Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Amiga Unix: Vergessenes Commodore-System soll bewahrt werden

Amiga Unix war ein kurzlebiges und unbekanntes Workstation-Betriebssystem, das von einigen Entwicklern nicht aufgegeben wird.
/ Mike Faust
7 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Amiga Unix wurde nur in den Jahren 1990 bis 1992 vertrieben. (Bild: DAMIR SENCAR/AFP via Getty Images)
Amiga Unix wurde nur in den Jahren 1990 bis 1992 vertrieben. Bild: DAMIR SENCAR/AFP via Getty Images

Die Softwareentwickler asokero, isoriano1968 und jusii wollen mit dem Projekt amigaux.org das Betriebssystem Amiga Unix (System V Release 4) von Commodore auf neuerer Amiga-Hardware lauffähig machen.

Als Motivation nennen die Entwickler der zum Projekt gehörenden Webseite(öffnet im neuen Fenster), dass ihnen kein nutzloseres Projekt eingefallen sei. In der darauffolgenden längeren Erklärung führen sie aus, dass sie damit vor allem ein weitgehend vergessenes Stück Computergeschichte bewahren und sich mit dem historischen System vertraut machen wollen.

Amiga Unix existierte von 1990 bis 1992 und war bezüglich der Hardware extrem anspruchsvoll, wodurch es im Wesentlichen nur auf den Modellen A2500UX und A3000UX installiert werden konnte. Im Gegensatz zu AmigaOS verschwand es nach dem Entwicklungsstopp durch Commodore rasch vom Markt.

Interessierte können sich am Projekt beteiligen

Auf der technischen Seite unterstützt das Projekt bereits Prozessoren der Typen 68040 und 68060 (mit zwingend erforderlicher MMU), Beschleunigerkarten wie die Z3660 sowie SCSI-Treiber für Erweiterungskarten wie die A4091 und A4092.

Die Installation ist sowohl auf echter Hardware über Diskette und CD-ROM als auch in Emulatoren wie Amiberry per Image-Dateien möglich. Darüber hinaus bietet das Projekt einen eigenen Paket-Manager namens apkg zur Installation moderner GNU-Werkzeuge (wie grep, gzip oder less), eine Linux-basierte Cross-Toolchain, einen einsatzbereiten Openlook-Desktop sowie eine lauffähige Version des Spiels Quake.

Aktuell wird an weiteren Funktionen wie RTG-Grafiktreibern für Beschleunigerkarten, X11R6.3- und Mesa-Paketen, einer verbesserten Netzwerkgeschwindigkeit und einem schreibgeschützten CD-Dateisystem gearbeitet. Ziel für die Zukunft ist unter anderem ein nativer, modernisierter GCC-Compiler direkt auf dem System sowie eine vollständige Veröffentlichung samt Dokumentation, Anleitungen und Quellcodes.

Das Projekt stützt sich in vielen Bereichen auf KI, ohne die die zeitintensive Anpassung alter Treiber und Systemkomponenten laut den Initiatoren in ihrer Freizeit kaum realisierbar gewesen wäre. Dennoch sind monatelange Tests auf echter Hardware erforderlich. Interessierte können sich über die Github-Repositories informieren sowie im Discord-Server von Amiga.dev oder in den EAB-Foren an der Weiterentwicklung beteiligen.


Relevante Themen