iPhone SE: Das letzte Stück Mut hat Apple gefehlt
Im Vorfeld war viel über das dritte iPhone-Modell spekuliert worden, das parallel zum iPhone 6S und zum iPhone 6S Plus erscheint. Das meiste hat sich bewahrheitet, und es zeigt sich, dass Apple am Ende wohl doch der Mut verlassen hat. Das iPhone SE hat viel Technik vom iPhone 6S übernommen, aber eben auch ganz bewusst auf einige Ausstattungsdetails verzichtet.
Der bisher günstigste Neueinstieg in die iPhone-Welt
Ein Blick auf die gesamte Ausstattung des iPhone SE macht deutlich, dass Apple mit dem neuen Modell vor allem eine neue Kundengruppe erschließen möchte: den Neueinsteiger. Denn der Einstieg in die iPhone-Welt ist mit dem neuen Modell so günstig wie nie zuvor – jedenfalls für ein Modell, das gerade frisch auf den Markt kommt.

Zuvor setzte das iPhone 5C den niedrigsten Preis für einen iPhone-Einstieg, der aber mit 600 Euro immer noch sehr hoch war. Hier setzt der Preispunkt von 490 Euro für das iPhone SE einen neuen Wert. Wer aber etwas mehr damit anstellen möchte und auf das 64-GByte-Modell setzt, zahlt dann auch schon gleich wieder knapp 600 Euro.
Nicht einfach ein kompaktes iPhone 6S
Mit Apples Konzentration auf die Erschließung neuer Käufergruppen dürften viele Bestandskunden verprellt werden, die sich ein kompaktes Modell erträumt haben, das alle Leistungsdaten des iPhone 6S zu bieten hat. Zwar steckt im neuen iPhone-Modell sehr viel Technik vom iPhone 6S, aber der druckempfindliche Touchscreen ist nicht dabei. Das dürfte für viele langjährige iPhone-Fans noch verzichtbar erscheinen und durch den günstigeren Anschaffungspreis ausgeglichen werden. Hier könnte die schwächere Frontkamera im Alltag schon schwerer ins Gewicht fallen.
Noch schwerer wiegt Apples Verzicht, ein iPhone SE mit 128 GByte Speicher anzubieten: Vor allem langjährige iPhone-Besitzer, die ihr Smartphone intensiv nutzen wollen, würden Apple ein solches Modell abnehmen. Offenbar überwiegt hier Apples Sorge, dass die Unterscheidung zwischen dem SE-Modell und den 6Ser-Modellen für den Kunden immer schwieriger wird. Es wäre nur noch die Displaygröße, die den Unterschied machte.
Apples mutlose Entscheidung zur Displaygröße
Apropos Displaygröße: Etwas mutlos scheint Apple auch hier vorgegangen zu sein. Das neue Modell soll gut mit einer Hand zu bedienen sein. Aber das ist auch mit einem Touchscreen möglich, der größer als 4 Zoll ist. Selbst mit einem 4,5 Zoll großen Display wäre eine passable Einhandbedienung möglich, und der Käufer hätte den Vorteil, dass das Tippen auf der Bildschirmtastatur durch das größere Display einfacher wäre und Webseiten mehr Platz zur Verfügung hätten.
Wer sich mit den großen Displays der 6er-Modellreihe nicht anfreunden konnte, wird sich wohl dennoch auf das iPhone SE einlassen – in Ermangelung an Alternativen: Denn es bietet eine deutlich bessere Ausstattung als das iPhone 5S, bei dem viele Bestandskunden von Apple erst einmal hängengeblieben sind. Noch Ende Januar 2016 hatte Apple-Chef Tim Cook eingestanden, dass noch immer 60 Prozent der Apple-Kunden ältere iPhones aus der Zeit vor den größeren 6er-Modellen verwenden würden. Es bleibt bedauerlich, dass Apple diesen Stammkunden mit dem iPhone SE nicht genau das gibt, was sie haben wollen: ein iPhone 6S mit aller Technik und einem kleineren Display.
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