AMDs Upscaling im Test: Das kann FidelityFX Super Resolution

AMDs DLSS-Konter ist da: FidelityFX Super Resolution funktioniert vorerst in sieben Spielen, vor allem der Ultra-Quality-Modus gefällt uns gut.

Ein Test von veröffentlicht am
Überblick zu FidelityFX Super Resolution
Überblick zu FidelityFX Super Resolution (Bild: AMD)

AMD hat FidelityFX Super Resolution vorgestellt, wie der Hersteller sein eigenes Upscaling-Verfahren für Spiele nennt. Ähnlich wie bei Nvidias schon länger verfügbarem DLSS (Deep Learning Super Sampling) soll auch FSR die Framerate steigern und dabei die Bildqualität möglichst wenig verschlechtern.

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Technisch gibt es signifikante Unterschiede: Nvidia nutzt bei DLSS ein vorab mit 16K trainiertes neuronales Netz, das via Inferencing auf den Tensor-Cores der Geforce RTX 2000/3000 ausgeführt wird. Dabei rekonstruiert DLSS trotz Upscaling auch Inhalte, die bei nativer Auflösung nicht sichtbar sind, und integriert zugunsten der Bildstabilität die Bewegungsvektoren multipler vorheriger Frames für temporales Super Sampling.

FidelityFX Super Resolution verwendet zumindest in seiner aktuellen Form keine künstliche Intelligenz und arbeitet rein mit räumlichen Informationen, sprich Spatial Upscaling. Im ersten Schritt wird die niedrige Input-Auflösung mit einem Shader-basierten Algorithmus hochskaliert, der offenbar Lanczos-basiert ist. Dieser soll besonders gut darin sein, Kanten zu erkennen. Danach wird als zweiter Pass ein Schärfe-Kernel appliziert, welcher unter anderem Texturdetails besser zur Geltung kommen lassen soll.

Keine exklusive Hardware notwendig

Die Lösung von AMD arbeitet mit allen AA-Methoden zusammen, da FidelityFX Super Resolution erst nach deren Durchführung, aber noch vor dem Rendern von Post-Processing-Effekten wie Filmkörnung angewendet wird; das HUD folgt ohnehin erst am Ende mit nativer Auflösung. Der Edge-Reconstruction-Algorithmus nutzt FP32- und FP16-Befehle, weshalb neuere Grafikkarten ihn schneller ausführen können.

  • FSR wird nach der Kantenglättung mittels zwei Pässen appliziert. (Bild: AMD)
  • FidelityFX Super Resolution nutzt intern vier Auflösungen ... (Bild: AMD)
  • ... für dementsprechend vier Modi.(Bild: AMD)
  • Übersicht der unterstützten Spiele (Bild: AMD)
  • Übersicht der Engine/Studio-Partner für FSR (Bild: AMD)
FSR wird nach der Kantenglättung mittels zwei Pässen appliziert. (Bild: AMD)
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Wie DLSS muss auch FidelityFX Super Resolution vom Spielestudio integriert werden, es handelt sich nicht um eine Treiber-Funktion. Zum heutigen Start gibt es sieben Titel mit FSR-Unterstützung, ein Dutzend weitere sollen zu unbestimmter Zeit folgen. Generell arbeitet AMD unter anderem mit Avalanche, Crystal Dynamics, Electronic Arts, Focus Interactive, Gearbox, Koch Media, Nixxes, Obsidian Entertainment, Rebellion, Turtle Rock Studios, Ubisoft, Unity, Warner Bros Games und Valve zusammen.

Als Grafikkarte muss mindestens eine Radeon RX 480/470/460 mit Polaris-Chip gegeben sein, allerdings läuft FidelityFX Super Resolution auch auf Nvidia-Grafikkarten ab der Geforce-GTX-1000-Serie mit Pascal-Technik. Da FSR ein Shader-basierter Algorithmus ist, hat sich AMD dazu entschieden, das Upscaling auch für die Modelle der Konkurrenz zu öffnen und als Open-Source-Code sowie für Xbox Series X/S zur Verfügung zu stellen.

