AMD: Zen+ und Zen 2 sind gegen Spectre gehärtet

Die kommenden CPU-Generationen von AMD werden besser gegen Spectre 1/2 geschützt. Das teilte CEO Lisa Su bei der Besprechung der Ergebnisse des vierten Quartals 2017 mit. Zwischen Zen+ alias Ryzen 2000 für April 2018 und Zen 2, der nachfolgenden Micro-Architektur für das Jahr 2019, gibt es allerdings wie erwartet Unterschiede bei der Herangehensweise. AMD ist zudem der Ansicht, dass Meltdown für die eigenen Prozessoren kein Risiko darstellt.

Bei Zen+ möchte AMD die Ryzen 2000 mit vorinstalliertem Microcode ausliefern, der zusammen mit Patches für Linux und Windows einen besseren Schutz gegen Spectre 1 (Bounds Check Bypass, CVE-2017-5753) sowie Spectre 2 (Branch Target Injection, CVE-2017-5715) aufweisen soll. Auch wenn der Hersteller die Wahrscheinlichkeit für einen Angriff als sehr unwahrscheinlich ansieht, gibt es einen Leitfaden für Programmierer ( PDF(öffnet im neuen Fenster) ). Er beschreibt unter anderem das bei Linux umgesetzte Retpoline als Lösungsweg, da hier kein Microcode-Update notwendig ist. Unter Windows 10 wird Indirect Branch Control genutzt, hier muss die CPU zum Schutz gegen Spectre 2 also gepatcht werden.





Für Zen 2 sind direkte Hardwareanpassungen im Chipdesign geplant, welche die Prozessoren gegen Spectre und ähnliche Angriffe auf die CPU härten sollen. Zu den Optimierungen bei Zen 2 zählen eine verbesserte Sprungvorhersage sowie schnellere Gleitkomma- und Adressgenerierungseinheiten, das generelle technische Design ist bereits fertig. Auf Zen 2 basierende Produkte sollen 2019 erscheinen, AMDs Lisa Su sagte aber, noch 2018 sollen Partner mit ersten Chips bemustert werden. Die Serienfertigung läuft an, wenn das 7-nm-Verfahren bereit ist, vermutlich wird Globalfoundries' 7LP -Node genutzt.
Ob und welche bisherigen CPUs von AMD – also älter als Ryzen – gepatchten Microcode erhalten und wann, teilte der Hersteller nicht mit. Betroffen sind laut Programmierleitfaden die Familien 0Fh, 11h, 12h, 14h, 15h und 16h – also alle Chips ab dem Athlon 64 (K8) über die Phenom I/II (K10) bis hin zu den FX (Bulldozer) sowie die jeweiligen Notebook- und Server-Ableger. Oder anders ausgedrückt: Alle AMD-Prozessoren seit 2003 bis heute.