Andor Staffel 1 rezensiert: Das beste Star Wars seit 1983

Nicht Baby Yoda, sondern die Geschichte stiehlt bei Andor die Show: Der Mix aus tollen Charakteren und fantastischem Worldbuilding ist fast unschlagbar. Achtung, Spoiler!

Eine Rezension von und veröffentlicht am
Cassian Andors Geschichte ist spannend bis zuletzt.
Cassian Andors Geschichte ist spannend bis zuletzt. (Bild: Starwars.com/Disney)

Achtung! Wir besprechen in dieser Rezension Charaktere und Auszüge von Star Wars: Andor. Wer nichts wissen möchte, bevor er es selbst schaut, sollte ab hier nicht weiterlesen.

Inhalt:
  1. Andor Staffel 1 rezensiert: Das beste Star Wars seit 1983
  2. Echte Kulissen und tolle Charaktere

Nach all den Geschichten um Jedi, Supersoldaten und unbesiegbare Kopfgeldjäger in blastersicherer Beskar-Rüstung wirkt die Star-Wars-Serie Andor fast schon so, als gehöre sie in ein anderes Universum. Tatsächlich sind es aber Serien wie diese, die den ewig währenden Konflikt zwischen der Rebellen-Allianz und dem übermächtig wirkenden Imperium, zwischen Gut und sehr Böse, aber erst real und nahbar wirken lassen.

Andor ist nicht nur eine exzellente Star-Wars-Serie, sie ist die bisher wohl beste Star-Wars-Serie seit Langem. Sie steht in Atmosphäre und Immersion dem aktuellen Fan-Favoriten The Mandalorian in nichts nach, im Gegenteil: Für uns ist so sogar noch einmal besser. Das ist das beste Star Wars, seit 1983 Luke Skywalker gegen seinen Vater Darth Vader in Die Rückkehr der Jedi-Ritter angetreten ist.

Dabei geht es hier nicht einmal darum, nostalgische Gefühle zu erwecken oder schnelle unterhaltsame und actionlastige Wochengeschichten wie in The Mandalorian oder The Clone Wars zu erzählen. Die gibt es hier teils auch. Andor ruht sich darauf aber nicht aus, wie es zuletzt des Öfteren (wir schauen auf dich, Obi-Wan Kenobi!) der Fall war. Stattdessen werden über jeweils drei Folgen Storybögen gespannt, die uns begeistern.

Intrigen wie in Game of Thrones

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Andor ist langsam, entwickelt interessante Charaktere, spinnt Intrigen im Stil von Game of Thrones und zeigt, dass auch die Rebellen-Allianz für ihr ultimatives Ziel sprichwörtlich über Leichen geht. Das Imperium muss fallen - um jeden Preis. Entsprechend düstere Entscheidungen treffen viele der Hauptcharaktere ständig.

Verkauft Mon Mothma (Genevieve O'Reilly) ihre Integrität, um als Rebellenführerin unentdeckt zu bleiben? Was passiert mit den Rebellenzellen, die von Saw Gerrera (Forrest Whitaker) und anderen Figuren auf dem Schachbrett geführt werden? Was hat es mit dem mysteriösen Unterhändler Luthen Rael (Stellan Skarsgard) auf sich? Und wie wird Andor, der anfangs als egozentrischer und unangenehmer Antiheld dargestellt wird, zu einem wichtigen Element der Rebellen-Allianz?

Eins vorweg: Zwar baut Andor die Antworten zu diesen Fragen im Verlauf der zwölf Folgen spannend auf. Allerdings bleiben einige von ihnen erst einmal teils unbeantwortet. Das ist nicht schlecht, da dadurch genug Material für eine zweite Staffel übrigbleibt. Die ist übrigens bereits bestätigt und in Arbeit - danke, Disney! Angesichts der Cliffhanger am Ende der ersten Staffel wären wir bei fehlender zweiter Staffel allerdings auch etwas angesäuert gewesen.

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Strukturell unterscheidet sich Andor stark von bisherigen Serien wie The Mandalorian, The Book of Boba Fett und Obi-Wan Kenobi. Die Serie nimmt sich Zeit, die Welt von Star Wars aufzubauen. Episoden sind oft 40 Minuten lang. Die schon für heutige Standards überdurchschnittlich lange Staffel mit 12 Episoden wird noch länger.

Faszinierende Welt von Star Wars

Die Parallelen zum Sci-Fi-Noir-Film Blade Runner in der filmischen Darstellung sind dabei von Anfang an offensichtlich. Lange Totalen und Schwenks über ikonische Star-Wars-Welten wie Coruscant oder Kolonialwelten wie Ferrix sind nicht selten. Sogar eine Paradieswelt mit einem an Venice Beach erinnernden Sandstrand wird eingebaut.

Zugleich zoomt die Serie in die Welten hinein, zeigt wie Bürger und Adel auf Coruscant in winzigen Habitaten oder riesigen Palästen leben und wie einfache Schrottsammler sich in den letzten Ecken des Imperiums durchkämpfen. Andor zeigt, dass Star Wars eben nicht nur aus Tatooine besteht. Oder wie Anakin Skywalker sagen würde: "Ich mag Sand nicht." Das Design der einfachen Wohnung auf Coruscant erinnert uns übrigens sehr an den Wohncontainer unseres Charakters in Cyberpunk 2077. Die Vorstellung, dass einfache Bürger in einem derartigen modularen, funktionalen Wohnloch hausen, halten wir im fiktiven Star-Wars-Imperium für schlüssig, angesichts des Machtapparates, der darauf konzentriert ist, sich selbst und seine Vorteile zu erhalten. Auch hier passt das Setdesign also hervorragend zur Story.

Wenn wir uns selbst vorstellen können, wie das Leben in einer weit, weit entfernten Galaxis sein würde, hat die Serie alles richtig gemacht. Diese erfrischend neue Sicht auf die Star-Wars-Welt macht das Universum für uns nur noch interessanter. Dabei braucht es nicht einmal Lichtschwerter und Baby Yoda, wenngleich auch Andor mit dem leicht kaputten Roboter B ebenfalls einen sympathisch-liebenswerten Charakter bietet.

Vor allem am Anfang ist die sich langsam entwickelnde Geschichte für uns jedoch durchaus problematisch: Die ersten zwei Folgen erfordern aktives Dranbleiben. Sie geben die Spannung, die sich im Lauf der Serie entwickeln wird, noch nicht wieder, sind stattdessen stellenweise sogar etwas langatmig. Mit dieser Herangehensweise hätten die Serienmacher beinahe einen Flop produziert. Sobald die Serie aber der hervorragenden Charakterentwicklung mehr Platz einräumt und wir die Hintergründe der Figuren entdecken, lässt uns die Geschichte nicht mehr los.

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Echte Kulissen und tolle Charaktere 
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postemi 28. Nov 2022 / Themenstart

Ja dachte ich auch. Das Imperium wird als große Perfekt organisierte Unterdrückung...

postemi 28. Nov 2022 / Themenstart

Ich fand Mandalorian auch gut, vor allem Staffel 2. Andor ist aber mit Abstand am Besten.

Kakiss 27. Nov 2022 / Themenstart

Es ist vollkommen egal wie simpel oder komplex ein Plot ist, es kommt immer darauf an...

Eheran 25. Nov 2022 / Themenstart

Keine Ahnung, war nicht das Thema. Ich habe nur dx1 erklären wollen, dass man nicht...

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