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AMD Threadripper: 180 Watt, 64 Lanes, 32 Threads, 16 Kerne, 13 Sekunden, 4 GHz

Computex 2017
AMD hat einige Details zum 16-Kern-Prozessor Ryzen Threadripper verraten und erste Benchmarks gezeigt. Weitere Eckdaten und der Erscheinungstermin der CPUs stehen ebenfalls fest. Preislich soll Intel stark unter Druck gesetzt werden.
/ Marc Sauter
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Links ist ein Ryzen Threadripper, rechts ein Ryzen Mobile. (Bild: Andreas Schilling/Hardwareluxx)
Links ist ein Ryzen Threadripper, rechts ein Ryzen Mobile. Bild: Andreas Schilling/Hardwareluxx

AMD hat sich auf der Komponentenmesse Computex 2017 zur kommenden CPU-Familie mit bis zu 16 Kernen, den Ryzen Threadripper, geäußert: "Wir werden unsere Preise ähnlich aggressiv setzen wie bei Ryzen 7." Was das bedeuten könnte, zeigt sich bereits bei Intel, wo das neue Achtkernmodell (Core i7-7820X) nur noch gut die Hälfte des Octacores (Core i7-6900K) vom vergangenem Jahr kostet. Obendrein hat der Hersteller noch einige Skylake-X mit bis zu 18 Kernen angekündigt, um einen schnelleren Chip im Portfolio zu haben.

Bei Ryzen Threadripper für die HEDT-Plattform (Highend Desktop) mit X399-Chipsatz handelt es sich allerdings um ein mächtiges Produkt. Der verwendete LGA-Sockel SP3r2 mit 4.094 Kontakten ist mechanisch identisch zur Fassung SP3, die AMD für die 32-kernige Server-CPU Naples alias Epyc verwendet. Selbst das Package ist das gleiche, allerdings verlötet AMD statt vier Zeppelin-Achtkern-Dies nur zwei. Die sind diagonal angeordnet, um eine bessere Wärmeverteilung zu gewährleisten.

Da die Threadripper-Modelle somit vier statt acht DDR4-Speicherkanäle für 2 TByte RAM und 64 statt 128 PCIe-Gen3-Lanes aufweisen, erklärt sich hier der Unterschied zwischen Sockel SP3 und Sockel SPr2. Letzterer weist ein anderes Routing auf, da weniger I/O-Leitungen nach außen geführt werden. Von den 64 Lanes sind 48 für Grafikkarten verfügbar, da unter anderem vier für die Anbindung des X399-Chips reserviert sind. Der entspricht dem X370 , unterstützt also unter anderem USB 3.1 Gen2 nativ.

Geplant sind mehrere Ryzen Threadripper mit bis zu 16 Kernen, wobei AMD sagte, es werden weniger Modelle, als Intel mit Skylake-X plant. Neben dem Chip im Vollausbau wäre einer mit 12 Kernen denkbar. Auf der Pressekonferenz zeigte der Hersteller erneut den Blender-Benchmark mit dem Zen-Logo: Der 16C-Threadripper beendete den Rendervorgang in 13 Sekunden und wäre damit ungefähr doppelt so schnell wie der Ryzen 7 1800X mit acht Kernen.

Im Gespräch mit AMDs Partnern fiel öfter die Aussage, dass das Threadripper-Topmodell eine thermische Verlustleistung von 180 Watt aufweisen würde. Da der Takt offenbar bis zu 4 GHz auf einem Kern und weit über 3 GHz auf allen beträgt, erscheint das angesichts der 95 Watt eines 1800X realistisch. Bisherige CPU-Kühler sind zum Sockel SP3r2 nicht kompatibel, selbst Noctua liefert keines der üblichen Upgrade-Kits.

Als Termin für Ryzen Threadripper wurde mehrmals Ende Juli oder Anfang August 2017 genannt, AMD selbst wollte dieses Datum ebenso wenig wie die TDP oder die Taktraten bestätigen.


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