Analog-Abschaltung: Private Sender bezweifeln Machbarkeit von DAB+

Die privaten Sender halten das digitale Radio DAB+ für falsch konzipiert. "Bei dem Übertragungsweg DAB+ kritisieren wir neben der fehlenden Akzeptanz der Konsumenten, dass die technische Struktur ausschließlich nach den landesweiten und bundesweiten Bedürfnissen der ARD aufgebaut wird" , sagte Klaus Schunk(öffnet im neuen Fenster) , Vorsitzender des Fachbereichs Radio und Audiodienste im VPRT (Verband Privater Rundfunk und Telemedien), am 30. November 2016.
"Der Start des Ausschreibungsprozesses für den zweiten bundesweiten DAB+-Multiplex ist für Dezember 2016 geplant. An dessen Ende wird in der ersten Jahreshälfte 2017 die Auswahl eines zukünftigen Plattformbetreibers stehen. Dieser wird dann seine Planungen bekanntgeben" , sagte eine Sprecherin der Medienanstalten Golem.de.
ARD verdrängt andere
Eine Abbildung der vielfältigen lokalen und regionalen Angebote der privaten Anbieter bleibe de facto unberücksichtigt. "In diesem Thema wird Technik zunehmend zum Selbstzweck, und Inhalte dienen und folgen nur noch der Technik. Das ist ein verhängnisvoller publizistischer Irrweg" , erklärte Schunk.
Das Analogradio soll abgeschaltet und durch DAB+ ersetzt werden. Während das Deutschlandradio die UKW-Abschaltung im Jahr 2025 für richtig hält, wollte die ARD sich bisher noch nicht festlegen.
Die ersten ausgeschriebenen terrestrischen Übertragungskapazitäten des bundesweiten Digitalradio-Multiplexes wurden im Sommer 2016 vergeben. Der zweite Multiplex soll bundesweit im Kanal 5A laufen. Die Ausschreibung ist auf den Weg gebracht .
Insbesondere die ARD nutze laut VPRT die Digitalisierung für eine stetigen Ausbau ihrer Jugendangebote auf UKW. Schon heute führe dieser Wettbewerb, in den in den regionalen Märkten auch zunehmend neue internationale Player treten, zu einer Existenzbedrohung der vielfältigen lokalen Radioangebote. "Wir brauchen einen Runden Tisch mit allen Beteiligten, der ohne Vorbehalte und Vorgaben diese Fragen und Probleme abarbeitet" , sagte Schunk. Die Privaten wollten sich nicht mit "Krümeln der digitalen Übertragungswege " , deren technische Machbarkeit in den regionalen Räumen noch nicht belegt sei, abspeisen lassen.



