Ammoniak als Schiffstreibstoff: Riecht stechend, schont aber die Umwelt

Auf der Suche nach sauberen Antrieben für Schiffe wird neben Wasserstoff auch Ammoniak erprobt. In Norwegen soll in drei Jahren ein solches Schiff in See stechen.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Viking Energy: erstes Schiff mit einer Brennstoffzelle, die mit Ammoniak betrieben wird
Viking Energy: erstes Schiff mit einer Brennstoffzelle, die mit Ammoniak betrieben wird (Bild: Eidesvik)

Seeschiffe sind nach Angaben des Umweltbundesamtes für rund 2,6 Prozent der weltweiten Kohlendioxid-Emissionen verantwortlich. Hinzu kommen Schwefeloxide (SOx), Stickstoffoxide (NOx) sowie Ruß und Feinstaub. Da etwa 90 Prozent des Welthandels auf dem Seeweg abgewickelt werden, muss die Schifffahrt also unbedingt saubere Antriebe bekommen, um klimafreundlicher zu werden.

Inhalt:
  1. Ammoniak als Schiffstreibstoff: Riecht stechend, schont aber die Umwelt
  2. Die Viking Energy emittiert Wasser und Stickstoff
  3. Das Schiff fährt mit grünem Ammoniak

Eine Möglichkeit sind Brennstoffzellen mit Wasserstoff. Ihr Einsatz wird seit einigen Jahren auf Schiffen getestet. In Frankreich soll der erste Brennstoffzellen-Frachter im September auf der Seine in Dienst gestellt werden. In Berlin wird das Brennstoffzellen-Schubboot Elektra gebaut. Es soll schon bald auf Wasserstraßen im Raum Berlin-Brandenburg und später bis nach Hamburg im Einsatz sein.

Wasserstoff ist fast dreimal so energiereich wie Benzin. Allerdings hat er eine sehr niedrige Dichte und muss stark komprimiert oder heruntergekühlt werden, um ihn vernünftig transportieren zu können. Das wiederum kostet eine ganze Menge Energie.

Deswegen werden inzwischen Brennstoffzellen-Schiffe mit einem anderen Treibstoff als Wasserstoff erwogen: mit Ammoniak. Erprobt wird das zum Beispiel mit dem norwegischen Schiff Viking Energy. Das ist ein 95 Meter langer Versorger (Platform Supply Ship, PSV), der Material zu Bohrinseln und anderen Offshore-Einrichtungen bringt. Das Schiff hat im Moment einen dieselelektrischen Antrieb inklusive Akkus als Stromspeicher. Als Kraftstoff wird aber nicht nur Diesel verbrannt, sondern auch Flüssiggas (Liquid Natural Gas, LNG).

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In Zukunft sollen die Maschinen jedoch nicht mehr mit Strom aus Dieselgeneratoren betrieben werden: Im Rahmen des von der Europäischen Union geförderten Projekts ShipFC wird die Viking Energy mit einem Brennstoffzellensystem ausgestattet, das eine Leistung von zwei Megawatt haben soll. Statt mit Wasserstoff soll diese Zelle eben mit Ammoniak betrieben werden.

Das funktioniert eigentlich ähnlich wie mit Wasserstoff.

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Die Viking Energy emittiert Wasser und Stickstoff 
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Eheran 12. Mai 2021

Tatsächlich muss so ziemlich jeder Tank mit Überdruck alle paar Jahre abgenommen werden...

Copper 11. Mai 2021

Was soll daran komisch sein? Es werden Vorgaben zu Dingen gemacht, mit denen Otto-Normal...

Eheran 08. Mai 2021

Kleine Info: Jede Reaktion, die Energie liefert, entnimmt dem Produkt (bzw. Edukt) eben...

Mikrotherion 08. Mai 2021

Für die Umwelt vermutlich weniger schlimm, für die Personen auf den Schiffen dafür...

Mikrotherion 08. Mai 2021

Doch, kommt nur auf den Blickwinkel an. Von der Teilchenzahl her sind es 3/4 Wasserstoff...



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