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AMD-Vize Lisa Su: Geringe Chancen für 20-Nanometer-GPUs von AMD für 2014

Im Gespräch mit Analysten hat AMD-Vizepräsidentin Lisa Su die Hoffnungen auf eine baldige Verkleinerung der Strukturbreite bei Grafikprozessoren ihres Unternehmens gedämpft. Die Nachfolger der R7- und R9-Grafikkarten dürften demnach wohl erst 2015 erscheinen - eine kleine Hintertür ließ sich Su aber offen.

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AMDs Führungsduo für Produkte, Mark Papermaster und Lisa Su (v. l.)
AMDs Führungsduo für Produkte, Mark Papermaster und Lisa Su (v. l.) (Bild: Nico Ernst/Golem.de)

Während der Telefonkonferenz zu den jüngsten Quartalszahlen von AMD sah sich Vizepräsidentin Lisa Su, unter anderem zuständig für die Produktstrategie, mit einer ziemlich eindeutigen Frage konfrontiert: "Werden Sie 20-Nanometer-GPUs in diesem oder dem nächsten Jahr haben?" wollte Analyst David Wong von Wells Fargo wissen. Su antwortete zunächst mit einem Verweis auf ihre früheren Aussagen zur allgemeinen Planung von AMD, und sagte dann: "Wir haben dieses Jahr 28 Nanometer, 20 Nanometer sind in der Designphase, und danach kommt FinFET."

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Das kann als klare Absage an einen Erscheinungstermin der GPU-Serie mit dem Codenamen "Pirate Islands" im Jahr 2014 gewertet werden, diese Grafikprozessoren sollen die aktuellen R7- und R9-GPUs alias "Volcanic Islands" beerben. Dafür gibt es schon erste inoffizielle technische Daten im Netz, die aber bei einer um 50 Prozent erhöhten Zahl der Rechenwerke mit 28-Nanometer-Technik kaum machbar wären.

David Wong wollte es aber noch genauer wissen und fragte nach: "Und das schließt die GPUs ein, Lisa?" worauf die Angesprochene meinte: "Das ist das gesamte Produktportfolio, genaueres zu den Grafikchips gegenüber anderen Produkten sage ich nicht." Su spielte damit offenbar darauf an, dass auch die APUs, also x86-Prozessoren mit integrierten Grafikkernen, schon mit 28-Nanometer-Verfahren hergestellt werden. Eine Transkription der Telefonkonferenz ist bei Seeking Alpha einsehbar, AMD selbst hat sie auf seinen Investorenseiten noch nicht veröffentlicht.

Verwirrspiel um Fertigungskapazitäten?

Die sonst im direkten Gespräch sehr eindeutig kommunizierende AMD-Managerin war mit dieser Aussage dabei eher ausweichend. Das ist gerade bei den großen GPUs für Desktop-Grafikkarten, die von AMD wie auch Nvidia seit Jahren beim taiwanischen Auftragsfertiger TSMC hergestellt werden, aber nicht ungewöhnlich. Für beide Unternehmen geht es bei einer neuen Strukturbreite auch um möglichst günstige Konditionen und ebenso um die verlässliche Zuteilung von Fertigungskapazitäten.

AMD und Nvidia beobachten sich sehr genau und scheuen jede konkrete Aussage, die dem Konkurrenten einen Vorteil verschaffen könnte. Wie sehr sich die Unternehmen geradezu belauern, war erst vor kurzem wieder zu sehen: Noch bevor AMD seine Dual-GPU-Karte Radeon R9 295X2 ausführlich vorstellte, kündigte Nvidia die Titan-Z an. Sie besitzt ebenfalls zwei GPUs, aber bis auf den Preis von 3.000 US-Dollar hat Nvidia zu diesem vermeintlichen 295X2-Konter noch kaum etwas verraten - insbesondere nicht den Termin für den Marktstart.

Ebenso kann auch Lisa Sus Absage an einen baldigen Wechsel auf 20-Nanometer-Fertigung für die großen GPUs nur ein geschicktes Verwirrspiel gewesen sein. Nicht nur von der technischen Machbarkeit bei TSMC wird die letztendliche Entscheidung wohl abhängen, sondern auch davon, wie sich die Nachfrage und die Produkte von Nvidia entwickeln.



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