Analog: Privatradioverbände gegen UKW-Abschaltung

ARD und Deutschlandradio wollen das analoge UKW-Radio schnell abschalten, um Kosten zu sparen. Die Privatradioverbände sperren sich nun komplett dagegen.

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ARD-Vorsitzende Karola Wille
ARD-Vorsitzende Karola Wille (Bild: ARD)

Die Arbeitsgemeinschaft Privater Rundfunk (APR) und der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) wehren sich gegen eine UKW-Abschaltung, die von ARD und Deutschlandradio als Einsparmöglichkeit vorgeschlagen wird. "Die UKW-Verbreitung bedeutet für die Privaten ihre Existenzgrundlage", sagte Klaus Schunk, Vorsitzender des Fachbereichs Radio und Audiodienste des VPRT und Geschäftsführer von Radio Regenbogen.

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ARD und Deutschlandradio spielten "ein falsches Spiel gegenüber der Politik, wenn sie im Bereich der UKW-Verbreitung kurzfristige Einsparpotenziale in zweistelliger Millionenhöhe aufzeigen". Früher hatten die Privatradioverbände eine Analogabschaltung nicht komplett abgelehnt.

Im Gesamtbericht des öffentlich-rechtlichen Deutschlandradios, "Auftrag und Strukturoptimierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks", heißt es: "Großes Sparpotenzial bietet aus unserer Sicht auch die vollständige Abschaltung des UKW-Netzes zu einem festen Datum, gemeinsam mit der ARD. Sollte sich die Politik auf diese Maßnahme einigen, entfiele der derzeitige Parallelbetrieb von UKW und DAB+. Dies würde die technischen Kosten allein bei Deutschlandradio um rund 14 Millionen Euro pro Jahr senken. Bei den Landesrundfunkanstalten wäre diese Summe um ein Vielfaches höher. "

Die ARD will auch in der Verbreitung über Satelliten den Analogausstieg und erklärte: "Je früher der gemeinsame Umstieg von UKW auf DAB+ und Ausstieg aus der parallelen Satellitenverbreitung in SD und HD gelingen, desto eher können sich die Effizienzgewinne realisieren."

Media Broadcast will Ausstieg aus UKW-Infrastruktur

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Der APR-Vorsitzende Felix Kovac erklärte: "Die Privatradios investieren in die UKW-Infrastruktur, nachdem die derzeit marktbeherrschende Media Broadcast Antennen und Sender abstößt - unter Androhung des Abschaltens durch das Unternehmen, das letztendlich aus der Poststrukturreform hervorgegangen ist." Zehn bis 15 Jahre dauere es, um dies selbst oder für langfristige Verträge mit neuen Wettbewerbern zu refinanzieren, rechnete Kovac vor. Auch vor diesem Hintergrund sei die Forderung der ARD nach frühzeitiger politischer Entscheidung zur UKW-Abschaltung für ihre Konkurrenz "eine Anmaßung".

Einen Termin für die UKW-Abschaltung in Deutschland gibt es noch nicht. Bisherige mögliche Abschalttermine wurden immer wieder aus den Gesetzesvorlagen gestrichen.

In Norwegen wird seit Januar der analoge UKW-Hörfunk zugunsten von Digitalradio DAB+ abgeschaltet. Die Tagesreichweiten sind nach der Umstellung deutlich weniger zurückgegangen als erwartet und bewegen sich fast auf Vorjahresniveau. Aktuell hören über 64 Prozent der Norweger täglich Radio. Vor genau einem Jahr waren es 67,1 Prozent. Als letzte Provinzen werden Troms und Finnmark am 11. Dezember auf DAB+ umgestellt. 24 Prozent der Norweger hören Radio über das Internet.

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