Anand Chandrasekher: Server-Chef verlässt Qualcomm
Kurz nachdem durchgesickert ist, dass Qualcomm evaluiert, die Centriq-Serversparte zu schließen oder zu verkaufen, geht Anand Chandrasekher. Er teilte per Twitter mit, dass er nach sechs Jahren das Unternehmen verlässt(öffnet im neuen Fenster) und lobte die Arbeit des Teams. Denn die Centriq 2400 sollen eine höhere Leistung pro Watt abliefern als Intels Xeon SP. Dennoch scheint Qualcomm nicht an den Erfolg zu glauben. CEO Steve Mollenkopf sagte, der Hersteller werde abseits seines Kernsegments – den Snapdragons – einsparen.
Qualcomm hatte die Centriq über mehrere Jahre hinweg entwickelt, im Herbst 2015 zeigte der Hersteller eine erste Version mit 24 Kernen, sie wird mittlerweile als Centriq 1400 bezeichnet. Zugriff darauf hatten aber nur enge Partner, die Chips wurden nie regulär verkauft. Im Dezember 2016 kündigte Qualcomm dann die Centriq 2400 an: Die CPUs nutzen 48 Kerne mit Falkor-Technik basierend auf der ARM-v8-Architektur und werden im 10LPE-Verfahren bei Samsung gefertigt. Im November 2017 erfolgte der offizielle Marktstart, zu den ersten potenziellen Kunden zählte Cloudflare.
Als 64 Bit noch ein Gimmick war
Anand Chandrasekher arbeitete bis 2011 bei Intel, wo er für die Atom-Sparte für Mobile verantwortlich war; mittlerweile wird die Architektur auch für Server-Chips verwendet. 2012 wechselte er zu Qualcomm und wurde dort Marketing-Chef. Schon 2013 musste er aber wieder von diesem Posten zurücktreten, nachdem er Apples A7, das erste 64-Bit-SoC für Smartphones, als unnützes Gimmick bezeichnet hatte. Im April 2014 veröffentlichte Qualcomm ungeachtet dessen den Snapdragon 810 mit 64-Bit-Kernen.
Einen Nachfolger für den Server-Chef hat Qualcomm nicht benannt, auch den Weggang von Anand Chandrasekher wollte der Hersteller bisher nicht kommentieren.