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Analysesoftware: Palantir steigert Umsatz um 85 Prozent

Die US-Analysesoftware Palantir profitiert stark von Aufträgen der US-Regierung. Die Bundeswehr will die Software hingegen nicht einsetzen.
/ Friedhelm Greis und dpa
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Die Geschäfte von Palantir laufen in den USA gerade sehr gut. (Bild: Arnd Wiegmann/Reuters)
Die Geschäfte von Palantir laufen in den USA gerade sehr gut. Bild: Arnd Wiegmann/Reuters

Das Geschäft der US-Datenanalysefirma Palantir ist im ersten Quartal 2026 erneut rasant gewachsen. Das KI-Unternehmen steigerte dem Quartalsbericht zufolge(öffnet im neuen Fenster) den Umsatz im Jahresvergleich um 85 Prozent auf 1,6 Milliarden US-Dollar und hob seine Prognose für das gesamte Jahr an.

Palantir ist auf die Auswertung großer Datenmengen spezialisiert und liefert unter anderem Software, mit der Geheimdienst- und Militär-Informationen analysiert werden.

Hohe Nachfrage in USA

Das aktuelle Wachstum kommt vor allem aus dem US-Geschäft. Die Erlöse im Heimatmarkt waren im vergangenen Vierteljahr mit 1,28 Milliarden Dollar gut doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor. Das Geschäft mit Regierungsbehörden wuchs um 84 Prozent auf 687 Millionen Dollar. Software von Palantir wird unter anderem vom Heimatschutzministerium und vom Pentagon eingesetzt – Medienberichten zufolge auch im Iran-Krieg. Das Geschäft mit Unternehmen in den USA stieg um 133 Prozent auf 595 Millionen Dollar.

Palantir-Chef Alex Karp sagte in einer Telefonkonferenz mit Analysten, die Nachfrage in den USA sei aktuell so groß, dass die Firma nicht hinterherkomme.

Bundeswehr will keine Palantir-Software

In Deutschland ist der Einsatz von Palantir-Software hingegen stark umstritten. So setzt der Chef der Cybertruppe der Bundeswehr, Thomas Daum, beim Aufbau einer militärischen Cloud zur Datenverarbeitung und für KI-Anwendungen nicht auf Palantir. "Das sehe ich momentan überhaupt nicht", sagte der Vizeadmiral Ende April 2026 dem Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) (Paywall). Palantir erfülle bestimmte Voraussetzungen der Bundeswehr nicht.

Das Unternehmen bietet unter dem Namen Maven eine Software an, die in der Nato und von mehreren Nato-Verbündeten eingesetzt wird. "Bei der Nato ist diese Software im Einsatz, das wissen wir, und das nutzen wir auch. Und wir sehen auch die Erkenntnisse, die sich daraus ergeben", sagte Daum, der als Inspekteur den Cyber- und Informationsraum der Bundeswehr führt.

Allerdings gehe es auch um die Frage, wer diese Software bediene. "Das machen in der Nato tatsächlich Vertreter der Industrie, also der Firma Palantir", sagte Daum und fügte hinzu: "So sehr wir an der Funktionalität interessiert sind für unseren eigenen Datenbestand, so unvorstellbar ist es eben momentan, Industriemitarbeiter auf den nationalen Datenbestand zuzulassen."

Nach Informationen des Handelsblatts wurden von der Bundeswehr zwei deutsche und ein französischer Anbieter ausgewählt: Almato aus Stuttgart, eine Tochter des deutschen IT-Anbieters Datagroup, sowie die Software des Berliner Start-ups Orcrist und Chapsvision aus Paris. Deren Software solle diesen Sommer geprüft und ein Auftrag zum Jahresende vergeben werden.


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