  • FSR wird nach der Kantenglättung mittels zwei Pässen appliziert. (Bild: AMD)
  • FidelityFX Super Resolution nutzt intern vier Auflösungen ... (Bild: AMD)
  • ... für dementsprechend vier Modi.(Bild: AMD)
  • Übersicht der unterstützten Spiele (Bild: AMD)
  • Übersicht der Engine/Studio-Partner für FSR (Bild: AMD)
... für dementsprechend vier Modi.(Bild: AMD)

FidelityFX Super Resolution funktioniert prinzipiell mit beliebigen Auflösungen und existiert in vier verschiedenen Stufen, die mit einer unterschiedlichen prozentualen Input-Pixelmenge arbeiten. Anders als bei DLSS gibt es einen Ultra-Quality- aber keinen Ultra-Performance-Mode, was entsprechend Auswirkung auf die Framerate und die Bildqualität hat. Ein direkter Vergleich ist nicht möglich, da bisher kein Spiel verfügbar ist, das DLSS und FidelityFX Super Resolution parallel unterstützt.

Anno 1800 und Terminator Resistance ausprobiert

Beim Aufbautitel Anno 1800 schlägt sich FSR im Ultra-Quality-Mode einerseits gut, da das verwendete Multisampling (MSAA) nicht alle Pixelkanten erfasst. Allerdings gehen feine Details etwa an der Takelage von Schiffen verloren, während DLSS hier oft brilliert. Auch ist Anno 1800 im späteren Spielverlauf stark CPU-limitiert, weshalb FidelityFX Super Resolution die Bildrate abseits von 4K nur auf langsameren Karten wie einer Radeon Vega 64 oder Radeon RX 480 deutlich steigert.

AMD-Prozessoren

Im Endzeit-Shooter Terminator Resistance erzeugt der Ultra-Quality-Mode in 4K abseits von Alpha-Test-Texturen eine gute Bildqualität, der Quality-Mode sieht trotz gleicher Input-Pixelmenge besser aus als 1440p per spielinternem TAAU der Unreal Enine 4. Zwar zeigen sich Moiree-Artefakte, die liegen aber am Content und dem vorgeschalteten Temporal-AA, das nicht sauber arbeitet. Der Performance-Boost liegt bei 53 Prozent (Ultra Quality) bis 187 Prozent (Performance) auf einer Radeon RX 6700 XT.

  • Radeon RX 6700 XT, Ryzen 9 5950X, 32 GByte DDR4, Win10 21H1, Radeon Software 21.6.1 (Bild: Golem.de)
  • Radeon RX 6700 XT, Ryzen 9 5950X, 32 GByte DDR4, Win10 21H1, Radeon Software 21.6.1 (Bild: Golem.de)
Radeon RX 6700 XT, Ryzen 9 5950X, 32 GByte DDR4, Win10 21H1, Radeon Software 21.6.1 (Bild: Golem.de)

Unterm Strich macht FidelityFX Super Resolution das, was es soll: Die Bildqualität leidet durch das Upscaling weniger als bei spielinterner Hochskalierung oder wenn der Monitor diese Aufgabe übernimmt. Hinzu kommt, dass der Schärfe-Filter verlorengegangene Texturdetails zwar nicht ausgleicht, aber immerhin gut kaschiert. Weil FSR aber anders als DLSS die vorhandene Kantenglättung nicht ersetzt, werden Bildfehler wie die einer mäßigen TAA-Implementierung allerdings tendenziell verstärkt. Nvidias DLSS hat Vorteile bei der temporalen Stabilität und feinen Details, neigt aber teils zu (Raytracing-)Artefakten oder zum Schmieren.

Wer FidelityFX Super Resolution ausprobieren möchte, kann dies ab heute in sieben Titeln tun - immerhin ist keine spezielle Grafikkarte dafür notwendig.

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Eheran 09. Jul 2021

An deiner Arbeit gibt, wie bei Frank Wunderlich-Pfeiffer, so gut wie keine Kritik. Hut...

ms (Golem.de) 22. Jun 2021

Mittlerweile offiziell auch RX 480/470/460.

tritratrulala 22. Jun 2021

Die Ergebnisse sehen OK aus. Eindeutig besser als einfaches Hochskalieren, aber es gibt...



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