Android 11: Corona-App muss nicht mehr Standortdaten aktivieren

Mit Android 11 wird eine Forderung von Datenschützern erfüllt. Doch davon profitieren erst sehr wenige Nutzer der Corona-Warn-App.

Artikel veröffentlicht am ,
Unter Android 11 müssen die Standortdienste nicht mehr aktiviert werden.
Unter Android 11 müssen die Standortdienste nicht mehr aktiviert werden. (Bild: Screenshot/Montage: Golem.de)

Die Corona-Warn-App der Bundesregierung muss bei der aktuellen Android-Version nicht mehr die Standortdaten des Geräts aktivieren. Ermöglicht wird dies durch eine Änderung der Bluetooth-Schnittstelle in Verbindung mit der neuen Android-Version 11, die seit einigen Wochen zur Verfügung steht. Anders als bei iOS-Geräten musste bei Android-Smartphones bislang der Zugriff auf die Standortdaten im Gerät aktiviert werden, damit die Kontaktnachverfolgung funktioniert. Die App selbst darf die Standortdaten jedoch nicht nutzen.

Stellenmarkt
  1. Technischer Kundenbetreuer - Collaboration & Workplace Services (m/w/d)
    OEDIV KG, Bielefeld
  2. SAP S / 4HANA Consultant (m/w/d)
    Lufthansa Industry Solutions AS GmbH, Norderstedt, Raunheim, Wetzlar
Detailsuche

Neben dem aktuellen Android muss die Corona-App auf die Bluetooth-Schnittstelle (Exposure Notification Framework) ab der Version EN 1.6.1 zugreifen. Bei der Corona-App von Deutscher Telekom und SAP ist dies seit dem 19. Oktober 2020 der Fall. Seit der Version 1.5.0 ist auch ein länderübergreifender Datenaustausch innerhalb der EU möglich.

Bei den Android-Versionen 6 bis 10 ist es erforderlich, den Zugriff auf die Standortdaten zu aktivieren, um die Corona-App nutzen zu können. Das hängt damit zusammen, dass Google die Nutzung von Bluetooth Low Energie (LE) an die Freigabe der Standortdaten geknüpft hat.

Kritik von Datenschützern

Das stieß bei Daten- und Verbraucherschützern wiederholt auf Kritik. "Will man die Corona-Warn-App nutzen, muss man das ganze Bündel an Ortungssignalen aktivieren und liefert Google damit permanent seinen genauen Aufenthaltsort", sagte der baden-württembergische Datenschutzbeauftragte Stefan Brink vor einem Monat und fügte hinzu: "Die Datensammelwut von Konzernen in Kombination mit einer App, zu deren Nutzung die Bürgerinnen und Bürger von ihrer Regierung zum Zweck des Gesundheitsschutzes aufgerufen werden, durch die aber umso mehr Daten an den Konzern gesendet werden, ist nicht tragbar."

Golem Akademie
  1. IT-Fachseminare der Golem Akademie
    Live-Workshops zu Schlüsselqualifikationen
  2. 1:1-Videocoaching mit Golem Shifoo
    Berufliche Herausforderungen meistern
  3. Online-Sprachkurse mit Golem & Gymglish
    Kurze Lektionen, die funktionieren
Weitere IT-Trainings

Von der neuen Möglichkeit dürften derzeit nur wenige Nutzer profitieren, da Android 11 erst über eine sehr geringe Verbreitung verfügt. Diese dürfte bei deutlich unter einem Prozent der Android-Nutzer liegen. Ein Test mit einem Pixel 4 XL unter Android 11 hat gezeigt, dass bei einer Deaktivierung des Standortdatenzugriffs die Corona-App weiterhin funktioniert. Auf andere Bluetooth-LE-Anwendungen scheint sich die neue Möglichkeit bislang nicht auszuwirken.

Dem RKI zufolge (PDF) wurde die Corona-Warn-App seit ihrem Start am 16. Juni 2020 rund 20,3 Millionen Mal heruntergeladen (Stand: 23. Oktober 2020). In dem Zeitraum seien etwa 2,1 Millionen positive und negative Testergebnisse übermittelt worden. Rund 18.126 Infizierte hätten ihr positives Testergebnis eingetragen und ihre Schlüssel hochgeladen.

Die Corona-Warn-App verbindet sich in der Regel einmal täglich mit den Backend-Servern, um die Schlüssel von Neuinfizierten herunterzuladen. Durch den Abgleich mit zuvor ausgetauschten IDs anderer Nutzer kann die App feststellen, ob es in den vergangenen 14 Tagen Kontakt mit Infizierten gab. Je nach Dauer und Abstand des Kontaktes zu Infizierten gibt die App eine Risikobewertung ab. Die App soll den Behörden dabei helfen, Infektionsketten zu unterbrechen.

Nachtrag vom 26. Oktober 2020, 11:53 Uhr

Wir haben deutlicher gemacht, dass die Corona-App zwar die Aktivierung der Standortdaten erfordert, jedoch selbst nicht darauf zugreifen darf.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


DeeMike 31. Okt 2020

Die Signatur, mit der die App signiert ist, muss auf einer Whitelist stehen.

tom.stein 27. Okt 2020

Was aber mit dem Thema hier schlicht nichts zu tun hat. Die körperliche Unversehrtheit...

zilti 26. Okt 2020

Du würdest dich wundern, wie unglaublich dickköpfig gewisse Ämter sein können in ihrer...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Mobiles Betriebssystem
iOS 15 mit Focus, OCR und schickem Facetime

Apple hat iOS 15 für iPhones und den iPod Touch vorgestellt. Radikale Neuerungen sind nicht dabei, dafür aber einige interessante Funktionen.

Mobiles Betriebssystem: iOS 15 mit Focus, OCR und schickem Facetime
Artikel
  1. Windows 11: Geplante Obsoleszenz ist schlecht, Microsoft!
    Windows 11
    Geplante Obsoleszenz ist schlecht, Microsoft!

    Kunden ärgern sich darüber, dass ihre vier Jahre alten Prozessoren bereits kein Windows 11 mehr unterstützen. Zu Recht.
    Ein IMHO von Oliver Nickel

  2. Apple Watch: watchOS 8 mit Achtsamkeits-Funktion und Porträt-Zifferblatt
    Apple Watch
    watchOS 8 mit Achtsamkeits-Funktion und Porträt-Zifferblatt

    Apple hat für die Apple Watch mit watchOS 8 ein neues Betriebssystem vorgestellt, das neue Zugriffs-, Konnektivitäts- und Achtsamkeitsfunktionen auf die Smartwatch bringt.

  3. Diablo 2 Resurrected: Entwickler äußern sich zu Blizzard-Boykott
    Diablo 2 Resurrected
    Entwickler äußern sich zu Blizzard-Boykott

    Für viele Spieler wäre Diablo 2 Resurrected ein Pflichtkauf. Blizzard soll aber nicht unterstützt werden. Das sagen Entwickler zum Dilemma.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MM-Prospekt (u. a. Asus Gaming-Notebook 17" RTX 3050 1.099€) • PCGH-PC mit Ryzen 5 3600 & RTX 3060 999€ • Samsung 970 Evo Plus 1TB 99€ • Saturn Hits 2021 (u. a. Philips 55" OLED 120Hz 1.849€) • Corsair RGB 16GB Kit 3600MHz 87,90€ • Dualsense Schwarz + Deathloop 99,99€ [Werbung]
    •  /