AMD Zen-APU: Raven Ridge bekommt Vega-Grafik und neuen Video-Core

Die kommenden Raven-Ridge-APUs, die auf AMDs neuer Zen-Architektur basieren, werden eine Vega-Grafikeinheit integrieren. Die SoCs bekommen außerdem einen aktuellen Audio-Chip und einen neuen Teil zum De- und Encoding für Video.

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AMD-Entwickler verraten erste offizielle Details zu Raven Ridge.
AMD-Entwickler verraten erste offizielle Details zu Raven Ridge. (Bild: AMD)

Mit der Verfügbarkeit von AMDs neuer CPU-Architektur Zen hat das Unternehmen neben den großen Achtkernern auch kleinere Chips mit sechs und vier Kernen angekündigt. Zusätzlich dazu soll es mit den Raven-Ridge-Chips auch SoCs geben, die zwar ebenfalls auf vier Zen-Kerne setzen, darüber hinaus aber auch noch über eine integrierte Grafikeinheit verfügen. Wie bisher nur vermutet, handelt es dabei offiziell um eine Vega-Grafik.

Das geht aus Patches hervor, die die Linux-Kernelentwickler von AMD auf ihrer Mailingliste für den Grafiktreiber veröffentlicht haben. Die Patches setzen die initiale Unterstützung für die Raven-Ridge-Chips um und umfassen über 300.000 Zeilen Code, wovon der mit Abstand größte Teil allerdings die automatisch erzeugte Registerdokumentation für den Chip ist. Dedizierte Grafikkarten mit Vega-GPU werden vermutlich im Juni dieses Jahres erscheinen.

Raven Ridge = Zen + Vega + VCN

Weitere Informationen zu Raven Ridge verrät ein Eintrag in der Datenbank von Sisoft Sandra. Die Bezeichnung zeigt, dass das für Mobile-Systeme gedachte Engineering Sample vier Kerne und acht Threads nutzt - was AMD bereits bestätigt hat. Die Anzahl der Compute Units der GPU beläuft sich auf 11, das entspricht 704 Shader-Einheiten. Die CPU-Frequenz liegt bei 3,0 bis 3,3 GHz (Basis/Boost) und die Grafikeinheit taktet mit bis zu 800 MHz.

Beides ähnelt den derzeitigen 15-Watt-Topmodellen FX-9800 und Pro A12-9800B, allerdings sollte Raven Ridge dank 14-nm-Fertigung und besserer Architektur deutlich flotter sowie effizienter sein. Interessant sind die 4 MByte L3-Cache. Der Zwischenpuffer pro Kern ist also nur halb so groß wie bei einer Ryzen-CPU. Die Leistung wird davon vermutlich wenig beeinflusst, aber der Chip wird kleiner und günstiger. Als Arbeitsspeicher wird wie bei den Summit Ridge auf DDR4-Speicher gesetzt.

Teil der Raven-Ridge SoCs werden aber nicht nur Zen-CPU und Vega-iGPU sondern auch ein aktueller ACP (Audio-Co-Prozessor) und ein als VCN bezeichneter Bestandteil zum De- und Encoding von Videoinhalten. Das geht ebenfalls aus entsprechenden Patches hervor. VCN steht dabei vermutlich für Video Core Next und wird die bisher benutzten DCE und UVD ablösen. Zum Dekodieren unterstützt werden VC1, Mpeg2, Mpeg4, H.264 (AVC) und H.265 (HEVC). Ob das freie VP9 unterstützt wird, geht aus dem Code noch nicht hervor, es ist aber wahrscheinlich, dass dies noch umgesetzt wird. Immerhin können die verfügbaren Stoney-Ridge-APUs dies bereits.

In der Konferenz zu den aktuellen Quartalszahlen von AMD bestätigte Chefin Lisa Su, dass die Raven Ridge APUs zum Weihnachtsgeschäft Ende dieses Jahres zur Verfügung sein sollen.

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