Andor Folge 1 bis 3 rezensiert: Ein bisschen Blade Runner in Star Wars

In den ersten Minuten erinnert Andor an Ridley Scotts Blade Runner. Auch schafft die Serie etwas, das in Star Wars selten ist: einen Antihelden. Achtung, Spoiler!

Eine Rezension von veröffentlicht am
Andor spielt fünf Jahre vor dem ersten Star-Wars-Film.
Andor spielt fünf Jahre vor dem ersten Star-Wars-Film. (Bild: Disney)

Achtung! Wir besprechen in dieser Rezension Charaktere und Auszüge der ersten drei Folgen von Star Wars: Andor und gehen kurz auf den Spielfilm Rogue One: A Star Wars Story ein. Wer nichts wissen möchte, bevor er es selbst schaut, sollte ab hier nicht weiterlesen.

Inhalt:
  1. Andor Folge 1 bis 3 rezensiert: Ein bisschen Blade Runner in Star Wars
  2. Ein stotternder Droide in Andor

Nur wenig Licht leuchtet dem grimmig dreinschauenden Cassian Andor den Weg in eine dunkle Gasse in einer futuristisch wirkenden Stadt. Es ist Nacht. Drinnen tanzen merkwürdige Gestalten in kugelrunden Schaufenstern. Draußen regnet es ununterbrochen. Im Hintergrund hören wir Musik mit klassischen Instrumenten und Tönen aus dem Synthesizer.

Obwohl es so wirkt: Diese Szene ist nicht etwa aus einer Serie im Stile des Sci-Fi-Noir-Films Blade Runner. Sie ist aus Andor, einer neuen Star-Wars-Serie, die eine Vorgeschichte zum Krieg der Sterne erzählt, mit dem Protagonisten Andor und seinem Werdegang zu einer wichtigen Spielfigur im Kampf gegen das galaktische Imperium. Die Parallelen mit Blade Runner sind allerdings offensichtlich.

Dabei überrascht uns Andor positiv, denn es erzählt eine Star-Wars-Geschichte aus einer anderen Perspektive, abseits von mächtigen Jedi, fiesen Sith oder lasersicheren Mandalorianern. Andor ist düster, skrupellos und erwachsen - eine interessante Mischung aus Cyberpunk, Retrocharme und Star-Wars-Nostalgie. Es ist aber auch nicht perfekt.

Vom Langfinger zum Spion

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Wie Blade Runner muss nämlich auch die Disney+-Serie lange Fahrt aufnehmen. In den ersten zwei Episoden werden diverse Charaktere eingeführt und Protagonist Cassian Andor, der wieder vom Star-Wars-Veteranen Diego Luna verkörpert wird, wird vor diverse Probleme gestellt. Es ist schnell klar, dass er in seiner Heimat nicht unbedingt beliebt ist: Überall hat er Schulden und Gefallen offen und muss sich mehr oder weniger legal durchs Leben schlagen.

Und dann kommt es auch noch zu einem ungewollten Vorfall, der dem Langfinger die imperiale Polizei in blauen Uniformen auf den Hals hetzt. Sie wird geführt von einem unerfahrenen und übereifrigen Offizier namens Syril Karn (fabelhaft gespielt von Kyle Soller), der offensichtlich keine Ahnung von Feldeinsätzen hat und von seinen Untergebenen entsprechend wenig respektiert wird. Er und sein Team müssen bald feststellen, dass sie sich auf den falschen Fall eingelassen haben.

Andor ist nämlich nicht irgendein Dieb. Er geht sprichwörtlich über Leichen und kennt nur wenig Gnade, wenn es um den eigenen Vorteil geht. Showrunner Tony Gilroy schafft hier einen interessanten Charakter, den wir so im Star-Wars-Universum selten sehen. Andor ist wie Harrison Fords Rick Deckard in Blade Runner ein echter Antiheld. Seine Motivation ist weder nobel, noch dient sie (zunächst) dem Gemeinwohl. Andor würde in der Wirklichkeit wohl wenige Freunde haben. Und sein Schicksal im grandiosen Star-Wars-Film Rogue One spiegelt die Definition des Antihelden wider.

Etwas langsamer Serienstart

Bis zu diesem Punkt vergehen allerdings noch einige Jahre, denn die Serie Andor spielt im Jahr 5 BBY. Zum Verständnis: Das ist ein Akronym für Before Battle of Yavin und gilt im Star-Wars-Kanon als offizielle Zeitrechnung. Die Schlacht von Yavin umfasst den finalen Kampf der Rebellen-Allianz gegen den Todesstern im ersten Star-Wars-Film Episode 4: Eine neue Hoffnung und wird als Jahr Null angesehen, also 0 BBY.

  • Cassian Andor (Diego Luna) ist der Protagonist der Serie. (Bild: Disney)
  • Der Droide B2EMO steht ihm treu zur Seite (Bild: Disney)
  • Auf seiner Reise trifft Andor auf Luthen Rael, gespielt von Stellan Skarsgard. (Bild: Disney)
  • Andor (Bild: Disney)
  • Andor (Bild: Disney)
  • Andor (Bild: Disney)
  • Andor (Bild: Disney)
  • Mon Mothma (Genevieve O'Reilly) ist eine Schlüsselperson der Rebellion. (Bild: Disney)
  • Andor infiltriert das Imperium. (Bild: Disney)
  • Saw Gerrera wird wieder von Forrest Whitaker gespielt und war bisher noch nicht zu sehen. (Bild: Disney)
  • Ein Gegenspieler ist der Offizier Syril Karn, gespielt von Kyle Soller. (Bild: Disney)
Der Droide B2EMO steht ihm treu zur Seite (Bild: Disney)

Andor hat demnach ein paar Jahre Zeit, um die Geschichte unseres Protagonisten und den Aufstieg der Rebellen-Allianz abzuschließen. Bei der sehr langsamen Geschwindigkeit, die die ersten beiden Folgen vorlegen, halten wir das für eine knappe Zeit. Hier läuft Andor die Gefahr, erste Zuschauer zu verlieren und Kritik zu ernten.

Die würden ihre Entscheidung allerdings bereuen. Denn in der dritten Folge, die gleichzeitig mit den ersten beiden Episoden als Pilot veröffentlicht wurde, bekommen wir nicht nur einen extrem spannenden Aufbau und brodelnde Atmosphäre zu spüren. Auch stellt sich die dort gezeigte Actionszene als sehr kreativ und unterhaltsam heraus. Wir wollen direkt wissen, wie es mit unseren vielen Charakteren weitergeht.

Von denen gibt es schließlich eine ganze Menge - genauso wie Star-Wars-Magie.

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Ein stotternder Droide in Andor 
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