Antimateriedetektor: Hat AMS Hinweise auf dunkle Materie gefunden?

Mehr als ein Viertel des Universums besteht aus einer unsichtbaren Materie: Das Weltrauminstrument AMS-2 hat mutmaßlich erste Hinweise auf diese dunkle Materie eingefangen.

Artikel veröffentlicht am ,
AMS-2 auf der ISS: 400.000 Positronen
AMS-2 auf der ISS: 400.000 Positronen (Bild: Nasa)

Das Weltrauminstrument Alpha Magnetic Spectrometer (AMS-2) hat erste Hinweise auf dunkle Materie im Weltall entdeckt. Die dunkle Materie, aus der über ein Viertel des Universums bestehen soll, konnte bisher nicht nachgewiesen werden.

Stellenmarkt
  1. Geschäftsprozesskoordinator- *in IP-Management
    Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V., München
  2. SAP FI/CO Berater (m/w/d)
    über duerenhoff GmbH, Hamburg
Detailsuche

Das Messinstrument, das außen an der Internationalen Raumstation (International Space Station, ISS) sitzt, untersucht die Partikel der kosmischen Strahlung. AMS habe in den ersten anderthalb Jahren rund 400.000 Positronen gefunden, erklärten die Forscher um Samuel Ting in einem Seminar am europäischen Kernforschungszentrum Cern in Genf.

Größte Menge an Antimaterie-Teilchen

Das sei die größte bisher festgestellte Menge an Antimaterie-Partikeln, berichtete Ting. Bislang hatten Forscher auf der Erde in Teilchenbeschleunigern künstlich Antimaterie erzeugt, etwa Antiwasserstoff oder Antihelium. Dabei entstanden aber jeweils nur wenige Antiteilchen.

Das Positron ist ein positiv geladenes Elementarteilchen, das das Antiteilchen zum Elektron bildet. Treffen ein Positron und ein Elektron aufeinander, löschen sie sich gegenseitig aus. Die Positronen hätten eine Energie von 0,5 bis 250 Gigaelektronenvolt (GeV), wobei der überwiegende Teil jedoch im Bereich zwischen 20 GeV und 250 GeV gelegen habe, schreiben die Forscher in der Fachzeitschrift Physical Review Letters.

Teilchen und Antiteilchen in einem

Golem Akademie
  1. Einführung in die Programmierung mit Rust: virtueller Fünf-Halbtage-Workshop
    21.–25. März 2022, Virtuell
  2. CEH Certified Ethical Hacker v11: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    10.–14. Januar 2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Die Positronen könnten ein Hinweis auf die dunkle Materie sein: Dunkle Materie besteht mutmaßlich aus sogenannten Wimps - eine Abkürzung für Weakly Interacting Massive Particles (schwach wechselwirkende massereiche Teilchen). Diese Teilchen sollen ihre eigenen Antiteilchen sein - treffen also zwei Wimps aufeinander, sollen sie sich gegenseitig auslöschen, wobei Positronen und Elektronen entstehen.

Die Daten, die das AMS-2 gesammelt habe, zeigten keine signifikanten Schwankungen über die Zeit sowie keine bevorzugte Richtung, aus der die Positronen kamen. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass sie das Abfallprodukt der Annihilation von Dunkle-Materie-Partikeln seien.

Ursprung Pulsar?

Die Forscher sind jedoch vorsichtig. Die Positronen könnten auch anderen Ursprungs sein, etwa von Pulsaren stammen, erklärten sie. "In den kommenden Monaten wird uns AMS überzeugend sagen können, ob diese Positronen ein Anzeichen für dunkle Materie sind oder ob sie einen anderen Ursprung haben", sagte Ting.

Dunkle Materie soll mehr als ein Viertel des Universums ausmachen. Bisher konnte sie jedoch noch nicht direkt beobachtet werden, sondern nur durch ihre Interaktion mit sichtbarer Materie. Sie gilt als "eines der größten Rätsel der Physik".

AMS-2

Das AMS-2 ist ein Detektor, der ankommende geladene Partikel wie Protonen oder Elektronen untersucht. Ein Magnet lenkt diese auf verschiedene Detektoren, die erfassen, um welche Art von Teilchen es sich handelt, etwa Protonen oder Elektronen, deren Energie, Ladung und Masse sowie aus welcher Richtung sie gekommen sind, damit Forscher ihren Ursprung ermitteln können. Bislang hat AMS rund 25 Milliarden Partikel eingefangen und untersucht, bevor diese mit der Erdatmosphäre in Berührung kommen und interagieren konnten.

Das Instrument ist an der ISS angebracht. Es war im Mai 2011 vom Spaceshuttle Endeavour zur ISS gebracht worden. Es war der letzte Flug der Endeavour und die vorletzte Spaceshuttle-Mission.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Feldversuch E-Mobility-Chaussee
So schnell bringen E-Autos das Stromnetz ans Limit

Das Laden von Elektroautos stellt Netzbetreiber auf dem Land vor besondere Herausforderungen. Ein Pilotprojekt hat verschiedene Lösungen getestet.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

Feldversuch E-Mobility-Chaussee: So schnell bringen E-Autos das Stromnetz ans Limit
Artikel
  1. Encrochat-Hack: Damit würde man keinen Geschwindigkeitsverstoß verurteilen
    Encrochat-Hack
    "Damit würde man keinen Geschwindigkeitsverstoß verurteilen"

    Der Anwalt Johannes Eisenberg hat sich die Daten aus dem Encrochat-Hack genauer angesehen und viel Merkwürdiges entdeckt.
    Ein Interview von Moritz Tremmel

  2. Ikea Åskväder: Modulare Steckdosenleiste startet in Deutschland
    Ikea Åskväder
    Modulare Steckdosenleiste startet in Deutschland

    Die modulare Steckdosenleiste von Ikea ermöglicht viele Anpassungsmöglichkeiten und wird erstmals auf der Ikea-Webseite gelistet.

  3. Aus dem Verlag: Golem-PC mit Geforce RTX 3080 und Core i9-12900K
    Aus dem Verlag
    Golem-PC mit Geforce RTX 3080 und Core i9-12900K

    Alder Lake als schnellste Gaming-CPU am Markt und eine Geforce RTX 3080 für Raytracing: Der Golem Ultra Plus kombiniert beides in einem PC.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Gaming-Monitore zu Bestpreisen (u. a. Samsung G9 49" 32:9 Curved QLED 240Hz 1.149€) • Spiele günstiger: PC, PS5, Xbox, Switch • Zurück in die Zukunft Trilogie 4K 31,97€ • be quiet 750W-PC-Netzteil 87,90€ • Cambridge Audio Melomonia Touch 89,95€ • Gaming-Stühle zu Bestpreisen [Werbung]
    •  /