AMD: Threadripper nutzt vier belichtete Dies

Roman Hartung, besser bekannt als 8auer, hat einen im Laden erworbenen Ryzen Threadripper 1950X geköpft und geschliffen. Ihn hat dabei interessiert, was genau sich hinter den Dummy-Dies verbirgt, die AMD laut eigener Aussage so bezeichnet und einsetzt. Der 1950X weist zwar 16 Kerne auf, besteht aber intern aus vier 8-Kern-Chips, von denen zwei aktiv sind.
Um herauszufinden, wie der Ryzen Threadripper aufgebaut ist, hat Hartung den Metalldeckel (Integrated Heatspreader) durch Erhitzen abgehebelt und danach die vier Dies von der Trägerplatine (Package) entlötet. Das ist wichtig, da beim nachfolgenden Schleifprozess die feinen Strukturen brechen würden, da es sich um Flip-Chips(öffnet im neuen Fenster) handelt. Schicht für Schicht hat Hartung abschließend bei den vier Dies die Metall Layer und die darunterliegenden Transistoren freigelegt, alle sind wie erwartet voll belichtete Zeppelin-Chips.

In diesem Kontext mag AMDs Aussage irritieren, es seien nur Dummys. Der Hersteller hat aber nie gesagt, dass keine theoretisch funktionsfähigen Dies als Stabilisator für den Heatspreader genutzt werden. Wahrscheinlicher ist, dass sich beim Testen als defekt herausstellende Chips für diese Aufgabe dienen. Wenn nur ein Teil der Strukturen als fehlerhaft erkannt wird, eignen sich die Dies je nach kaputter Stelle noch als Ryzen 5 oder Ryzen 3 mit vier bis sechs CPU-Kernen und gegebenenfalls weniger aktivem L3-Cache.
Verglichen mit den Serverprozessoren namens Epyc unterscheidet sich Threadripper beim Package, zudem wird bei den Desktop-Chips noch das ältere B1- statt das B2-Steppings verwendet. AMD betont(öffnet im neuen Fenster) , dass die beiden Stabilisator-Dies nicht per Fabric angebunden seien und sich Threadripper daher nicht zu einem 32-Kerner freischalten lassen würde.



