noch nicht - sie werden wohl in einer späteren Beta folgen.

Dafür gibt es einen neuen Schalter namens "Extra Dim". Hierüber können wir das Display auf eine in den Systemeinstellungen definierten dunkleren Helligkeitsstand schalten, etwa, wenn wir abends etwas lesen wollen.

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Benachrichtigungsmenü nicht mehr transparent

Die App-Benachrichtigungen sind wie unter Android 11 in unterschiedliche Bereiche sortiert und zum Beispiel nach Apps mit lautlosen Benachrichtigungen und Chat-Apps gruppiert. Der Benachrichtigungsbereich ist nicht mehr transparent, sondern verdeckt den Hintergrund komplett. Die Farben, die vor allem bei den Schnelleinstellungsbuttons auffallen, sind insgesamt eher im Pastellbereich angesiedelt.

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Wem die Voreinstellung mit dem Standardblau nicht gefällt, kann sie im neuen Design-Menü ändern. Hier zeigt sich eine der Kernfunktionen von Material You, neben einer laut Google verbesserten Systemgeschwindigkeit: die Anpassungsmöglichkeiten. Wir können aus voreingestellten Designs wählen oder ein eigenes anlegen, das sich anschließend ebenfalls speichern lässt.

Neue Designs mit umfassenden Einstellungsmöglichkeiten

In den Designs lässt sich nicht nur die Akzentfarbe wählen, sondern auch das Design der Schnelleinstellungs-Icons, die Form der App-Shortcuts und die Schriftart. Auf diese Weise kann die Benutzeroberfläche in der Tat stark personalisiert werden. Die automatische Auswahl der Farbpalette basierend auf dem Hintergrundbild, die bei der Entwicklerkonferenz gezeigt wurde, gibt es in der ersten Beta von Android 12 hingegen noch nicht.

Einige der neuen visuellen Änderungen sind aber bereits sichtbar. Scrollen wir etwa in den Systemeinstellungen bis an den unteren Rand, gibt es als sichtbare Anzeige, dass das Ende der Auflistung erreicht ist, einen Staucheffekt. Unter Android 11 wird hier noch eine Art Glühen am unteren Bildrand angezeigt, was weniger auffällig ist. Wählen wir eine Schaltfläche unter Android 12 aus, wird sie nicht nur kurzzeitig schattiert, es wird auch ein Glitzern am Rand eingeblendet, was im Dark Mode wesentlich besser sichtbar ist.

Veränderungen gibt es auch beim Always-On-Bildschirm von Android 12. Die angezeigte Uhr ist wesentlich größer als bisher und dient gleichzeitig als Indikator dafür, ob neue Benachrichtigungen vorliegen. Zeigt das Always-On-Display zusätzlich kleine Benachrichtigungssymbole an, wird die Uhr verkleinert. Dadurch ist bereits aus einigen Metern Entfernung sichtbar, ob neue Nachrichten eingetroffen sind oder nicht.

Always-On-Display mit großer Digitaluhr

Aktuell lässt sich der Always-On-Bildschirm noch nicht einstellen - wir können das Design der Uhr entsprechend noch nicht verändern. Ebenfalls noch nicht aufrufbar ist das neue Privacy Dashboard, also die Übersicht, welche Apps zu welcher Zeit welche Berechtigungen aufgerufen haben. Diese Funktion soll im Laufe des Jahres in den nächsten Betaversionen folgen, wie Google uns mitgeteilt hat.

Bei den Widgets gibt es das neue Unterhaltungs-Widget, das es uns erlaubt, bestimmte Unterhaltungen als Shortcut auf dem Startbildschirm abzulegen. Der Einschaltknopf unseres Pixel 4a 5G lässt sich unter Android 12 dazu verwenden, den Google-Assistenten aufzurufen. Standardmäßig ist eingestellt, dass wir bei einem längeren Druck eine Seite mit Optionen zum Ausschalten und Neustarten, der Notfallfunktion und einer Übersicht unserer Smart-Home-Geräte aufrufen. Diese können wir in den Systemeinstellungen durch die Aktivierung des Sprachassistenten ersetzen. Dann können wir allerdings das Smartphone nicht mehr ausschalten - ein Problem, das Google sicherlich in einer der kommenden Betaversionen lösen wird.

Zum Schluss noch ein paar Worte zur Alltagstauglichkeit der ersten Betaversion: In unserem Test läuft das System stabil, Abstürze haben wir nicht erlebt. Funktionen wie WLAN oder die Mobilverbindung funktionieren tadellos. Dies muss aber natürlich nicht bei allen Smartphone-Modellen so sein, wie das Beispiel von Oneplus gezeigt hat.

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Fazit

Android 12 ist gleichbedeutend mit einer der auffälligsten Änderungen am Design des mobilen Betriebssystems seit Jahren. Der Umfang der Veränderungen und Einstellungsmöglichkeiten bei der Benutzeroberfläche deutet sich in der ersten Betaversion bereits an.

Nutzer können die Farbpalette sowie die Schrift und weitere Details nach eigenem Geschmack verändern. Zudem gibt es den neuen Always-On-Bildschirm sowie die neu gestaltete Benachrichtigungsübersicht und das neue Schnelleinstellungsmenü.

Das neue Design wirkt auf uns übersichtlich, vorteilhaft finden wir die bessere Beschriftung von Schaltflächen und die Auswahl an möglichen Symboldesigns. Der neue Look sieht immer noch nach Material Design aus, allerdings mit einem neuen Anstrich.

Interessant dürften die kommenden Betaversionen von Android 12 werden, wenn Google weitere Funktionen wie das Privacy Dashboard, die Kamera- und Mikrofonanzeige und die nur geschätzte Standortangabe für Apps einführt. Fertig sein soll Android 12 im August 2021, die Veröffentlichung dürfte dann im Herbst stattfinden.


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